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Thursday, October 1, 2026

Lamtto RC32 im Test: Carplay, Android Auto und Streaming-Apps nachrüsten

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Carplay und Android Auto einfach nachrüsten: Das Lamtto RC32 hat einen großen 11-Zoll-Bildschirm und sogar den Google Play Store an Bord.

Am einfachsten rüstet man Carplay oder Android Auto in einem älteren Auto mit einem mobilen Display nach. Man befestigt es wie früher ein Navi im Cockpit und verbindet es mit dem Smartphone. Den Ton überträgt das Display per Bluetooth, AUX-Kabel oder FM-Transmitter.

Das Lamtto RC32 hat einen großen Breitbildschirm mit 11 Zoll Diagonale und bietet noch mehr: Es läuft mit Android und hat den Google Play Store an Bord. Damit lassen sich die meisten Android-Apps nutzen. Im Auto kann das aber heikel sein, denn während der Fahrt sind Video-Apps tabu. In der Pause auf dem Parkplatz sorgen sie dagegen für Unterhaltung. Wie sich das Gerät schlägt und worauf man achten sollte, zeigt der Test.

Hinweis: Wer fährt, darf auf dem Display keine Videos ansehen. Auch bei fest montierten Geräten erlaubt § 23 Abs. 1a StVO nur eine kurze, der Verkehrslage angepasste Blickzuwendung. Fahrer dürfen Videos erst schauen, wenn das Auto steht und der Motor vollständig ausgeschaltet ist. Start-Stopp-Automatik und ein bloß ruhender Elektroantrieb zählen nicht. Bei einem Verstoß drohen im Regelfall 100 Euro Bußgeld und ein Punkt.

Display

Mit 11 Zoll Diagonale gehört das Lamtto RC32 zu den besonders großen Carplay-Displays. Optisch ähnelt es anderen Modellen von Lamtto und der Konkurrenz. Weil der Bildschirm sehr breit ist, passen zwei Apps gut nebeneinander darauf, etwa Google Maps und Spotify. Das Kunststoffgehäuse ist schlicht, aber sauber verarbeitet. Es hat keine groben Spalten und keine scharfen Kanten.

Das Display löst mit 1920 × 720 Pixeln auf und arbeitet mit 60 Hz. Für Carplay und Android Auto reicht das für eine ausreichend scharfe Darstellung aus. Das Bild ist gut, die Blickwinkel sind stabil. Leider spiegelt der Bildschirm stark. Das tun aber alle Geräte dieser Art, die wir bisher getestet haben. Für Filme ist die Auflösung etwas niedrig. Einzelne Pixel sind dann sichtbar.

Die Helligkeit regelt sich nicht automatisch. Man muss sie je nach Tageszeit und Wetter von Hand anpassen. Das geht aber schnell: Eine runde Schaltfläche schwebt über der Anzeige und öffnet ein Menü. Dort tippt man auf das Sonnensymbol und stellt die Helligkeit per Schieberegler ein. Bei Sonnenschein bleibt das Display meist gut ablesbar. Schwierig wird es erst, wenn die Sonne direkt auf den Bildschirm scheint, etwa im Cabrio oder unter offenem Schiebedach. Selbst dann erkennt man noch genug.

Auf der Rückseite sitzen die vier üblichen Aufnahmen für die Klebe- oder Saugnapfhalterung. Dazu kommen ein 3,5-mm-Klinkenausgang für AUX und ein Videoeingang für die mitgelieferte Rückfahrkamera. Die Kamera wird per Kabel angeschlossen. Das macht den Einbau aufwendig, deshalb sollte ihn eine Werkstatt übernehmen. Wir haben bewusst darauf verzichtet.

Lamtto RC32: Bilder aus dem Test

Lamtto RC32

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Lamtto RC32

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Montage

Zur Befestigung auf dem Armaturenbrett liegen zwei Halterungen bei: eine zum Ankleben und eine mit Saugnapf. Die Saugnapfhalterung hat den Vorteil, dass man sie leichter wieder abnehmen kann. Zudem lässt sich das Display per Teleskoparm so positionieren, dass es das Sichtfeld weniger stört. Allerdings hält der Saugnapf auf den meisten Armaturenbrettern nicht besonders gut und löst sich vor allem bei hohen Temperaturen schnell. Alternativ lässt er sich an der Windschutzscheibe befestigen. Dort hält er besser, aber auch nicht absolut zuverlässig. Außerdem kann der relativ große Monitor dort das Sichtfeld stark einschränken.

Die Klebehalterung kennen wir bereits von vielen anderen Modellen. Wer schon eine besitzt, kann sie weiterverwenden. Die Halterung ist universell einsetzbar und hält das Gerät mit vier Krallen. Sie hält deutlich besser als der Saugnapf. In unserem Testfahrzeug, einem Opel Adam, ragt der große Monitor allerdings leicht ins Sichtfeld. Die Lösung eignet sich daher eher für SUVs, Minivans oder andere größere Autos.

Den Strom bekommt der Monitor über das mitgelieferte USB-C-Netzteil, das in die 12-Volt-Buchse des Autos gesteckt wird. Wer den Ton per AUX überträgt, verbindet Monitor und Autoradio zusätzlich mit einem Klinkenkabel.

Einrichtung

Wenn das Gerät montiert und das Netzteil in die 12-Volt-Buchse gesteckt ist, schaltet man die Zündung ein. Beim ersten Start benötigt das System rund 15 bis 30 Sekunden zum Hochfahren. Danach erscheint der Startbildschirm mit Symbolen für Apps wie Netflix und Tiktok, für Carplay und Android Auto sowie für die Einstellungen.

Das System basiert auf Android 15 und läuft recht flüssig. Eine eigene Mobilfunkverbindung hat das Display nicht. Um ins Internet zu kommen, benötigt man deshalb einen WLAN-Hotspot vom Smartphone. Dann funktionieren auch die vorinstallierten Streaming-Apps. Weitere Apps lädt man aus dem Google Play Store, der vollständig verfügbar ist.

Für Carplay oder Android Auto koppelt man das Smartphone zunächst per Bluetooth mit dem Display. Danach baut sich eine WLAN-Verbindung auf. Beim ersten Mal dauert das etwas länger. Im zweiwöchigen Test klappte die Verbindung danach fast immer reibungslos. Nur einmal wollte sich das Smartphone nicht im Android-Auto-Modus mit dem Lamtto verbinden. Geholfen hat, das Handy kurz in den Flugmodus zu schalten und dann neu zu verbinden.

Für die Tonübertragung gibt es vier Möglichkeiten:

  • AUX-Kabel: Dafür benötigt das Autoradio einen AUX-Eingang. Der Klang ist gut, im Opel Adam traten aber Knackgeräusche auf. Dagegen hilft ein Entstörfilter für wenige Euro. Ein Nachteil bleibt, dass man über die Tasten am Lenkrad man nicht zum nächsten Titel springen kann.
  • Bluetooth: Das ist die beste Option. Das Lamtto RC32 beherrscht Dual-Bluetooth. Man koppelt das Display also wie ein zusätzliches Smartphone mit dem Autoradio. Die Verbindung zwischen Radio und Display steht danach meist schneller als die zwischen Smartphone und Display.
  • FM-Transmitter: Er eignet sich für ältere Autos ohne AUX oder Bluetooth. Man stellt am Display eine Frequenz ein und sucht diese dann im Radio. Das Display sendet den Ton dann per Funk an das Radio. Das kann anfälliger für Störungen sein, vor allem wenn ein Radiosender dieselbe Frequenz nutzt.
  • Speaker: nur eine Notlösung, denn sie klingen furchtbar und sind viel zu leise.

AUX, Bluetooth und FM-Transmitter haben im Test zuverlässig funktioniert.

Weitere Funktionen

Das Besondere am Lamtto RC32 ist der volle Zugriff auf Android-Apps. Weil der Google Play Store komplett verfügbar ist, wird das Display zum Tablet im Auto. Das hat Vorteile: Man kann beliebige Navi-Apps installieren und Karten offline herunterladen. So funktioniert die Navigation auch ohne Hotspot. Platz dafür bieten 64 GB Speicher. Es gibt zudem einen Slot für eine microSD-Karte, die aber nicht zum Lieferumfang gehört.

Vorinstalliert sind auch Streaming-Apps wie Netflix und Tiktok. Carplay erlaubt Video-Apps nur im Stand und nur bei unterstützten Fahrzeugen, Android Auto verzichtet komplett darauf. Apple und Google beschränken sich auf Apps, die sich mit einem kurzen Blick bedienen lassen – etwa für Navigation, Musik oder Podcasts. Videos lenken dagegen den Fahrer ab, denn wer einen Film schaut, schaut nicht auf die Straße.

Streaming-Apps sind deshalb nur etwas für die Pause, etwa an der Raststätte oder an der Ladesäule. Hierzu muss man die Zündung aktiveren, aber man darf nicht den Motor laufen lassen. Das verlangt auch die Straßenverkehrsordnung: Als Fahrer darf man solche Geräte nur nutzen, wenn das Auto steht und der Motor aus ist. Wenn die Start-Stopp-Automatik den Motor an der Ampel abschaltet, zählt das nicht. Wer trotzdem während der Fahrt Videos schaut, riskiert mindestens 100 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg. Wer im Stand länger schaut, sollte außerdem an die Autobatterie denken.

Das Display hat ein eigenes GPS. So funktioniert Google Maps mit Offline-Karten auch ohne Smartphone. Der Hersteller bietet zudem OTA-Updates an. Nach der Aktivierung stand bereits eines bereit. Dafür benötigt man einen WLAN-Hotspot, wie beim Streaming. Die mitgelieferte Full-HD-Rückfahrkamera ist ein nützliches extra, aber das Kabel muss durchs ganze Auto geführt werden. Wir haben sie deshalb nicht getestet.

Preis

Direkt beim Hersteller kostet der Bildschirm 219 Euro. Mit dem Code heise20 gibt es 20 Prozent Rabatt, womit der Preis auf rund 175 Euro sinkt.

Fazit

Das Lamtto RC32 bringt Carplay und Android Auto in ältere Autos. Sein großer Bildschirm zeigt ein gutes Bild, das System läuft flüssig und lädt Updates per OTA. Im Test arbeitete das Display bis auf wenige Ausnahmen zuverlässig. Den Ton überträgt es per Bluetooth, AUX und FM-Transmitter gleichermaßen gut. Nur die Helligkeit muss man von Hand regeln.

Den Unterschied macht der Play Store. Er verwandelt das Display in der Pause in eine Unterhaltungszentrale, etwa auf dem Parkplatz. Das verlangt aber Vernunft: Während der Fahrt sollten Streaming-Apps immer ausbleiben.

In kleinen Autos ragt der große Bildschirm ins Sichtfeld. Dann greift man besser zur Saugnapfhalterung, auch wenn die Klebehalterung fester sitzt. Wer das Infotainment in seinem älteren Auto modernisieren und in der Pause auch mal streamen will, trifft mit dem Lamtto RC32 eine gute Wahl.

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