«Tierquälerei für Klicks»: Deutsche Youtuber mieten Elefanten

Darum gehts
- Die deutschen Youtuber Semih Jackson und Jordan Almani mieteten für 3500 Euro eine Elefantendame für ein Video.
- Das Video entstand auf dem Elefantenhof Platschow in Mecklenburg-Vorpommern – nicht in einem Studio, wie im Stream suggeriert.
- Peta verurteilt die Aktion scharf; die Streamer weisen den Vorwurf der Tierquälerei zurück.
Ein Video der deutschen Streamer Semih Jackson und Jordan Almani sorgt im Netz für Ärger. In dem Clip ist ein Elefant in einem engen, dunklen Raum zu sehen. Die beiden Influencer tanzen und springen vor dem Tier herum, machen Musik und lassen es Kunststücke vorführen.
Viele Zuschauerinnen und Zuschauer reagierten entsetzt. In den Kommentaren wurde den Streamern vorgeworfen, das Tier für Content benutzt und gestresst zu haben. Auch mehrere Creator, die sich als Tierschützer sehen, reagierten mit eigenen Videos auf den Stream und erhoben schwere Vorwürfe.
Elefant stand nicht wirklich im Studio
Laut «Bild» entstand das Video nicht in einem normalen Studio, wie es im Stream offenbar dargestellt wurde. Gedreht wurde demnach auf dem Elefantenhof Platschow in Mecklenburg-Vorpommern. Der Raum sei dort extra nachgebaut worden. Hofbetreiber Sonni Frankello bestätigte gegenüber «Bild», dass es sich bei dem Tier um die 40-jährige Elefantendame Citta handelt.
Nach Angaben der Frankellos zahlten die Streamer 3500 Euro für den Auftritt. Ursprünglich hätten sie sogar gewollt, dass der Elefant nach Dortmund gebracht werde. Das seien rund 500 Kilometer gewesen – zu weit, sagte Frankello.
Tierschützer kritisieren Aktion
Auch die Darstellung, es handle sich nicht um einen Zirkus-Elefanten, ist laut «Bild» fragwürdig. Citta sei früher jahrelang in der Manege aufgetreten, unter anderem beim Zirkus Krone. Auf dem Elefantenhof würden die Tiere weiterhin Shows vorführen.
Die Tierschutzorganisation Peta verurteilte den Auftritt scharf. Elefanten würden nicht freiwillig tanzen, sagte Biologin Yvonne Würz gegenüber «Bild». Solche Kunststücke seien unnatürlich und würden den Tieren von klein auf und teilweise mit Gewalt antrainiert. Ein Creator nennt das Ganze «Tierquälerei für Klicks».
Besitzer spricht von «wilden» Streamern
Auch der Hofbetreiber räumte ein, dass sich die Influencer anders verhalten hätten als besprochen. «Sie waren wirklich etwas wild», sagte Sonni Frankello. Wenn er eine Gefahr gesehen hätte, hätte er allerdings eingegriffen.
Seine Tochter Jennifer sagte, die beiden seien vorab ausführlich belehrt worden. Während der Aufnahme habe sie einem der Influencer auch gezeigt, dass er ruhiger werden müsse.
Influencer weisen Vorwurf zurück
Semih Jackson und Jordan Almani veröffentlichten nach den Vorwürfen ein Statement in den sozialen Medien. Darin weisen sie den Vorwurf der Tierquälerei zurück. «Das Wohl des Tieres lag uns stets am Herzen», schreiben sie. Ihre Auftritte seien zwar verspielt, dahinter stecke aber Planung und Arbeit. Die Kommentarfunktion unter dem Statement wurde ausgeschaltet.
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Tierquälerei:
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Ammar Jusufi (amj), Jahrgang 2001, arbeitet seit November 2024 für 20 Minuten. Nach seinem Praktikum im Ressort Ostschweiz ist er nun Redakteur im Ressort People.
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