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Saturday, October 24, 2026

Wie Frankreichs Sorgen den Anleihemarkt beunruhigen

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Staatsanleihen in den USA und Frankreich erreichen Hochstände. Warum das problematisch ist und ob auch unsere Aktienmärkte in Gefahr sind: „WISO - Wirtschaft erklärt“ mit Valerie Haller.

24.10.2026 | 10:32 min

Das 143 Jahre alte Rathaus von Limoges ist ausgebrannt, in Bordeaux wurden Geschäfte geplündert, landesweit gingen in Frankreich hunderttausende Menschen auf die Straße. Sie protestieren gegen hohe Lebenshaltungskosten, Lehrermangel und den Sparkurs der Regierung.

Der Anleihemarkt reagiert: Die Zinsen zehnjähriger französischer Staatsanleihen steigen auf über fünf Prozent - der höchste Stand seit mehr als 20 Jahren. Beide Ereignisse hängen eng miteinander zusammen - und bergen wachsende Risiken.

Frankreich steckt in der Klemme

Denn um neue Schulden aufzunehmen, muss Frankreich deutlich mehr Zinsen zahlen als etwa Deutschland. Seit Wochen geht die Schere beim Zinsniveau immer weiter auseinander: Anleger verlangen deutlich höhere Aufschläge dafür, dass sie dem französischen Staat Geld leihen.

Polens Wirtschaft wächst und immer mehr Unternehmen machen auch Geschäfte in Deutschland. Das muss keine Konkurrenz sein, wie sich in Brandenburg zeigt.

21.10.2026 | 1:56 min

Ihre Sorge: die Staatsfinanzen. Frankreichs Schulden lagen Ende Juni laut Statistikamt Insee bei 119 Prozent der Wirtschaftsleistung. In Deutschland lag diese Schuldenquote im Juni 2026 bei 63,4 Prozent.

Damit steckt die französische Regierung in der Klemme. Spart sie, wächst der Druck auf der Straße. Gibt sie nach, wächst der Druck am Anleihemarkt, Kredite werden für das Land immer teurer. Auf Hilfe aus der Europäischen Zentralbank kann Paris nicht setzen: Die Lösung liege in der Haushaltspolitik, so EZB-Chefin Christine Lagarde. Das ist die diplomatische Formulierung dafür, dass Frankreich sparen solle.

Frankreichs Staatsschulden steigen und bringen die Regierung unter Druck.

08.10.2026 | 2:10 min

Erinnerungen an die Eurokrise

Probleme mit Schulden kennt Europa. In der Eurokrise verlangten Investoren von Griechenland zeitweise über 40 (!) Prozent Zinsen, auch Italiens Renditen stiegen rapide an. Erst Mario Draghis Versprechen, die EZB werde alles tun, um den Euro zu schützen - "whatever it takes" -, beruhigte die Märkte 2012.

Doch Frankreich ist nicht Griechenland. Die Volkswirtschaft ist weitaus größer. Daher wären Probleme in Paris aber ein Risiko für die gesamte Eurozone.

Deutschland hat knapp 2,8 Billionen Euro Staatsschulden, Tendenz stark steigend. Aber bei wem steht die Bundesrepublik eigentlich in der Kreide? WISO - Wirtschaft erklärt mit Valerie Haller.

18.09.2026 | 9:14 min

Hohe Zinsen treffen hohe Schulden

Frankreich ist kein Einzelfall. Die Zinsen steigen fast überall. Das hat mehrere Gründe. Zum einen ist die Inflation zurück: In Deutschland lag sie im September bei 3,3 Prozent, getrieben von Energiepreisen. Um die steigende Inflation zu bekämpfen, hat die EZB ihre Leitzinsen im September angehoben, ebenso die US-Notenbank Fed. Auch das sorgt für steigende Renditen an den Anleihemärkten.

Hinzu kommt: Durch die KI-Investitionen brauchen auch Unternehmen viel Geld, daher geben sie zurzeit viele Unternehmensanleihen aus. Sie konkurrieren mit Staatsanleihen und treiben die Renditen zusätzlich nach oben, meinen Analysten.

Die Bundesregierung plant umfassende Reformen. Welche Auswirkungen das auf die kommenden Generationen hat.

04.06.2026 | 0:44 min

Was tun? US-Präsident Donald Trump setzt darauf, die Schulden durch Wachstum abzutragen. Kristalina Georgieva, Chefin des Internationlen Währungsfonds (IWF), hält dagegen: "Wenn wir darauf setzen, dass uns Wachstum aus dem Haushaltsloch herausholt, könnten wir eine herbe Enttäuschung erleben. Ohne haushaltspolitische Anstrengungen können wir die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen nicht wiederherstellen."

Und die Börse?

An den Aktienmärkten ist von Unsicherheit bislang wenig zu spüren. Die Krawalle schickten den französischen Index der größten Unternehmen, CAC40, ins Minus, doch wie beim deutschen Pendant Dax hielten sich die Verluste in Grenzen.

Weltweit treibt der KI-Boom die Kurse vieler Unternehmen. Doch wenn die Zinsen hoch bleiben, werden Kredite auch für Unternehmen immer teurer. Und wenn als sicher geltende Staatsanleihen höhere Renditen abwerfen, treten sie in Konkurrenz zu Aktien als lohnende Geldanlage.

Donald Trump

FAQ

Ein Börsencrash oder eine neue Finanzkrise zeichnet sich bis jetzt nicht ab. Die Märkte funktionieren, die Banken stellen sich robust auf. Gefährlich würde es bei einer Kettenreaktion: wenn Probleme vom Staat auf Banken und das Finanzsystem überspringen. Der Anleihemarkt hat die Politik schon öfter zum Handeln gezwungen. Nicht nur in Frankreich wächst dieser Druck gerade.

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