Das ist in der Nacht passiert – alle Resultate im Überblick

- Die Demokraten dürften nach der Wahlnacht beide Kammern des US-Kongresses kontrollieren und Trumps Republikaner ablösen.
- Bei den Zwischenwahlen holen sie im Senat 17 Sitze und nehmen den Republikanern unter anderem Texas und Ohio ab.
- Entscheidend sind noch Maine mit Troy D. Jackson bei 50,8 Prozent und Alaska, wo die Wahllokale erst um 6 Uhr schliessen.
- Besonders überraschend ist laut US-Experte Julien Labarre das Ausmass des demokratischen Erfolgs.
Die Demokraten kommen gestärkt aus der Wahlnacht. Das Repräsentantenhaus ist einigermassen gesichert in ihrer Hand, eine Mehrheit im Senat gilt als erreicht. Die wichtigsten Ereignisse der Nacht im Überblick.
Diese wichtigen Rennen wurden bereits entschieden
Beim Kampf um den Senat konnten die Demokraten bereits 17 Rennen für sich entscheiden. In Colorado, New Mexico, Illinois, Georgia, Virginia, Delaware, New Jersey, Rhode Island, Massachusetts und New Hampshire konnten sie ihre Sitze verteidigen, in North Carolina und South Carolina, Ohio, Kansas, Iowa und Texas konnten sie den Republikanern je einen Sitz abnehmen. Die Republikaner derweil haben acht Rennen für sich entschieden. In Wyoming, Oklahoma, Arkansas, Kentucky, West Virginia und Florida konnten sie ihre Senatssitze verteidigen.
Von den entscheidenden Rennen um Sitze im US-Repräsentantenhaus haben die Demokraten bereits zwölf gewonnen und führen in den Hochrechnungen in weiteren 35. Die Republikaner haben noch keines der Rennen gewonnen, die als entscheidend für die Mehrheit im Kongress gelten. Insgesamt fehlen den Demokraten um 5.30 Uhr (Schweizer Zeit) 55 Sitze bis zur Mehrheit, den Republikanern 117 Sitze.
Auf diese Rennen kommt es nun noch an
In dem für die Demokraten wichtigen Bundesstaat Maine sind erst 56 Prozent der Stimmen ausgezählt. Am frühen Morgen um 5:30 Uhr (Schweizer Zeit) steht ihr Kandidat Troy D. Jackson mit 50,8 Prozent vorne, die republikanische Gegnerin Susan M. Collins liegt bei 49,1 Prozent der Stimmen.
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In Alaska schliessen die Wahllokale erst um sechs Uhr (Schweizer Zeit). Der Bundesstaat gilt im Rennen um den Senat ebenfalls als äusserst wichtig. Dort ist noch komplett unklar, welche Partei das Rennen machen wird.
«Michigan, Minnesota, Maine und Alaska sind noch ausstehende Rennen, die spannend werden können», sagt US-Experte Julien Labarre. In Michigan liegen derzeit die Demokraten vorn, allerdings sind erst 35 Prozent der Stimmen ausgezählt. In Minnesota führen die Republikaner mit rund 64'000 Stimmen. Allerdings stehen noch etwa 700'000 Stimmen aus Minneapolis aus, wo mehrheitlich demokratisch gewählt wird. Bisher sind 38 Prozent der Stimmen ausgezählt.
Das waren die grössten Überraschungen
Für Labarre ist besonders das Ausmass, mit dem sich ein demokratischer Erfolg abzeichnet, überraschend. «Zu Beginn der Nacht habe ich noch gedacht, dass 54 Sitze im Senat das Best-Case-Szenario für die Demokraten wären. Mittlerweile halte ich das für das Wahrscheinlichste.» Selbst das Szenario von 56 Sitzen im Senat für die Demokraten, das Labarre zuvor ausgeschlossen habe, hält er nun für gar nicht mehr so unwahrscheinlich.
«Hinzu kommt, dass die Demokraten in einigen tiefroten, traditionell republikanischen Bundesstaaten erstaunlich gut abgeschlossen haben.» Einen Bundesstaat wie Mississippi würden sie wohl nicht holen, doch das Rennen sei unerwartet knapp gewesen. Auch sei er über die Gewinne der Demokraten in Texas, South Carolina und Ohio überrascht.
Einige Neuerungen
Die Nacht brachte auch einige erste Male für die US-Demokratie. Die Demokratin Keisha Lance Bottoms gewann das Rennen in Georgia und wird dadurch die erste schwarze weibliche Gouverneurin des Landes. Der Republikaner Byron Donalds wird voraussichtlich der erste schwarze Gouverneur von Florida werden.
Mit der demokratischen Sozialistin Melat Kiros, die laut CNN den ersten Kongresswahlkreis in Colorado gewann, zieht zudem die erste schwarze Frau aus dem Bundesstaat in das US-Repräsentantenhaus. Der Demokrat Chris Pappas gewinnt laut CNN den offenen Senatssitz in New Hampshire gegen den republikanischen Ex-Senator John E. Sununu. Der bisherige Abgeordnete wird damit als erster offen schwuler Mann in den US-Senat einziehen.
Jan Janssen (jjn) arbeitet seit 2023 für 20 Minuten. Zuerst im Ressort Zürich und seit 2025 im Ressort News.
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