Schülerproteste: Frankreich will kurzfristig 3.000 Vertretungslehrer einsetzen
Reaktion auf Schülerproteste Frankreich verspricht Tausende Vertretungslehrer
Stand: 09.10.2026 • 00:08 Uhr
Nach anhaltenden Schulprotesten will Frankreich kurzfristig mehr als 3.000 Vertretungslehrer organisieren. Eine Software solle dabei die Schulen anzeigen, die sich in einer problematischen Situation befänden, so Bildungsminister Geffray.
Erneut sind in Frankreich Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um für bessere Bedingungen an Schulen zu demonstrieren. Als Reaktion auf die anhaltenden Proteste hat die Regierung nun den kurzfristigen Einsatz von über 3.000 Vertretungslehrern angekündigt.
Ein Aktionsplan von Bildungsminister Édouard Geffray sehe die Verwendung der zusätzlichen Lehrer an den 114 Gymnasien vor, wo der Lehrermangel am drängendsten sei, teilte Premierminister Sébastien Lecornu mit. Wie der Bildungsminister in den Abendnachrichten des Senders TF1 sagte, sollten die zusätzlichen Lehrkräfte zwischen diesem Freitag und kommendem Dienstag ihre Arbeit antreten.
Mehr Geld bereitgestellt?
Lecornu kündigte außerdem an, die Einstellung von mehreren Hundert zusätzlichen Mitarbeitern solle ermöglichen, den Bedarf an den Schulen zu decken. Nach den Herbstferien sollten mehr kurzfristige Vertretungen durch bereits an den Schulen tätige Lehrkräfte möglich werden.
Der Premier stellte auch zusätzliches Geld in Aussicht. Die Regierung werde Änderungsanträge zum Haushalt 2027 einbringen, um bestimmte Vorschläge der Gymnasiasten in konkrete Maßnahmen umzusetzen, insbesondere im Bereich der Vertretungslehrer.
Regierung geht erstmals auf junge Leute zu
Mit ihren Ankündigungen geht die Regierung erstmals konkret auf die Forderungen der Schüler ein, die seit knapp zwei Wochen für eine bessere Ausstattung der Gymnasien, mehr Vertretungslehrer und Investitionen in das Bildungswesen demonstrieren. Dem Protest haben sich inzwischen auch Studierende angeschlossen.
Allein in Paris waren nach Angaben des Innenministeriums am Donnerstag 24.500 Menschen auf die Straßen gegangen, landesweit waren es demnach mehr als 71.500. Zumeist seien die Demonstrationszüge sowie die Blockaden friedlich verlaufen. Dennoch kam es im Zuge von Protestaktionen zu 504 Festnahmen, 48 Polizisten wurden verletzt. Empörung gibt es über die rabiaten Polizeieinsätze gegen die zumeist minderjährigen Demonstranten. Das Innenministerium berichtete über zunehmende Ausschreitungen am Rande der friedlichen Demonstrationen.
Ob die Ankündigung der Regierung ausreichen wird, um die Proteste zu beenden, ist fraglich. Die Schüler und Studierenden fordern weiterhin deutlich höhere Ausgaben für Bildung, die Abschaffung der zentralen und aus ihrer Sicht intransparenten Studienplatzvergabe sowie eine bessere Ausstattung der Schulen.
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