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Saturday, October 17, 2026

Indien: Opposition geht gegen Wahlkommission vor

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In Indien wurde der Gründer der "Kakerlaken"-Protestbewegung, Abhijeet Dipke, festgenommen. Bereits seit Monaten demonstrieren dort junge Menschen gegen die Regierung von Premierminister Modi.

17.10.2026 | 1:31 min

Indiens Opposition wirft der nationalen Wahlkommission vor, bei ihrer Überarbeitung der Wählerlisten Namen von Personen gestrichen zu haben, die wahlberechtigt sind. Rund 130 Millionen Namen wurden gestrichen. Für viele unvorstellbar in einem Land, das Premierminister Narendra Modi liebevoll die "Mutter der Demokratie" nennt.

Die seit Wochen anhaltenden Proteste im Land erhöhen den Druck gegen die Regierung. Neben einem breiten Oppositionsbündnis treiben vor allem junge Bewegungen die Proteste voran. Eine prominente Rolle nimmt hierbei die "Kakerlaken-Partei" (CJP) ein - eine satirisch benannte und regierungskritische Gruppe. Sie hatte sich im Frühjahr gegründet, nachdem ein Richter demonstrierende Jugendliche als "Kakerlaken" beschimpft hatte.

Opposition zieht vor Oberstes Gericht

Am vergangenen Wochenende eskalierte die Lage in Neu-Delhi, als Polizei und paramilitärische Kräfte mit einem massiven Aufgebot eine Großdemonstration verhindern wollten und mehr als 2.000 Menschen vorübergehend festnahmen. Nach den Massenprotesten auf der Straße hat sich der Streit inzwischen auf die juristische Ebene verlagert.

Rahul Gandhi, Chef der oppositionellen Kongresspartei, und weitere Vertreter des Bündnisses India-Alliance zogen am Montag mit Unterstützern in Neu-Delhi im "March for Democracy" zum Obersten Gerichtshof und reichten eine gemeinsame Petition ein.

Das Bündnis aus mehr als 20 Parteien steht in seiner politischen Ausrichtung in scharfem Kontrast zur hindu-nationalistischen Regierungspolitik von Modis regierender Partei BJP. In der Petition fordern sie unter anderem die Überprüfung der Streichungen aus den Wählerlisten. Der Oberste Gerichtshof nahm die Petition an und forderte die Wahlkommission auf, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.

Es geht ihnen um Gerechtigkeit: Anhänger der Kakerlaken-Partei fordern in Indien bessere Chancen für junge Erwachsene und politische Reformen. Ein Protest mit Aussicht auf Erfolg? ZDFheute live.

25.07.2026 | 14:05 min

Opposition: Muslime besonders oft von Wählerlisten entfernt

Wahlkommission und Regierung betonen, die Bereinigung diene lediglich dazu, fehlerhafte Einträge zu korrigieren - etwa durch das Streichen von Verstorbenen, Weggezogenen oder doppelten Registrierungen.

Die Opposition wirft den Behörden hingegen gezielte Wahlmanipulation vor. Vor allem regierungskritische Wähler seien von den Listen gestrichen worden. Besonders häufig treffe es Muslime. Mutmaßliche Unterstützer von Premierminister Narendra Modi seien dagegen auf den Listen verblieben oder neu registriert worden.

Tausende Menschen haben in Indiens Hauptstadt gegen Premierminister Modi protestiert. Sie forderten seinen Rücktritt und den des Bildungsministers Pradhan. Auslöser sind Vorwürfe von Korruption.

20.07.2026 | 0:20 min

Festnahmen nach Fahnenschwenken

Die Behörden griffen zu weiteren Maßnahmen und ließen den zentralen Protestort "Jantar Mantar" in Delhi für weitere Versammlungen zeitweise sperren. Dennoch drangen am Dienstag 14 Anhänger der Kakerlaken-Partei (CJP) dort ein, schwenkten die indische Nationalflagge und riefen patriotische Parolen.

Alle Beteiligten wurden von der Polizei abgeführt. Die meisten von ihnen kamen nach kurzer Zeit wieder frei. Gegen die beiden CJP-Sprecher Saurav Das und Ashutosh Ranka wurde allerdings ein Verfahren eingeleitet. Beide kamen in Untersuchungshaft.

"Kakerlaken"-Gründer nach erneuter Festnahme wieder frei

Nachdem CJP-Gründer Dipke am vergangenen Wochenende bereits kurzzeitig in Gewahrsam genommen worden war, wurde er am Freitag vor einer geplanten Demonstration in Delhi erneut festgenommen. Am Samstagnachmittag wurde er wieder freigelassen.

Vor seiner Festnahme hatte er dazu aufgerufen, sich mit den beiden festgenommenen CJP-Sprechern Das und Ranka zu solidarisieren: Unter dem Motto "Lehra do Tiranga" ("Lasst die Trikolore wehen") sollten Unterstützer im Central Park zusammenkommen. "Die indische Flagge zu schwenken ist kein Verbrechen. Wir müssen das diesem Diktator klarmachen", sagte Dipke. Gemeint ist Premierminister Modi.

Abhijeet Dipke, Gründer der "Kakerlaken"-Protstbewegung bei einer Pressekonferenz in Neu Delhi, Indien an 15.10.2026.

"Die indische Flagge zu schwenken ist kein Verbrechen. Wir müssen das diesem Diktator klarmachen", sagt Abhijeet Dipke, Gründer der "Kakerlaken"-Protestbewegung. (Archivbild)

Quelle: epa | RAJAT GUPTA

Die Behörden reagierten schnell und verkündeten umgehend weitere Einschränkungen: Der Central Park, geplanter Protestort, wurde zeitweise geschlossen und Versammlungsbeschränkungen für das umliegende Geschäftsviertel und angrenzende Straßen angeordnet. Nur einer kleinen ausgewählten Gruppe wurde von den Behörden in Aussicht gestellt, Flaggen zu schwenken - an einem festgelegten Ort, wie es hieß.

Trotz Dipkes Festnahme versammelten sich am Freitag in der Hauptstadt Hunderte Menschen zum Fahnenschwenken, und um gegen den Leiter der nationalen Wahlkommission zu protestieren.

Premierminister Modi unter Druck

Der Konflikt dürfte die indische Politik auch noch in den kommenden Wochen beschäftigen. Für den 1. November hat das Bündnis INDIA die nächste Großdemonstration in Delhi angekündigt. Für Premierminister Narendra Modi und seine Regierung wächst der politische Druck.

Mit einem Festakt in der Hauptstadt Neu-Delhi feiert Indien 80 Jahre Unabhängigkeit von der britischen Kolonialherrschaft. Premierminister Modi rief in seiner Rede zu mehr Zusammenhalt auf.

15.08.2026 | 0:18 min

Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "'Kakerlaken'-Bewegung: Gründer festgenommen" am 17.10.2026 um 11:55 Uhr.

View the original on ZDF heute →

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