"Berühmt zu sein, ist furchtbar": Gina-Lisa Lohfink würde am liebsten alles rückgängig machen

"Berühmt zu sein, ist furchtbar"Gina-Lisa Lohfink würde am liebsten alles rückgängig machen
24.09.2026, 14:09 Uhr

Seit fast 20 Jahren steht Gina-Lisa Lohfink inzwischen in der Öffentlichkeit. Nicht nur ihre optische Verwandlung vollzog sie vor aller Augen, sondern auch ihre vielen Aufs und Abs. Die Bilanz zu ihrem jetzigen 40. Geburtstag fällt nicht allzu positiv aus.
Weder Gina-Lisa Lohfink noch ihre damalige Freundin Sarah Knappik haben seinerzeit die dritte Staffel von "Germany's next Topmodel" (GNTM) 2008 gewonnen. Trotzdem waren es vor allem die beiden, die im Nachhinein vom damaligen GNTM-Jahrgang in Erinnerung geblieben sind.
Zu verdanken hatten sie das nicht zuletzt dem Reality-TV. Knappiks Dschungelcamp-Teilnahme 2011 ist beispielsweise legendär. Und auch Lohfink hat eigentlich kaum ein entsprechendes Format ausgelassen - von "Die Alm" (2011) über ihren eigenen Dschungel-Ausflug (2017) bis hin zum Nackedei-Dating bei "Adam sucht Eva" (2018).
Mit dem Reality-TV einher gingen Rote-Teppich-Auftritte, Werbeengagements und viel beachtete Liebeleien - im Falle von Knappik etwa mit dem damaligen "Volle Kanne"-Moderator Ingo Nommsen, bei Lohfink zum Beispiel mit Sarah-Connor-Ex Marc Terenzi. Kurzum: Das Leben der beiden spielte sich seither weitgehend vor den Augen der Öffentlichkeit ab. So bekam natürlich auch jeder mit, wie sie sich optisch veränderten, wenn Knappik mal ein paar Kilo zulegte und Lohfink mal wieder beim Tätowierer oder dem plastischen Chirurgen vorbeigeschaut hatte.
"Ich habe jeden Tag Schmerzen"
Am Mittwoch nun hat Lohfink - zwei Wochen vor ihrer Kollegin - ihren 40. Geburtstag gefeiert. In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung zieht sie zu diesem Anlass eine Bilanz ihrer mittlerweile knapp 20 Jahre währenden Zeit im Rampenlicht - und die fällt alles andere als positiv aus.
"Ich war von heute auf morgen berühmt. Zack, die Bohne. Heute freue ich mich darüber gar nicht mehr. Ich finde es schlimm. Berühmt zu sein, ist furchtbar. Ich würde alles rückgängig machen, um nicht berühmt zu sein", klagt Lohfink in dem Gespräch. Jeden Tag verspüre sie Druck. "Die Leute schauen mich an, machen Bilder und Videos, wollen Fotos und Autogramme. Ich habe kein richtiges Leben mehr. Die Menschen erzählen alles über mich, aber keiner fragt: 'Gina, geht es dir gut? Ist alles okay?'"
Auch mit all den Operationen, die sie ihrem Körper zugemutet hat, hadert Lohfink. "Schaut mich an: Ich bin fast gestorben und mir war überhaupt nicht bewusst, was ich da mache", erklärt sie mit Blick auf die gesundheitlichen Folgen. "Ich habe jeden Tag Schmerzen. Jeden Tag muss ich mich darum kümmern. Eiter, Blut, Absonderungen. Das habe ich mir selbst angetan."
Mehrfach vergewaltigt
Eine Erklärung dafür, dass sie trotzdem "bis heute" nicht ganz davon wegkomme, sich unters Messer zu legen, seien ihre Erfahrungen mit sexueller Gewalt, offenbart Lohfink in dem "Bild"-Gespräch. Nachdem sie mehrfach vergewaltigt worden sei, sei ihre Optik auch ihr Schutz. "Wenn ich mich ansehe, ekle ich mich nicht mehr. Ich sehe nicht mehr die Person, die von diesen Männern vergewaltigt wurde", sagt sie. Was ihr angetan wurde, habe sie "gebrochen. Ich wäre heute anders, wenn das nicht passiert wäre."
Bekannt sind die Vorwürfe, die Lohfink 2012 gegen zwei Männer erhoben hatte, die sich beim Sex mit ihr gefilmt und das Video öffentlich verbreitet hatten. Lohfink beschuldigte die beiden, sie mit K.-o.-Tropfen betäubt und vergewaltigt zu haben. Vor Gericht wurde der Vorwurf der Vergewaltigung jedoch zurückgewiesen - und Lohfink stattdessen der falschen Verdächtigung schuldig gesprochen. Dies löste eine breite gesellschaftliche Debatte über den Umgang mit Opfern sexualisierter Gewalt aus und trug zu einer Reform des Sexualstrafrechts bei.
Lohfink lässt auch durchblicken, dass sie sich in der Vergangenheit ein ums andere Mal einsam gefühlt habe. "Manchmal hätte ich mir einen Menschen an meiner Seite gewünscht, der mich beschützt, mich warnt und für mich da ist. Das hatte ich nicht. Ich bin immer wieder in die Scheiße gelaufen", erklärt sie.
"Ich habe aus allem gelernt"
Den Blick nach hinten gerichtet, konstatiert Lohfink: "Ich bin sehr oft hingefallen, immer wieder aufgestanden, habe die Krone gerichtet und bin weitergegangen. Ich wünsche keinem Menschen das, was ich mit- und durchgemacht habe." Ihre Zukunft malt sie sich dagegen deutlich rosiger aus: "Die schönste Zeit fängt jetzt erst an. Ich bin stärker, krasser und besser denn je und habe aus allem gelernt."
Wenn sie einmal sterbe, wolle sie nicht, dass die Menschen bei ihr nur an ihre Skandale dächten. "Ich möchte, dass sie sagen: Gina war eine Kämpferin. Gina war ein Mensch, der etwas Gutes wollte."
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.