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Saturday, October 3, 2026

"Das, was ihnen Geld bringt": Ukraine will Angriffe auf russische Ölraffinerien verstärken

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"Das, was ihnen Geld bringt"Ukraine will Angriffe auf russische Ölraffinerien verstärken

03.10.2026, 21:44 Uhr

Präsident Selenskyj wirft Moskau vor, die Bevölkerung mit Angriffen auf Energieversorgung und Infrastruktur aus den Städten vertreiben zu wollen. Die Ukraine macht sich ebenfalls die russische Energieversorgung zum Ziel. An rasche Friedensgespräche glaubt der Präsident nicht.

Die Ukraine will nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj ihre Angriffe auf Ölraffinerien in Russland verstärken. Dies sei eine Reaktion auf eine neue russische Taktik, Einwohner Kiews und anderer Städte zur Flucht zu bewegen, sagte Selenskyj der Nachrichtenagentur Reuters. "Auf ihre Angriffe auf unsere Energie müssen wir auf ihre Energie reagieren", sagte Selenskyj. "Vor allem auf Ölraffinerien: Das ist es, was ihnen Geld für diesen Krieg bringt."

Selenskyj erklärte, ukrainischen Geheimdiensten lägen Dokumente über eine "neue Doktrin" von Russlands Präsident Wladimir Putin vor. "Wir haben Dokumente gesehen und wir wissen, dass sie Angriffe auf Infrastruktur erlauben (...) Straßen, Schulen, Krankenhäuser, um die Menschen unter Druck zu setzen, die Hauptstadt und andere Städte zu verlassen", sagte Selenskyj.

Zuletzt hatte Russland erstmals die Brücken über den Fluss Dnipro in Kiew angegriffen. Das russische Außenministerium hat Ausländer aufgefordert, Kiew zu verlassen. Vertreter der Ukraine haben erklärt, Russland habe Hunderte ballistische Raketen gelagert, um im kommenden Winter gezielt die ukrainische Strom- und Wasserversorgung anzugreifen. Selenskyj erklärte, die Ukraine werde im Gegensatz zu Russland keine zivilen Ziele angreifen. Russland bestreitet ebenfalls, zivile Ziele ins Visier zu nehmen.

Selenskyj sagte, Putin wolle durch eine Ausweitung der Angriffe auf zivile Ziele Stärke demonstrieren, da seine Truppen an der Front Boden verlören. Die Ukraine hingegen verzeichne dort Erfolge. Bei der Gegenoffensive "Vivaldi" seien 140 Quadratkilometer im Donbass zurückerobert worden. Gegen schnelle russische Drohnen setze man Kampfflugzeuge ein, für die jedoch zunehmend 20-Millimeter-Munition fehle. Zudem dränge er auf die rasche Fertigstellung der heimischen Rakete FP-9, die nach Herstellerangaben Moskau erreichen kann. "Und die FP-9 wird in diesem Herbst fertig sein, da bin ich mir sicher."

Mit einer raschen Wiederaufnahme von Friedensgesprächen rechnet Selenskyj nach eigenen Angaben nicht. Denn es gebe keine Anzeichen dafür, dass Putin daran interessiert sei. Die US-Regierung von Präsident Donald Trump bemüht sich um eine Beendigung des Kriegs. Trump hatte die Ukraine aufgefordert, russische Ölanlagen zu verschonen, da von auf dem Weltmarkt steigenden Dieselpreisen mittelbar auch die USA betroffen sind. Selenskyj warnte die USA davor, die Beziehungen zu Russland vorzeitig zu normalisieren. Eine Wiederaufnahme diplomatischer und wirtschaftlicher Beziehungen müsse im Gegenzug für Frieden erfolgen, sagte er: "Denn Frieden ist wichtiger als jede Art von Wirtschaft."

Die Finanzierung der eigenen Verteidigung sei gesichert, sagte Selenskyj. Die Ukraine habe mit europäischen Partnern einen Plan erarbeitet, um eine Lücke im Rüstungsetat von 27 Milliarden Dollar für dieses Jahr zu schließen. Dies beinhalte Haushaltsumschichtungen, bilaterale Hilfen sowie Mittel aus dem für das kommende Jahr vorgesehenen Teil eines Darlehens der Europäischen Union über 90 Milliarden Euro.

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