Probleme auch südlich von Lyman?: Russische Propagandisten befürchten weitere Niederlage

Probleme auch südlich von Lyman?Russische Propagandisten befürchten weitere Niederlage
02.10.2026, 08:41 Uhr
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Die ukrainischen Truppen schaffen es, im Raum Lyman Gebiete von den russischen Invasoren zu befreien. Die Probleme der Kreml-Streitkräfte könnten dabei sogar noch größer sein als gedacht.
Nach den Erfolgen der ukrainischen Streitkräfte nördlich des Ortes Lyman sorgen sich russische Militärblogger um eine ebenfalls verschlechternde Situation im Süden. Unter anderem der reichweitenstarke russische Propaganda-Kanal Rybar - dessen Mitarbeiter laut Correctiv teilweise in Berlin wohnen - berichtet von einer sich verschlechternden Lage in Richtung Slowjansk. Auch das Institut für Kriegsstudien (ISW) greift die Einschätzung des von der EU sanktionierten Kanals auf.
So schreibt Rybar, dass es den Ukrainern gelungen sei, sich im Raum Dibrowa und Oserne festzusetzen. Beide Orte liegen südlich von Lyman. Dadurch habe sich die Situation für die russischen Einheiten im Raum Krywa Luka und Piskuniwka verschlechtert, so der russische Kanal. Die Ukrainer würden versuchen, diese Ortschaften anzugreifen.
Auch die Lage hinter dem Fluss Siwerskyj Donez soll sich für die Kreml-Einheiten verschlechtert haben. "Die Ukrainer greifen im Raum Jurkiwka, Malyniwka und Tichoniwka an, wo die russische Präsenz weiterhin sehr begrenzt ist", so Rybar. Gleichzeitig hätten die Russen Schwierigkeiten, ihre Stellungen zu verstärken, da sie beim Überqueren des Kanals auf Probleme stießen. Das ISW merkt an, dass der Fluss Siwerskyj Donez ein erhebliches Hindernis darstelle. Ob die Ukrainer ihn bereits überquert haben oder noch überqueren werden, sei unklar.
Die russischen Schwierigkeiten würden mit der zunehmenden ukrainischen Aktivität im Raum Lyman zusammenhängen, so Rybar. Kiews Streitkräfte verlegen dort zusätzliche Drohneneinheiten hin. Die Russen müssten ihre Logistik neu organisieren und das Tempo ihrer Offensive auf Slowjansk und Kramatorsk reduzieren, schreibt der Propaganda-Kanal. Beide Städte sind Teil des oft zitierten ukrainischen Festungsgürtels.
Das ISW teilt Berichte über die Einrichtung einer ukrainischen Stellung im Raum Slowjansk, die nach der Operation Vivaldi als Grundlage für künftige größere Operationen dienen könnte. Ein ukrainischer Stabschef der Drohnenstreitkräfte sagte demnach, dass es möglicherweise schon bald deutliche Veränderungen im Raum Slowjansk und weiteren Gebieten geben könnte.
Vivaldi durchkreuzt Russlands Pläne
Nördlich von Lyman haben die Ukrainer mit ihrer Vivaldi-Operation einen ihrer größten Erfolge in diesem Jahr verzeichnet. Laut Angaben des verantwortlichen 3. Armeekorps konnten dort insgesamt 176 Quadratkilometer von den russischen Invasoren befreit werden. Einige Analysten gehen sogar von noch mehr Territorium aus. Dass es auch südlich von Lyman für die Ukrainer vorangehen soll, könnte den beachtlichen Erfolg in dem Gebiet weiter ausweiten.
"Die Operation Vivaldi durchkreuzte die Pläne der russischen Militärführung, den sogenannten Festungsgürtel von den Räumen Lyman und Dobropillja aus weiträumig einzukesseln. Ukrainische Gegenangriffe bei Lyman werden wahrscheinlich weiterhin Folgewirkungen auf die russischen Vorstöße in Richtung Slowjansk haben", fasst das ISW zusammen.
Bislang nutzten Kiews Truppen die Schwächen der Russen optimal aus, sagt Oberst Markus Reisner ntv.de: "Mit der Operation Vivaldi haben die Ukrainer nun gezeigt, dass es trotz des gläsernen Gefechtsfelds und der Todeszone möglich ist, nachhaltig in die gegnerischen Linien einzubrechen."
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