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Monday, October 19, 2026

Sorge über Trumps Russland-Kurs: Selenskyj: Ohne die USA können wir nicht überdauern

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Sorge über Trumps Russland-KursSelenskyj: Ohne die USA können wir nicht überdauern

19.10.2026, 05:07 Uhr

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Selenskyj klingt wenig zuversichtlich. (Foto: dpa)

Der US-Präsident scheint eher an guten Beziehungen zu Moskau interessiert als am Frieden in der Ukraine. Deren Präsident Selenskyj sieht sein Land in einer existenziellen Lage. Seine Hoffnung liegt auf der Zeit nach den US-Zwischenwahlen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich tief besorgt über eine mögliche Annäherung der USA an Russland geäußert. "Sollten sich die USA an die Seite Russlands stellen, können wir nicht überdauern", sagte Selenskyj in einem Interview des Senders NBC zu den jüngsten Schritten von US-Präsident Donald Trump, wie etwa der Aussetzung von neuen Sanktionen oder dem Diesel-Deal mit dem Kreml. Ein Entzug der bisherigen US-Unterstützung für Kiew wäre "ein historischer Fehler, eine große Tragödie".

"Ich glaube, es wurden Schritte unternommen, um die Ukraine zur Kapitulation zu überreden", fügte er später in einem Bloomberg-Interview hinzu. "Ich sage nicht, dass dies das erklärte Ziel unserer Partner ist", erklärte er. "Ich möchte nicht glauben, dass unsere amerikanischen Partner glauben, dass der Krieg schneller beendet werden könnte - auf Kosten der Ukraine. Aber danach sieht es aus."

Selenskyj klagte in beiden Interviews über die jüngsten Behinderungen der ukrainischen Kriegsführung gegen Russland durch die USA. In erster Linie sei die bisherige Nutzung des Starlink-Satellitennetzes eingeschränkt worden. "Das gibt den russischen Aggressoren weitere Unterstützung", sagte Selenskyj bei NBC. Die dadurch erfolgte Drosselung der Reichweite ukrainischer Gegenangriffe sehe er als beabsichtigt, als "Nachricht der US-Regierung".

Frühwarnungen funktionieren wieder

Die US-Regierung teile inzwischen aber wieder Aufklärungsergebnisse mit der Ukraine, sagte Selenskyj. "Das war eine Zeit lang geblockt." Allerdings seien in diesem Fall nur die Frühwarndaten für den Start ballistischer Raketen ausgefallen. Diese Überwachungsmöglichkeiten besitze nur das US-Militär. Der Informationsstopp aus Washington habe aber lediglich drei Tage in der vergangenen Woche betragen. "Inzwischen klappt das wieder."

Zu Kritik Trumps an seiner Person wollte sich Selenskyj nicht äußern. "Wir sind strategische Partner", sagte er. "Aber wir können nicht applaudieren, wenn sich jemand gegen die Ukraine wendet." Zu Trumps Äußerung, dass er besser mit Kremlchef Wladimir Putin als mit Selenskyj verhandeln könne, meinte der ukrainische Staatschef nur, dass Putin "ein Killer" sei. In seinen Augen sei es besser, "einen offenen und ehrlichen Partner zu haben, als einen Killer mit einem Lächeln im Gesicht". Er hoffe sehr, dass Trump seine Haltung gegenüber Putin bald ändere.

"Politik ist aber sehr aggressiv zu Zeiten von Wahlen", sagte er zu Bloomberg mit Blick auf die Midterm-Wahlen in den USA. Aber er rechne mit verbesserten Beziehungen zu Washington nach der Abstimmung. "Jetzt herrscht Agonie, aber nach den Wahlen geht das Leben weiter und ich glaube, es wird dann ruhiger."

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