Von der Leyen will Alarmmechanismus für Angriff auf die EU
Die Rede von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in voller Länge.
16.09.2026 | 78:15 minEU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will einen von der Nato unabhängigen Alarmmechanismus für Sicherheitskrisen unterhalb der Schwelle eines bewaffneten Angriffs schaffen. In Straßburg sagte die deutsche Spitzenpolitikerin:
Wir brauchen einen Mechanismus analog zum Artikel 4 des Nato-Vertrags.
Ursula von der Leyen
In ihrer jährlichen Rede zur Lage der Union im Europaparlament erklärte von der Leyen, der Artikel-4-Mechanismus solle vorsehen, dass alle Mitgliedstaaten zusammenkommen, wenn ein Mitgliedstaat ihn auslöse. Gemeinsam solle dann eine europäische Antwort koordiniert werden, um gegen eine weitere Eskalation abzuschrecken und die Auswirkungen abzumildern.
Einmal im Jahr benennt die EU-Kommissionspräsidentin in der Rede zur Lage der Union die Herausforderungen der EU - nach Vorbild der USA.
16.09.2026 | 2:32 minKanada soll enger an die EU rücken
Von der Leyen will außerdem Kanada den Weg zu einer assoziierten Mitgliedschaft in der Europäischen Union ebnen. Das Land könnte damit das erste assoziierte Mitglied der EU werden. Den Vorschlag richtete sie während der Rede an den anwesenden kanadischen Ministerpräsidenten Mark Carney. Dieser wurde von den Abgeordneten des Europaparlaments mit Beifall empfangen. Am Donnerstag soll er vor dem Parlament sprechen.
Im Handelskonflikt mit Kanada haben die USA nun Einfuhrverbote für bestimmte Produkte angekündigt.
09.09.2026 | 1:31 minSocial-Media-Verbot und bei KI "Gang zurückzuschalten"
Von der Leyen will Onlineplattformen wie Instagram, Snapchat und Tiktok für Kinder unter 13 Jahren verbieten. "Keine sozialen Netzwerke unter 13 Jahren, kein eigenes Nutzerkonto unter 15 Jahren", forderte sie. 13- und 14-Jährige sollen Profile mit eingeschränkten Funktionen und begrenzter Nutzungszeit am Tag nutzen können, "die von Eltern eingerichtet und beaufsichtigt werden."
Hinsichtlich aktueller Befürchtungen um möglicherweise gefährliche Entwicklungen bei Künstlicher Intelligenz will von der Leyen mit den führenden KI-Entwicklern darüber beraten, wie sie ihre Entwicklung der Technologie verlangsamen können. Sie werde die Unternehmen "zu einer Diskussion darüber einladen, wie wir die laufenden Bemühungen der Industrie unterstützen können, einen Gang zurückzuschalten". Zugleich müsse die EU ihre eigene KI-Entwicklung vorantreiben.
Ihr Themen-Portfolio bei der Rede zur Lage der Union war groß: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Quelle: epa | RONALD WITTEKVon der Leyen spricht auch über Hitze-Anpassung
Nach den Hitzerekorden und Waldbränden in diesem Sommer hat Von der Leyen den Klimawandel als einen der "Wendepunkte unserer Zeit" bezeichnet. "Europa kann, muss und wird bei seinen Klimazielen Kurs halten", versprach von der Leyen. Zudem werde die Kommission einen "europäischen Plan für Hitzewellen vorstellen", sagte sie.
Von der Leyen forderte "bessere Frühwarnsysteme und bessere Krisenvorsorge im Gesundheitswesen". Europa müsse den Klimawandel eindämmen und sich gleichzeitig anpassen, betonte sie.
Dieser Sommer darf sich nicht wiederholen.
Ursula von der Leyen
Bei ihrer Rede zur Lage der EU wird Kommissionspräsidentin von der Leyen vor allem auf "Einigkeit und Solidarität" pochen, so ZDF-Korrespondent Andreas Stamm in Straßburg.
16.09.2026 | 1:13 minUmdenken bei Abhängigkeit von China gefordert
Um unabhängiger von China zu werden, will die EU-Kommissionspräsidentin eine Europäische Gesellschaft für kritische Rohstoffe gründen.
Wir müssen dringend zukaufen und Reserven anlegen. Das kann kein Land allein schaffen. Also müssen wir umdenken.
Ursula von der Leyen
Ziel sei, das Benötigte zu beschaffen und Bestände anzulegen, etwa für E-Autos, Chips und Batterien, Clean-Tech und Verteidigung. Dabei gehe es sowohl um die Zukunft der Industrie als auch Europas Unabhängigkeit und Sicherheit. Derzeit sei die EU bei vielen kritischen Rohstoffen zu mehr als 80 Prozent abhängig von China, bei einigen seltenen Erden zu 90 Prozent.
Quelle: AFP, dpa, AP
Über dieses Thema berichtete phoenix vor ort am 16.09.2026 ab 08:30.
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