Apple iPhone 18 Pro: Ein winziges Bauteil verändert die Kamera
Apple iPhone 18 Pro
Ein winziges Bauteil verändert die Kamera
Apple verpasst dem Spitzenmodell eine mechanische Blende, einen grösseren Akku und steckt Face ID hinter den Bildschirm. Im Alltag überzeugt die Kamera bei Nacht. Happig hingegen sind die Aufpreise beim Speicher. Blick hat das Gerät getestet.
Publiziert: vor 11 Minuten
Darum gehts
KI-generiert, redaktionell geprüft
- Das iPhone 18 Pro bringt Kamera- und Akku-Verbesserungen, kostet ab 1199 Fr.
- Mechanische Blende sorgt für bessere Nachtaufnahmen, Risiko von Verschleiss
- Bis zu 34 Stunden Videowiedergabe, 49 Prozent Akku nach einem Tag Nutzung
Tobias BolzernRedaktor Digital
Neu und alt! Wer das iPhone 18 Pro mit dem Vorgänger vergleicht, sucht vergeblich nach Unterschieden. Das Neue gleicht dem Alten zum Verwechseln – von allen Seiten. Einzig die Farbe verrät das neue Modell. Vier Varianten gibt es: Schwarz, Silber, Polar und Burgunder. Das helle Blau (Polar) fällt auf. Besonders chic ist die Farbe Burgunder: Je nach Licht wirkt es einmal kräftig rot und manchmal fast schwarz. Einen Makel hat die Farbe aber: Hautfette hinterlassen auf der matten Oberfläche Spuren, das Gerät wirkt dann schnell ein wenig speckig. Die Spuren lassen sich aber einfach abwischen.
Mit eingeschaltetem Bildschirm zeigt sich dann der erste Umbau: Die Dynamic Island ist geschrumpft! Apple hat dafür einen Teil der Face-ID-Technik hinter das Display gepackt. Der kleinere schwarze Balken kann dafür mehr: Drei Live-Aktivitäten passen fortan nebeneinander auf den Bildschirm: Timer, Musik, Navigation, zum Beispiel. Im Alltag nutze ich das oft. Ein Blick zeigt, wie lange der Timer noch läuft, ein Tipp wechselt zur Navigation: praktisch.
Die neue Anordnung der Sensoren hat einen positiven Nebeneffekt. Face ID projiziert Infrarotpunkte aufs Gesicht, die Kamera prüft das Muster. Bei einer meiner Sonnenbrillen scheiterte das bisher – jedes Mal: Die Punkte drangen nicht durch die Gläser. Mit dem iPhone 18 Pro entsperrt das Gerät jetzt auch mit dieser Brille zuverlässig. Face ID ist also besser geworden – zumindest in meinem Fall.
21.15 Uhr – 49 Prozent
Der grösste Fortschritt im Alltag ist der Akku. Am ersten Tag mit dem Gerät ist davon nichts zu spüren: Das iPhone richtet sich im Hintergrund ein, lädt Fotos runter, ich filme und knipse viel damit, testweise. Ab Tag zwei zeigte sich aber ein Unterschied. Ein Beispiel: Um 6 Uhr vom Strom getrennt, den Tag über normal genutzt – 3 Stunden und 23 Minuten On-screen, 7 Stunden off – um 21.15 Uhr zeigte der Akku noch 49 Prozent. Beim Vorgänger lag ich an solchen Tagen bei 30 bis 40 Prozent, im selben Stromsparmodus.
Der Grund: Der neue A20-Pro-Chip und das C2-Modem sind stromsparender, der Akku ein Mü gewachsen. Die Batterie steckt in einem Metallgehäuse, das die Ecken des Innenraums besser ausfüllt. Zudem wurde die Kühlung umgebaut. Das iPhone verteilt die Wärme besser als der Vorgänger. Beim 18 Pro verspricht Apple bis zu 34 Stunden Videowiedergabe: drei mehr als noch beim Vorgänger. Zudem geht das Aufladen schneller: In 15 Minuten pumpt man 50 Prozent rein. Der Haken: Das klappt nur mit einem Netzteil, das den Standard «USB Power Delivery 3.1 mit AVS» beherrscht, sowie über ein Kabel, das für mindestens 60 Watt ausgelegt ist. Apple verkauft den passenden Adapter für 40 Franken.
Blenden wie die Profis
Bei der Kamera steckt das Upgrade hinter der Hauptlinse: eine echte, mechanische Blende mit sechs lasergeschnittenen Lamellen. Das Vorgänger-iPhone fotografierte bisher immer mit geöffneter Blende. Dank den Lamellen lässt sich die Blende nun verstellen und kann damit Sterneffekte rund um helle Lichtquellen zaubern.
Die geöffnete Blende – f/1.48 statt f/1.78 – lässt zudem mehr Licht auf den Sensor. Das zahlt sich vor allem bei Nacht aus. Unser Test: ein Duden bei Schummerlicht, beide Geräte mit 1/15 Sekunde, Nachtmodus aus. Das iPhone 17 Pro treibt die ISO auf 10'000: Das Bild rauscht stark, die kleine Schrift ist nicht mehr lesbar. Das iPhone 18 Pro kommt mit ISO 8000 aus, das Bild ist allgemein heller, detailreicher und die kleine Schrift lesbar. Bei der Tiefenunschärfe bringt die grössere Blende dagegen kaum etwas. Denn hinter dem Objektiv sitzt weiterhin nur ein kleiner Sensor, wie bei allen Handys.
Dazu kommen manuelle Kontrollen direkt in Apples Kamera-App: Blende, Verschlusszeit, Weissabgleich, Fokus. Früher brauchte es dafür Dritt-Apps, Apple hielt die eigene bewusst simpel. Jetzt lässt sich diese frei anpassen: Symbole gedrückt halten, Funktionen hinzufügen. Neu sind auch Filmeffekte und die dritte Generation der Fotostile. Ein Gewinn im Alltag ist auch das neue Fokus-Tracking, bei Fotos wie bei Videos. Einmal aufs Motiv getippt, hält das iPhone es scharf – auch wenn es sich durchs Bild bewegt. Die Schärfe springt nicht mehr auf den Hintergrund.
Ein Vorbehalt bleibt: Mechanische Teile können verschleissen oder verkanten. Samsung verbaute 2018 im Galaxy S9 eine Blende mit zwei Stufen – und strich sie nur zwei Jahre später wieder. Huawei und Xiaomi verbauen verstellbare Blenden bis heute, Berichte über gehäufte Defekte gibt es keine. Wie sich Apples Mini-Mechanik über die Jahre hinweg hält, wird die Zeit zeigen.
iPhone 18 Pro: Lohnt es sich?
Das iPhone 18 Pro richtet sich an Foto- und Videobegeisterte. Wer ein iPhone 17 Pro besitzt, merkt abseits von Akku und Kamera keinen grossen Sprung. Wer von einem älteren Modell kommt, hingegen schon. Und wer einfach ein normales iPhone will, braucht Geduld: Das neue Standardmodell soll erst kommenden Frühling erscheinen.
Bleibt noch der Preis. Und hier braucht es neu ein grösseres Portemonnaie. Die Preise starten bei 1199 Franken. Verkauft wird das Gerät ab dem 18. September. iPhone 18 Pro und Pro Max kosten mit 256 und 512 Gigabyte je 100 Franken mehr als noch die Vorgänger. Beim Modell mit 1-Terabyte-Speicherplatz beträgt der Aufschlag 300 Franken, bei 2 Terabyte sind es satte 500 Franken! Auffällig: Je mehr Speicher, desto happiger der Aufpreis. Genau dort steckt das Problem. Die Preise für Speicherchips sind in den letzten Monaten explodiert. KI-Rechenzentren saugen den Weltmarkt leer, die drei grössten Hersteller verkaufen lieber an Nvidia und Microsoft als an Handybauer. Bei Macs und iPads hat Apple die Preise bereits erhöht. Der abgetretene Apple-CEO Tim Cook sprach jüngst davon, so was in den letzten 40 Jahren noch nie gesehen zu haben. Entspannung erwarten Marktforscher erst Ende 2027.
Transparenz bei Blick
Dieses Gerät wurde Blick vom Hersteller für den Test zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hat keinerlei Einfluss auf die redaktionelle Berichterstattung.
Dieses Gerät wurde Blick vom Hersteller für den Test zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hat keinerlei Einfluss auf die redaktionelle Berichterstattung.
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