Durchfahrten schon rückläufig: Schifffahrt in Bab al-Mandab gerät durch Huthi-Vormarsch weiter unter Druck

Durchfahrten schon rückläufigSchifffahrt in Bab al-Mandab gerät durch Huthi-Vormarsch weiter unter Druck
11.09.2026, 16:19 Uhr
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Eine für den Welthandel wichtige Meerenge wird seit Monaten durch die Huthi-Rebellen im Jemen bedroht. Die Schifffahrt ging zuletzt bereits zurück, doch jetzt haben die Kämpfer nach Gebietsgewinnen noch mehr Zugriff. Der Verband Deutscher Reeder warnt vor den Auswirkungen.
Mit dem Vormarsch der mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen nimmt nach Angaben des Datenanalyseunternehmens Kpler der Schiffsverkehr im Roten Meer leicht ab. Durchschnittlich 37 Schiffe passierten zuletzt demnach täglich die Meerenge Bab al-Mandab, im Vergleich zu knapp 47 Passagen Mitte Juli, wie aus Daten des Anbieters hervorgeht.
Während etwa am 15. Juli 52 Schiffe durch die Meerenge an der südwestlichen Spitze der arabischen Halbinsel fuhren, waren es entsprechend der Kpler-Daten am Donnerstag lediglich 37.
Der Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. Beide sind Teil einer Schifffahrtsroute, die vom Mittelmeer über den Suezkanal bis in den Indischen Ozean führt und somit den kürzesten Schifffahrtsweg zwischen Europa und Asien darstellt.
Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen kontrolliert mittlerweile die gesamte Westküste des Landes und hat darüber hinaus die auch unter dem Namen Perim bekannte strategisch wichtige Insel Mayyun erreicht. Damit haben die Huthi ihren Zugriff auf die Meerenge Bab al-Mandab, durch die eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt führt, deutlich erhöht. Nach Angaben des Verbands Deutscher Reeder (VDR) wächst damit die Bedrohung "erheblich". Für Schiffe, die die Meerenge weiterhin passierten, steige das Risiko, hieß es in einer Mitteilung. Die Huthi hatten in der Vergangenheit mehrfach Schiffe in der Region angegriffen.
Die infolge des Iran-Kriegs stark beeinträchtigte Straße von Hormus ist insbesondere für den Handel mit Öl und Flüssigerdgas wichtig, da sie den rohstoffreichen Persischen Golf mit dem Indischen Ozean verbindet. Der Bab al-Mandab hingegen ist für den gesamten Waren- und Rohstoffverkehr zwischen Europa und Asien von großer Bedeutung.
Auch auf der gegenüberliegenden Seite der arabischen Halbinsel, in der Straße von Hormus zwischen dem Oman und dem Iran, zeigen die Kpler-Daten, dass die Schifffahrt weiterhin unter Druck ist: Im 7-Tages-Mittel durchfuhren zuletzt 19 Schiffe täglich die Meerenge. Vor Ausbruch des Konflikts zwischen dem Iran und den USA waren es täglich über 100 Passagen.
Durch Drohungen und Angriffe hindert der Iran seit Ausbruch des Krieges Schiffe an der regulären Durchfahrt durch die Straße von Hormus. Die USA halten iranische Frachter von der Passage mit einer Seeblockade ab.
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