«Das war schwer für mich»: Der Schweizer 70-Mio.-Mann packt aus

Darum gehts
- Aston Villa hat Johan Manzambi (20) für rund 70 Millionen Euro verpflichtet – beim Premier-League-Debüt traf er sofort.
- An der WM verpasste der Genfer den Viertelfinal gegen Argentinien wegen einer Knieverletzung.
- Die Villa-Fans widmeten ihm einen Fangesang nach «Zombie» der Cranberries – Manzambi erfuhr davon erst via Instagram.
Johan Manzambi kriegt die Bilder nicht aus dem Kopf. Die WM in den USA ist zwar schon drei Monate her, aber die Erinnerung ist immer noch so stark, als wäre es gestern gewesen – eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle.
Mitten im Turnier verletzte sich der Wirbelwind am Knie und verpasste den historischen Viertelfinal gegen Argentinien. «Das war schwer für mich», blickt der 20-Jährige zurück. «Trotzdem habe ich versucht, die Mannschaft weiter zu pushen. Ich bin sehr stolz auf das Team, weil wir Geschichte geschrieben haben.»
Johan Manzambi: «Ich bleibe einfach gerne zu Hause»
Trotz der Verletzungssorgen blätterte Aston Villa eine geschätzte Mega-Ablöse von rund 70 Millionen Euro für den Schweizer hin. Newcastle und andere Topclubs gingen leer aus. Für Manzambi ein logischer Schritt: «Der aufgezeigte Plan hat gepasst, ich war glücklich damit. Bei einem Wechsel gibt es immer viele Gerüchte, aber man muss aufpassen, was man glaubt.»
Auf der Insel schlug der Ex-Bundesliga-Profi sofort ein. Am Wochenende feierte er sein Startelf-Debüt und knallte den Ball direkt in die Maschen. «Mit dem Tor ging ein Traum in Erfüllung», schwärmt Manzambi von seinem neuen Trainer Unai Emery. Der grösste Unterschied zu Deutschland? «Die Intensität – das Spiel geht hier einfach schneller.»
Obwohl er in England bereits wie ein Rockstar gefeiert wird, lebt der Youngster in Birmingham extrem zurückgezogen. Die Stadt hat er noch gar nicht richtig gesehen. Der Grund ist simpel: Manzambi ist ein absoluter Stubenhocker! «Ich war ehrlich gesagt noch gar nicht richtig in der Stadt, da ich nicht so gerne unterwegs bin. Ich fühle mich zu Hause am wohlsten. Ich mache es einfach wie damals in Deutschland und bleibe gerne zu Hause.»
Cranberries-Ohrwurm erst auf Instagram entdeckt
Diese Bescheidenheit hält die englischen Fans nicht davon ab, das Nati-Juwel abzugöttern. Nach der Melodie des Welthits «Zombie» der Cranberries widmeten die Villa-Supporter ihm prompt einen eigenen Fangesang mit dem O-Ton «Manzambi, bi, bi, bi …».
Kurios: Während seines ersten Spiels hat er den viralen Hit überhaupt nicht mitbekommen! «Auf dem Spielfeld selbst habe ich den Gesang ehrlich gesagt im ersten Moment gar nicht gehört. Erst als ich das Video auf Instagram gesehen habe, habe ich mich riesig darüber gefreut.»
Dass er obendrauf noch für den prestigeträchtigen «Golden Boy Award» als weltbestes Talent nominiert ist, nimmt er gelassen: «Natürlich würde ich den Titel gerne gewinnen, aber mein Fokus liegt auf dem Training.»
Kumpel-Traum mit Winsley Boteli
Jetzt ist Manzambi zurück bei der Nati – und das mit einer ganz besonderen Reunion. Kumpel Winsley Boteli wurde erstmals für die A-Nati aufgeboten. Die beiden Genfer kennen sich schon fast das ganze Leben. «Man hat sein Talent schon gesehen, als er im Kindergarten war. Als ich die Nomination gesehen habe, haben wir uns sofort geschrieben. Für mich ist es völlig normal, dass er hier ist», so Manzambi stolz.
Weniger erfreulich: Die Nati muss in der Nations League – wegen der Covid-Affäre – ohne ihren Leitwolf Granit Xhaka auskommen. Ein schwerer Schlag für das Team. «Es ist extrem schade. Er ist unser Captain, eine Legende und sowohl als Spieler als auch als Mensch herausragend. Er fehlt uns auf und neben dem Platz, aber wir wollen auch für ihn gewinnen.»
Das Rätsel um den «Mango-Jubel»
Bleibt nur noch eine Frage offen: Was hat es mit seinem speziellen Torjubel auf sich, bei dem viele Fans an eine Anime-Geste aus Dragon Ball dachten? Manzambi schmunzelt und stellt klar: «Viele dachten tatsächlich an Dragon Ball, aber das stimmt nicht.»
Was genau hinter dem Frucht-Jubel steckt, will der Millionen-Mann aber partout nicht verraten: «Das bleibt vorerst ein Geheimnis zwischen mir und meinen Freunden. Vielleicht verrate ich es in ein paar Jahren.» Bis dahin will der Genfer auf dem Platz weitere Rätsel aufgeben – und zwar den gegnerischen Verteidigern.
Sebastian Rieder (sri), arbeitet seit 2024 für 20 Minuten als Stv. Leiter Sport. Der Generalist hat stets die besten Schweizer Fussballer im Fokus und begleitet die Nati als Reporter und Videojournalist.
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