Aufstrebende Leichtathletin – Was macht Sprinterin Fabienne Hoenke so schnell?

2023 hat sie SRF als Nachwuchshoffnung bezeichnet. Unterdessen ist Fabienne Hoenke einen Schritt weiter: In diesem Jahr schaffte sie den internationalen Durchbruch.
Bei den Europameisterschaften in Birmingham (GB) holte sie in der Vier-Mal-100-Meter-Staffel Silber. Bei Weltklasse Zürich sicherte sie sich den Schweizer Heimsieg über 200 Meter. Ein Kindheitstraum, sagt sie.
«Aufsteigerin», «Jungtalent», «Topleistung», «stark», «ultraschnell» – diverse Medien verwenden immer wieder Superlative, um die Leistungen von Fabienne Hoenke zu beschreiben.
SRF trifft Hoenke Anfang September im Aarauer Telliquartier, wo sie jeweils trainiert. Im Hintergrund wird der Rasen gemäht, Berufsschüler und Kantischülerinnen absolvieren ihren Sportunterricht.
Dass ein Leichtathletiktalent hier trainiert, bekommen die wenigsten mit. Hoenke passt das so: «Schliesslich brauche ich bloss ein paar Bahnen, das reicht.» Die Geräuschkulisse störe sie nicht: «Abwechslung ist der Schlüssel zum Erfolg. Es darf nicht immer nur Sport, Sport, Sport sein», sagt die 22-Jährige.
Schnelle Beine und Konzentration
Dass sie in Birmingham im 200-Meter-Final den vierten Rang geholt und das Podest verpasst hat, ärgert sie etwas. Trotzdem sei sie «megastolz» auf diese Leistung. Es ist ihre drittbeste Zeit, die sie dort gelaufen ist. «Eine Erfahrung mehr.»
Dass es dann aber die Silbermedaille in der Staffel gab und den Sieg beim Weltklasse Zürich, das freut sie umso mehr. «Das bedeutet mir sehr viel.»
Fabienne Hoenke mit 22 und 8 Jahren im Letzigrund
Warum aber ist die Fricktalerin so schnell? Es habe vor allem mit ihrer mentalen Stärke zu tun, glaubt Fabienne Hoenke: «Ich habe es geschafft, locker zu bleiben, mich nicht zu verkrampfen. Diese Saison ist unglaublich.» Sie arbeitet mit einer Mentaltrainerin zusammen. Es gebe immer Momente, in denen es nicht laufe. «Es ist mir bewusst, dass es nicht immer so weitergehen kann.»
Ihre Schnelligkeit besitzt Hoenke seit der Kindheit. «Schon als kleines Kind», erzählte ihre Mutter 2019 in der Neuen Fricktaler Zeitung, «ist Fabienne immer herumgerannt, sodass mich alle fragten, was ich dem Kind bloss zu essen gebe.»
Ein ganz normaler Mensch
Fabienne Hoenke bezeichnet sich selbst als «ungeduldig», «etwas faul», «gemütlich unterwegs» und «immer etwas knapp dran», wenn sie auf den Zug müsse. Sie sei neben dem Sportplatz ein ganz normaler Mensch.
Im Training aber gibt sie Gas. Derzeit setzt Hoenke auch auf Krafttraining. «Damit liegt sicher noch etwas drin, auf den ersten hundert Metern. Da sind mein Trainer und ich überzeugt davon.»
Für Fabienne Hoenke beginnt abseits der Sprintbahn bald ein neues Kapitel. Sie startet ein Psychologiestudium an der Universität Bern. Der Sport bleibe ihr Beruf, das Studium werde zum Hobby. «Psychologie interessiert mich. Ich will vielleicht nicht unbedingt im Sport arbeiten», sagt die Aargauerin.
Ihre sportlichen Ziele seien klar: Sie möchte gesund bleiben und 2028 an den Olympischen Spielen in Los Angeles teilnehmen. Bis dahin wird trainiert – auch in Aarau, neben Rasenmäher, Berufsschülerinnen und Kantischülern.
Regionaljournal Aargau Solothurn, 7.9.2026, 17:30 Uhr ; buec;minb;fise;brus
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