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Tuesday, September 15, 2026

+++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Drohne über Litauen abgeschossen, EU vertagt Sanktionen

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Nato-Kampfflugzeuge schießen eine Drohne im litauischen Luftraum ab. Derweil blockiert die Slowakei weiterhin eine Verlängerung der Russland-Sanktionen.

Kampfflugzeuge schießen Drohne über Litauen ab

Kampfflugzeuge der Nato haben über Litauen nach Regierungsangaben eine Drohne abgeschossen. Das unbemannte Flugobjekt sei kurz nach Mitternacht von italienischen Eurofightern vom Himmel geholt worden, teilte das Verteidigungsministerium in Vilnius mit. Die Behörden hatte die Bevölkerung mehrerer Regionen des baltischen EU- und Nato-Landes zuvor über eine mögliche Bedrohung aus der Luft alarmiert. Genauere Angaben zur Herkunft und Typ der abgeschossenen Drohne gab es zunächst nicht.

„Ich danke den Einsatzkräften der Allianz für ihre schnelle Reaktion“, schrieb Präsident Gitanas Nauseda auf der Plattform X. „Angesichts der zunehmenden Aggression Russlands gegen die Ukraine ist diese Bereitschaft für unsere Region von entscheidender Bedeutung. Gemeinsam mit unseren Nato-Verbündeten wird Litauen seinen Luftraum verteidigen.“ Es war Berichten zufolge das erste Mal, dass eine Drohne über Litauen abgeschossen wurde.

Nach Angaben des Leiters des nationalen Krisenmanagementzentrums, Vilmantas Vitkauskas, wurde die Drohne über einem ländlichen Gebiet nahe dem Dorf Pratkunai abgeschossen, das rund 50 Kilometer südöstlich der zweitgrößten Stadt Kaunas liegt. Nach ersten Erkenntnissen flog die Drohne wahrscheinlich vom Gebiet von Belarus nach Litauen ein, wie er im litauischen Rundfunk sagte. Informationen über Opfer oder Schäden gebe es bislang nicht. Im Abschussgebiet seien Trümmerteile einer Drohne gefunden worden, die nun untersucht werden.

Litauen grenzt an die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad sowie an Russlands Verbündeten Belarus. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine fühlt sich das Land in besonderem Maße bedroht. Litauens Militärgeheimdienst liegen nach Regierungsangaben Informationen vor, wonach Russland Angriffe auf kritische Infrastruktur in den baltischen Staaten erwägen könnte.

Die Bundeswehr baut derzeit eine deutsche Panzerbrigade in Litauen auf. Der gefechtsbereite und eigenständig handlungsfähige Kampfverband mit 4.800 Soldaten soll bis 2027 einsatzfähig sein. (dpa)

Erneuter EU-Streit wegen Russland-Sanktionen

In der EU gibt es derweil erneut Streit um Russland-Sanktionen. Wie ein Sprecher der derzeitigen irischen Ratspräsidentschaft mitteilte, konnten sich die Mitgliedstaaten nicht darauf einigen, an diesem Dienstag auslaufende Strafmaßnahmen gegen rund 3.000 Personen, Einrichtungen und Unternehmen wie ursprünglich geplant um zwölf Monate zu verlängern. Vereinbart werden konnte demnach nur eine Verlängerung um sieben Tage bis Mitternacht am 22. September. Bis dahin sollen nun weitere Gespräche über Streitfragen geführt werden.

Grund für die Querelen ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur insbesondere die Forderung der Slowakei, die EU-Sanktionen gegen den russischen Oligarchen Alischer Usmanow aufzuheben. Das Land droht demnach, die Verlängerung aller Strafmaßnahmen zu blockieren, wenn Usmanow nicht von der Liste genommen wird. Laut Diplomaten wurde die Slowakei dabei zuletzt auch von Frankreich unterstützt.

Die „Financial Times“ berichtete am Abend, Frankreichs Lobbyarbeit sei Teil eines Plans, in Aserbaidschan inhaftierte französische Staatsbürger freizubekommen. Die frühere Sowjetrepublik setzt sich schon länger selbst für die Streichung Usmanows von der EU-Liste ein. Die Regierung in Paris äußerte sich zunächst nicht zu den Gründen für ihre Positionierung.

Der slowakische Außenminister Juraj Blanar hatte bereits im Frühjahr bestätigt, dass die Slowakei den Oligarchen im Kampf gegen die EU-Sanktionen unterstützt. Nach einem damaligen Bericht von Radio Free Europe soll der slowakische Ministerpräsident Robert Fico einen Brief des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan weitergeleitet haben, in dem dieser sich für Usmanow einsetzte. Erdogan begründete dies demnach damit, dass sich Usmanow um eine stärkere Öffnung der turksprachigen Staaten gegenüber dem Westen verdient gemacht habe. Zu diesem Kreis zählt neben der Türkei auch Aserbaidschan.

Andere EU-Staaten wollten die von der Slowakei ausgehende Forderung bis zuletzt nicht unterstützen. Als Risiko gilt, dass die Aufhebung der Sanktionen gegen Usmanow anderen Russen Argumente für Klagen gegen Strafmaßnahmen geben könnte. (dpa)

Laut Klitschko wieder Tankstelle bei russischem Angriff auf Kyjiv getroffen

Russland hat erneut ‌die ukrainische Hauptstadt Kyjiv ‌mit Drohnen angegriffen und dabei wieder eine Tankstelle getroffen. Ein Mensch sei verletzt worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko am Dienstag auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Auch ein Lagerhaus sei getroffen worden. Den ukrainischen Behörden zufolge hat Russland zuletzt seine Angriffe auf Tankstellen ausgeweitet. Aus Russland meldeten die Behörden ihrerseits neue ukrainische Angriffe. In der südrussischen Hafenstadt Taganrog habe ein Raketenangriff unter anderem erneut eine Lagerhalle des Online-Händlers Ozon beschädigt. Zudem habe ein Drohnenangriff ‌eine Industrieanlage in der Region Samara an der Wolga getroffen. Um welche Anlage es sich handelte, wurde nicht genannt. In der Region befinden sich große Ölraffinerien.

Am Montag hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, dass die Ukraine und Russland sich darauf geeinigt hätten, gegenseitig keine Energieanlagen mehr zu attackieren. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte daraufhin, Kyjiv sei bereit, diesen US-Vorstoß zu unterstützen, wenn Washington garantieren könne, dass Russland tatsächlich zu einem Ende des Krieges bereit sei. Russland äußerte sich zunächst nicht dazu. (rtr)

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