Pop mit Jodel: Maurus (24) und Lena (21) leben Tradition

Darum gehts
- Das erste Eidgenössische Jugendjodelfest vereinte rund 1000 junge Teilnehmende aus der ganzen Schweiz.
- Das Jodeln erlebt einen Aufschwung: «Jodeln ist wieder ‹in›», sagt Vizepräsident Mäni Schläppi.
- Jodler Maurus (24) betont: Auch Popsongs lassen sich mit Jodel-Elementen verbinden – die Tradition sei nicht altmodisch.
Rote Flaggen mit weissem Kreuz schmückten den wolkenlosen Himmel, und auf der Dorfstrasse in Grindelwald im Kanton Bern präsentierten sich Hunderte Trachten in den unterschiedlichsten Farben. Dies aus einem ganz bestimmten Grund.
Im Rahmen des ersten Eidgenössischen Jugendjodelfests reisten rund 1000 Kinder und Jugendliche aus der ganzen Schweiz nach Grindelwald, um ihr Hobby unter Beweis zu stellen. Doch es wurde nicht nur gejodelt, sondern auch Schweizer Fahnen geschwungen und Alphorn geblasen.
«Traditionell, aber nicht altmodisch»
Vor Ort trifft die 20-Minuten-Reporterin auf Ronja (22), Maurus (24) und Lena (21) – sie sind alle begeisterte Jodlerinnen und Jodler. Jodeln sei zwar traditionell, doch nicht altmodisch: «Man könnte auch einen Popsong nehmen und einzelne Jodel anbauen», sagt Maurus. «Das würde dem Lied einen schweizerischen ‹Touch› verleihen», fügt Lena hinzu.
Pascale (9), Linda (8) und Jael (9) jodeln schon seit klein auf. «Wir hörten Jodler-CDs und unsere Eltern ermutigten uns, es selbst auszuprobieren», erzählen die Mädchen. Ihr junges Alter spiele dabei keine Rolle: «Wenn wir gross sind, können wir besser jodeln als jene, die erst später damit angefangen haben.»
So kannst auch du Jodeln lernen
Maurus versuchte, der 20-Minuten-Reporterin das Jodeln beizubringen. Er erklärt die Basics: «Es gibt die Brust- und die Kopfstimme.» Erstere ist tiefer, letztere höher.
Jodeln ist der bewusste und hörbare Wechsel dieser beiden Stimmen. «Das nennt sich Kehlkopfschlag», so Maurus. Gute Jodler können diesen Wechsel sehr schnell, erklärt er. «Aber das ist Übungssache.»
Zwischen Prada-Brille und Alphornklängen
Jonas (19) spielt Alphorn – und dies schon seit zehn Jahren. «Teils sind meine Freunde überrascht, andere finden es cool», sagt der Jugendliche, der mit einer Prada-Brille neben seinem Alphorn steht.
Für ihn ist dieses Musizieren «etwas Normales». Aber: «Trotzdem ist es einzigartig – nicht viele in meinem Alter pflegen dieses Hobby.»
Wie stehst du zu Schweizer Traditionen wie Jodeln oder Alphorn?
«Jodeln ist wieder in»
Mäni Schläppi (65), Vizepräsident des Festes, ist mit der Umsetzung dieser Premiere zufrieden: «Es ist schön, Jodel und Applaus von allen Ecken zu hören», sagt er. Er sei positiv überrascht, wie viele Junge diese Tradition weiterführen. «Das Jodeln ist wieder in, das freut mich.»
Dennoch gab es bei der Planung einige Hindernisse: «Grindelwald ist ein Tourismusort – die Dorfstrasse zu sperren und alle umliegenden Hotels zu informieren, war herausfordernd», so der Vize-Präsident. Neben den Tagestouristen sind laut Schläppi rund 15'000 Gäste, verteilt über die drei Festtage, angereist.
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Fabienne Gnos (fgn), Jahrgang 2002, arbeitet seit Februar 2026 bei 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im Ressort Bern.
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