Talarico gelingt die Sensation: Demokrat erobert Senatssitz in Republikaner-Hochburg Texas

Talarico gelingt die SensationDemokrat erobert Senatssitz in Republikaner-Hochburg Texas
04.11.2026, 04:36 Uhr
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Texas ist traditionell eine Hochburg der Republikaner. Doch die blaue Welle der Demokraten macht bei den Midterms auch vor dem südlichen Bundesstaat nicht halt. James Talarico wird der erste demokratische US-Senator aus Texas seit mehr als drei Jahrzehnten.
Der Demokrat James Talarico hat laut übereinstimmenden Prognosen die Senatswahl in Texas gegen den Republikaner Ken Paxton gewonnen. Talarico wird demnach der erste demokratische US-Senator aus Texas seit mehr als drei Jahrzehnten. Er war bisher Abgeordneter des texanischen Repräsentantenhauses.
Der Sieg von Talarico ist der erste Erfolg eines Demokraten in Texas seit 1994. Der skandalumwitterte unterlegene republikanische Generalstaatsanwalt Paxton hatte den bisherigen Senator John Cornyn in den Vorwahlen verdrängt.
Der scheidende Cornyn gratulierte Talarico schon früh am Wahlabend auf X: "Die Wähler haben entschieden, und ich möchte James Talarico zu seiner Wahl in den US-Senat gratulieren." Er freue sich darauf, den Demokraten kennenzulernen "und ihm bei seinem Amtsantritt unterstützend zur Seite zu stehen, während er sich darauf vorbereitet, die Menschen in Texas im US-Senat zu vertreten".
Der Sieg des 37-jährigen Talarico gegen den 63-jährigen Paxton ist auch für Trump persönlich eine Niederlage. Er hatte sich in der parteiinternen Vorwahl der Republikaner für Paxton ausgesprochen, der damals gegen den langjährigen Amtsinhaber Cornyn angetreten war und als umstrittener Politiker gilt.
US-Medien charakterisieren Paxton häufig mit dem Begriff "skandalgebeutelt". Als Generalstaatsanwalt des Bundesstaats musste er sich unter anderem einem Amtsenthebungsverfahren wegen Vorwürfen von Korruption und Amtsmissbrauch stellen. Im vergangenen Jahr verließ ihn zudem seine Frau, die ihm Untreue vorwarf - für einen Politiker kann so etwas nicht nur im konservativ geprägten Bundesstaat Texas zum Problem werden.
Wie sehr Trump und seine Republikaner in dem südlichen Bundesstaat um ihren Senatssitz bangten, zeigte sich auch daran, dass der US-Präsident dort auf seiner Wahlkampftour gleich mehrfach stoppte. "Stimmt für Ken. Bringt ihn da rein", forderte er seine Anhänger etwa bei einer Wahlkampfveranstaltung in San Antonio Anfang Oktober auf. "Das ist so wichtig. Es ist entscheidend." Zuvor hatten die Republikaner im September bereits ihren ersten großen Parteitag vor Zwischenwahlen überhaupt im texanischen Dallas veranstaltet.
Auch der für seine rechten politischen Ansichten bekannte Tech-Milliardär Elon Musk versuchte, das Rennen in Texas, wo seine Unternehmen und er selbst inzwischen zuhause sind, zu beeinflussen: Er machte mehr als 150 Millionen Dollar locker, die in den Wahlkampf von Paxton flossen. Auf seiner Online-Plattform X machte Musk zudem ordentlich Stimmung gegen Talarico.
Demokrat: Bezahlbarkeit und Nächstenliebe
Der junge Demokrat wusste das in seinem Wahlkampf für sich zu nutzen: "Elon Musk versucht, diesen Senatssitz in Texas zu kaufen", rief er seinen Anhängern wenige Tage vor der Senatswahl in Houston zu. Er wolle seinen persönlichen US-Senator, aber man werde ihm zeigen: "Texas steht nicht zum Verkauf".
Talarico gab sich im Wahlkampf als Politiker, der in Washington für ein bezahlbares Leben kämpfen wird - und gegen Korruption. Seinen Kontrahenten Paxton stellte er dabei als Inbegriff eines korrupten Systems dar. "Ken Paxton verkörpert alles, was in unserer Politik falsch läuft", sagte er. "Bei dieser Wahl geht es darum, ob ihr einen Senator wollt, der dafür sorgt, dass ihr mehr Geld in der Tasche habt, oder einen, der sich selbst bereichert."
Der 37-Jährige arbeitete früher als Lehrer in Texas und wurde 2018 erstmals ins Repräsentantenhaus des Bundesstaats gewählt. Im Wahlkampf machte Talarico auch seinen christlichen Glauben immer wieder zum Thema. Er setzte auf eine Botschaft der Nächstenliebe und porträtierte Texas als einen Bundesstaat, dessen Stärke in seiner kulturellen Vielfalt liege.
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