Bau eines Kampfjets wird geprüft: Merz will Rüstungskooperation mit Japan ausbauen

Bau eines Kampfjets wird geprüftMerz will Rüstungskooperation mit Japan ausbauen
28.10.2026, 14:21 Uhr

Nach langem Streit begraben Deutschland und Frankreich im Juni ihre Pläne zum Bau eines gemeinsamen Kampfjets. Nun wirbt Bundeskanzler Merz um Japan.
Deutschland will nach den Worten von Bundeskanzler Friedrich Merz die Rüstungskooperation mit Japan verstärken. Der CDU-Politiker nannte bei einer Pressekonferenz mit der japanischen Regierungschefin Sanae Takaichi in Tokio etwa "gemeinsame Entwicklungen für eine innovative Verteidigung der Zukunft". Beide Länder wollen Merz zufolge auch "ausloten, ob eine Zusammenarbeit im Kampfflugzeugbau möglich ist". Ein entsprechender Prüfauftrag sei "vorbereitet".
Deutschland und Frankreich hatten im Juni nach langen Streitigkeiten das Ende des FCAS-Projekts zum Bau eines gemeinsamen Kampfjets beschlossen, die Bundesregierung prüft Alternativen. Eine davon ist GCAP (Global Combat Air Programme) - ein geplanter neuer Tarnkappen-Bomber, an dem sich Japan, Großbritannien und Italien beteiligen. Großbritanniens Premierminister Andy Burnham hatte sich bei seinem Antrittsbesuch in Berlin Anfang Oktober offen für eine Beteiligung Deutschlands an GCAP gezeigt.
Merz schlug Japan in einer der Rede auch eine engere industrielle Zusammenarbeit vor sowie ein gemeinsames Auftreten auf Drittmärkten. Außerdem sollten beide Industrie- und Exportnationen bei der Künstlichen Intelligenz, sowie dem Abbau von Abhängigkeiten etwa bei kritischen Rohstoffen zusammenarbeiten.
Merz äußerte sich zudem besorgt über "zunehmende Spannungen" im Indopazifik. Dies gelte "in besonderer Weise" für die Straße von Taiwan. Es gelte das Gewaltverbot der Charta der Vereinten Nationen. "Es ist von größter Wichtigkeit, dass alle Seiten hier mit größter Umsicht handeln", betonte Merz. "Deutschland wird an seiner Ein-China-Politik festhalten, aber wie wir sie gestalten, das entscheiden wir."
Im Rahmen der sogenannten Ein-China-Politik erkennen die meisten Staaten der Welt lediglich China offiziell an. Gemäß seiner Ein-China-Politik betrachtet Peking Taiwan als abtrünnige Provinz, die wieder mit dem Festland vereinigt werden soll - notfalls mit militärischer Gewalt.
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