"Desinformationskampagne": FIFA schießt gegen UEFA
Der Machtkampf im internationalen Fußball spitzt sich zu. Der Weltverband FIFA wirft in einer neuen Stellungnahme der europäischen Fußball-Union UEFA "Schikane", die "Verbreitung von Falschinformationen" und versuchte Einflussnahme vor der Präsidentschaftswahl vor.
In dem 26-seitigen Dokument, welches an ein Bundesgericht in Florida ging, ist von "zahlreichen falschen oder irreführenden Aussagen" über die FIFA und ihren Präsidenten Gianni Infantino die Rede.
Der Weltverband versucht damit, einen UEFA-Antrag auf Herausgabe von Beweismitteln zu verhindern. Die Europäer wollen Dokumente sichern im Zusammenhang mit den am Ende gescheiterten Investorenplänen von Infantino, Anteile an der Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen.
FIFA-Präsident Gianni Infantino galt als unangreifbar. Doch ein gescheitertes Milliardenprojekt ohne frühe Einbindung wichtiger Gremien entfacht einen Machtkampf, der ihn das Amt kosten könnte.
17.09.2026 | 11:40 minFIFA: UEFA-Vorgehen "mit der Absicht der Schikane"
Die UEFA hatte ein entsprechendes Gesuch an die US-Justiz gestellt. Europas Dachverband strebt ein strafrechtliches Verfahren an und will Beweise sichern lassen, die vor Schweizer Gerichten gegen Infantino vorgebracht werden können.
Das Verhalten der UEFA beweist, dass ihr Antrag in böser Absicht und mit der Absicht der Schikane gestellt wurde.
Auszug aus einem Schreiben der FIFA-Anwälte
Das UEFA-Schriftstück enthalte zahlreiche falsche und irreführende Aussagen. "Ohne jegliche Grundlage" unterstelle die UEFA zudem, dass Infantino versucht habe, sich persönlich zu bereichern.
Einen Sturm der Entrüstung hatte Gianni Infantino für seinen Investoren-Plan ausgelöst. Nun zieht der FIFA-Präsident die Notbremse und gibt sein Vorhaben auf.
01.08.2026 | 1:08 minAuch der Zeitpunkt der juristischen Auseinandersetzung vor der FIFA-Präsidentenwahl im März 2027 sei kein Zufall, argumentiert der Weltverband. Es seien "Fehlinformationen über Herrn Infantino verbreitet" worden. "Dieses Gericht sollte jeden Versuch, die FIFA-Präsidentschaftswahl auf dieser Grundlage zu beeinflussen, zurückweisen."
Infantino will bei Präsidiumswahl wieder antreten
Infantino beharrt darauf, nicht gegen geltendes Recht verstoßen zu haben. Der 56-Jährige war unter anderem wegen der WM-Investorenpläne im Sommer massiv unter Druck geraten, auch sein Führungsstil ist von Teilen der Fußball-Welt scharf kritisiert worden.
Die UEFA will den FIFA-Präsidenten Gianni Infantino verklagen. Wegen des WM-Investorendeals bereitet sie ein Strafverfahren wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung vor.
27.08.2026 | 0:22 minEr hatte darauf zuletzt reagiert und seinen Gegnern erstmals Gespräche über mögliche Reformen in der FIFA angeboten. In einem Brief an alle sechs Präsidenten der Kontinentalverbände hat er zudem Bereitschaft signalisiert, weitere Gelder aus den FIFA-Reserven an die Mitgliedsverbände auszuschütten.
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Auch kündigte der 56-Jährige eine unabhängige externe Überprüfung der FIFA-Governance sowie Konsultationen über eine Stärkung der Entscheidungsprozesse an, einschließlich der Rolle des Präsidenten.
Der Schweizer machte gleichzeitig klar, dass er die FIFA weiter anführen will. Von einem Verzicht auf eine Kandidatur für eine vierte Amtszeit ist nicht die Rede. Diesen fordern seine Kritiker um UEFA-Präsident Aleksander Ceferin.
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Quelle: dpa, SID
Das ZDF berichtete am 17. September um 21 Uhr in der Sendung "frontal" über das Thema.
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