Höhere finanzielle Schäden, weniger Drogendelikte
Innenminister Dobrindt stellt heute das Bundeslagebild zu Rauschgift vor. An der Pressekonferenz nimmt auch der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Streeck, teil.
15.09.2026 | 0:35 minEs ist ein großer Sprung, den das Bundeskriminalamt bei den festgestellten finanziellen Schäden durch organisierte Kriminalität in seinem aktuellen Lagebild verzeichnet. Von 1,6 Milliarden Euro im Vorjahr sind sie 2025 auf mehr als 2,7 Milliarden gestiegen.
Repräsentativ für die Zahl der Fälle scheint das allerdings nicht. Die Entwicklung geht vor allem auf ein einziges Verfahren zurück, wie sich aus den Lagebildern zu organisierter Kriminalität ergeben, die Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) an diesem Dienstag in Berlin vorgestellt hat.
Einer Gruppe wird vorgeworfen mithilfe eines Schneeballsystems Anleger weltweit geprellt und ein Geldwäschenetzwerk aufgebaut zu haben. Der Schaden allein in diesem Komplex wird auf mehr als eine Mrd. Euro geschätzt.
Organisiertes Verbrechen kostet die Gesellschaft jedes Jahr Milliarden. Die Bundesregierung hat nun einen Aktionsplan vorgestellt.
25.02.2026 | 1:43 minOrganisierte Kriminalität: Vor allem Drogen
Insgesamt verzeichnen die Sicherheitsbehörden in Deutschland im Bereich der organisierten Kriminalität zwar einen Anstieg der Ermittlungsverfahren. Diese liegen mit 683 allerdings nur leicht über dem Wert aus dem Vorjahr. Dobrindt kündigte bei der Vorstellung der Lagebilder zusätzliche Mittel für den Kampf gegen organisierte Kriminalität an. Besorgniserregende Entwicklungen sehen die Sicherheitsbehörden insbesondere bei Gewalt und Drogendelikten.
Das Hauptbetätigungsfeld für Gruppen organisierter Kriminalität liegt laut Sicherheitsbehörden weiterhin im Bereich der Rauschgiftkriminalität. Deren Gesamtentwicklung hat das BKA ebenfalls in einem separaten Lagebild vorgestellt.
Demnach ist die Zahl der Drogendelikte 2025 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken, was allerdings größtenteils auf die Teillegalisierung von Cannabis zurückzuführen ist.
Zwei Jahre nach der Cannabislegalisierung blieb der befürchtete Anstieg von Konsumenten aus. Vereinzelte Stimmen in der CDU lehnen die Teillegalisierung jedoch immer noch ab.
01.04.2026 | 0:18 min4,6 Prozent weniger Rauschgiftdelikte als noch 2024
Ohne Berücksichtigung von Cannabis verzeichneten die Behörden im vergangenen Jahr 122.082 Rauschgiftdelikte, 4.677 Delikte weniger als 2024. Ein Minus von 4,6 Prozent.
Während Straftaten im Zusammenhang mit Heroin gesunken sind, stiegen die Zahlen bei Kokain-Delikten. Insbesondere im Bereich Kokain gebe es eine Alarmstimmung, so Dobrindt.
Wir erleben eine Kokainflut in Deutschland.
Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister
Ebenfalls gestiegen waren Fälle sogenannter Neuer psychoaktiver Stoffe (NPS), also synthetische Stoffe, die neu entwickelt wurden, unter anderem, um Kontrollen zu umgehen.
Offene Drogenszenen gibt es in vielen Städten – insbesondere Crack treibt aufgrund seines hohen Suchtpotenzials viele in die Abhängigkeit. Köln und Düsseldorf wollen nun ein neues Konzept testen.
24.08.2026 | 1:46 minZahl der Drogentoten weiterhin hoch
Straftaten im Zusammenhang mit Cannabis verzeichneten zwar einen starken Rückgang. Die Zahl der illegalen Cannabis-Plantagen und auch die Menge an sichergestelltem Cannabis sind im vergangenen Jahr jedoch gestiegen.
Die Zahl der Drogentoten ist mit 2.150 registrierten Fällen annähernd gleich geblieben. Damit scheint sich die Zahl der Todesfälle laut Lagebild des BKA auf hohem Niveau stabilisiert zu haben. Mischkonsum, bei dem zwei oder mehr Substanzen festgestellt wurden, ist dabei weiterhin die häufigste Todesursache.
Drogentote 2025
ZDFheute Infografik
Ein Klick für den Datenschutz
Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Gewaltbereitschaft gestiegen
Das Bundeskriminalamt stellt zudem fest, dass bei Gruppen, die dem Bereich der organisierten Kriminalität zugerechnet werden, eine erhöhte Gewaltbereitschaft besteht, insbesondere zur Durchsetzung von Interessen und Machtansprüchen.
Dabei sei der Anteil der bewaffneten Tatverdächtigen im vergangenen Jahr gestiegen. Mittlerweile habe sich auch das neuere Phänomen "Violence-as-a-Service" etabliert, wonach Gewalttaten als Dienstleistung eingekauft werden.
Man beobachte eine neue Tätergeneration, die ihre Macht und Gewalttaten offen inszenieren würde, so Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamts bei der Vorstellung der Lagebilder.
Eine Gewalttat in Deutschland kann gezielt über digitale Kanäle angeboten, beauftragt und vermittelt werden.
Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamts
Nicht nur in Nordrhein-Westfalen bleibt Clankriminalität ein großes Problem. Teilweise sind die Zahlen rückläufig: Tumultlagen gehen zurück.
10.12.2025 | 1:43 minDobrindt: Kriminalität als Geschäftsmodell nimmt zu
Hierfür würden meist junge Erwachsene oder sogar Minderjährige rekrutiert, wobei die Hintermänner aus dem Ausland heraus agieren. Allgemein etabliere sich Kriminalität als professionelle "Dienstleistung", so der Bericht.
In jedem fünften Verfahren mit Bezug zu organisierter Kriminalität wurden solche Vorgehensweisen festgestellt. Dies gelte auch im Bereich Cybercrime und Geldwäsche.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.