Runter von der Insel: Tour de France 2027 auf neuen Wegen
Frische Berge, mehr Spaß für Sprinter: Die Strecke der Tour de France 2027, die am Donnerstag in Paris vorgestellt wird, verspricht das gewohnte Spektakel - aber in kreativer Form.

Am Donnerstag wird n Paris die Strecke der Tour de France 2027 enthüllt. picture alliance / BELGA
Kein Alpe d'Huez, kein Ventoux, dafür neue Berge, mehr gute Sprinter-Tage und der nördlichste "Grand Depart" in der Geschichte der Tour de France: Am Donnerstag wird im Pariser Kongresspalast die Strecke enthüllt, auf der Tadej Pogacar seinen historischen sechsten Tour-Sieg feiern und Florian Lipowitz aufs Podest zurückkehren will. Einige Highlights des am 5. Juli in Edinburgh beginnenden Spektakels sind schon bekannt, anderes ist wie üblich durchgesickert - die Tour 2027 wird jedenfalls außergewöhnlich.
"Das dürfte sehr inspirierend werden. Wer das sieht, kann gar nicht anders, als selbst aufs Rad zu steigen", sagte Tour-Chef Christian Prudhomme über den dritten Auftakt einer Frankreich-Rundfahrt in Großbritannien. Wie die Tour von der Insel in die Alpen, Pyrenäen und schließlich nach Paris kommen wird, war für Tüftler um Streckenchef Thierry Govenou eine immense Bastelarbeit. Und wie die in der Regel bestens informierten lokalen Quellen in Frankreich melden, führte die Bastelei zu kreativen Ergebnissen.
Fix sind die ersten drei Etappen. Zum Auftakt geht es von Edinburgh ins englische Carlisle, am Folgetag nach Liverpool, am dritten Tag weiter ins walisische Cardiff - drei lange Etappen mit insgesamt 630 km und vielen fiesen Anstiegen.
Fest steht auch: Bereits am vierten Tag steht der erste Ruhetag (5. Juli) an, danach geht es in Frankreich weiter. Sicher scheint, dass dies in der Normandie der Fall sein wird (Cherbourg/6. Juli). Von dort geht es eher flach weiter durch den Norden Frankreichs in Richtung Osten, ehe am 9. Juli mit einem Einzelzeitfahren nach Blois bei Orleans das erste große Favoriten-Kräftemessen ansteht.
Erstes Bergspektakel kommt erst spät
Erst am folgenden Sonntag (11. Juli) und damit ungewohnt spät wartet auf der neunten Etappe das erste Bergspektakel, Zielort soll der Grand Colombier im Jura sein, wo zuletzt 2023 Jonas Vingegaard auf dem Weg zu seinem zweiten Toursieg einige Sekunden gegenüber Pogacar verlor.
Woche zwei steht dann zunächst im Zeichen der Alpen, diesmal ohne das Huez-Spektakel. Stattdessen führt die zehnte Etappe (13. Juli) wohl nach Sallanches, wo wenig später das brutal schwere WM-Straßenrennen stattfindet. Es wird ein Alpen-Kurzbesuch - die einzige Bergankunft steigt wohl am kommenden Tag in Les Saisies, die Skistation feiert ihre Tour-Premiere.
Ab in die Pyrenäen - und zum Flugfeld von Mende
Von dort geht es stramm südwestwärts Richtung Pyrenäen, auf dem Weg dahin wartet erstmals seit 2022 die kleine, verflixt schwere Bergankunft auf dem Flugfeld von Mende (17. Juli), womöglich ein zweites Zeitfahren (19. Juli/Toulouse?) sowie weitere Chancen für die diesmal wieder besser berücksichtigten Sprinter. Die Pyrenäen selbst bieten zwei schwere Etappen, die erste (22. Juli) könnte zum Col de Portet führen, die zweite am drittletzten Tour-Tag nach Laruns.
Die vorletzte Etappe wird wohl keine Bergetappe, sondern ein Überführungspart Richtung Paris, wo dann traditionell am 25. Juli das Finale steigt. Das, so zeichnete sich ab, wird diesmal ohne den Montmartre, sondern wieder als reine Sprintetappe ausgetragen. Ob es wirklich so kommt - bis Donnerstag bleibt es ein Restgeheimnis.
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