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Thursday, October 22, 2026

Klapprad-E-Bike Brompton G-Line Electric im Test: Heckmotor & 20-Zoll-Räder

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Das G-Line Electric ist Bromptons erstes Klapprad-E-Bike mit 20-Zoll-Rädern, Heckmotor und hydraulischen Scheibenbremsen. So fährt es sich im Alltag.

Der britische Klapprad-Spezialist Brompton baute jahrzehntelang konsequent nur Falter mit „klassischen“ kleinen und schmalen 16-Zoll-Rädern. Erst 2024 entschieden sich die Londoner, mit der G-Line ein neues Konzept aufzulegen – und hier ist einiges anders als bisher bei Brompton üblich: breite 20-Zoll-Laufräder, ein größerer Rahmen, hydraulische Scheibenbremsen und drei Größen.

An der Elektro-Version der G-Line ist der Akku in der Fronttasche untergebracht – eine schlaue Idee, die mehrere Vorteile hat (mehr dazu unter „Ausstattung“). Als Antrieb dient der Hecknaben-Motor M107 des Herstellers Ananda, den Brompton per Software angepasst hat. Die Viergang-Kettenschaltung wurde von den Briten speziell für die G-Line Electric entwickelt.

Auspacken und Aufbau

Das Rad kommt weitgehend fertig montiert und nahezu fahrbereit aus dem Karton: herausheben, aufklappen, Pedale anschrauben, Sattelhöhe einstellen, Akku montieren. Selbst handwerklich Unbegabte schaffen das in maximal 15 Minuten – vom Öffnen des Kartons bis zum Losfahren, inklusive Luftdruck-, Brems- und Verbindungskontrolle.

Die Verarbeitung entspricht dem Premium-Anspruch des Traditions-Herstellers: Der handgelötete Stahlrahmen sowie alle Gelenke und Verschlüsse sind hochwertig und solide, der Falt-Mechanismus ist ohne Spiel und klapperfrei.

Brompton G Line Bilder

Brompton G Line

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Brompton G Line

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Die im Karton beiliegende, gedruckte Dokumentation ist gut verständlich. Anschaulicher sind jedoch die (per QR-Code im Netz zugänglichen) Quickstart-Anleitung und die Support-Videos, sie erklären Faltvorgang, Akku, Bedienung und Grundeinstellungen.

Die aktuelle Version der G-Line Electric wiegt je nach Ausstattung inklusive Akku rund 18,5 bis 19,5 kg; unser Test-Modell kam auf 19,3 kg; ohne Akku liegt das Gewicht bei 16,3 kg. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt 130 kg, womit bei etwa 19 kg Radgewicht knapp 111 kg für Fahrer und Gepäck verbleiben – ein ordentlicher Wert. Das Brompton C-Line Electric (Testbericht) mit 16-Zoll-Rädern ist nur für Fahrer bis 105 kg freigegeben.

Falten und Ausstattung

Am Falt-Prinzip hat Brompton auch in der 20-Zoll-Version wenig geändert: Hinterrad nach unten schwenken, Rahmen am Hauptgelenk falten, Lenker herunterklappen, Sattel absenken und Pedale einklappen. Mit etwas Übung schafft man das unter einer halben Minute. Gefaltet misst das Elektro-G-Line dann 72 × 67 × 41 cm. Damit bleibt es kompakt, ist aber deutlich größer als das Brompton C-Line Electric mit 58 × 62 × 33 cm.

Im gefalteten Zustand lässt sich das Rad auf den kleinen Rollen des „Roller Frame“ genannten Gepäckträgers ähnlich wie ein Trolley bewegen. Das ist wichtig, denn knapp 20 kg möchte man nicht auf längeren Strecken tragen. Für Treppen hilft das Abnehmen des Akkus: Dadurch fallen gut 3 kg weg, die Akku-Tasche hängt man sich dann um.

Der Akku sitzt wie erwähnt in der Fronttasche. Das hat drei Vorteile: Er lässt sich in Sekunden abnehmen, separat laden und beim Rad-Tragen in der Tasche transportieren. In der Tasche ist außerdem Platz für weiteres Gepäck, etwa für das kompakte Ladegerät, das man so unterwegs immer dabeihat. Die elektrische Verbindung zum Motor erfolgt beim Einklicken des Akkus automatisch.

Brompton G Line

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Das Rad wird in drei Größen angeboten, für Körpergrößen von 1,50 bis 2 Meter. Laut Brompton ist Größe S für 152 bis 168 cm ausgelegt, M für 168 bis 183 cm und L für 183 bis 200 cm. Ein wenig schummeln die Briten hier, denn der Hauptrahmen ist immer der gleiche, lediglich Vorbau und Sattelstütze werden angepasst. Diese Größenwahl ist bei Falträdern selten und für sehr kleine und sehr große Menschen ein echter Vorteil. Allerdings bieten auch andere Hersteller wie Vello oder Tern als Option unterschiedlich lange Sattelstützen an.

Fahren

Hier liegt die größte Stärke des G-Line Electric, vor allem im Vergleich zu den „klassischen“ 16-Zoll-Bromptons. Bereits auf den ersten Metern merkt man, wie grundlegend sich das größere Modell verändert hat: Es rollt ruhig und sicher, mit präziser Lenkung und hoher Kurven-Stabilität. Die 20-Zoll-Laufräder, die längere Geometrie und der breitere Lenker beseitigen einen großen Teil der Nervosität, die typisch ist für die 16-Zoll-Falter.

Auf Asphalt fährt sich das G-Line fast wie ein „ausgewachsenes“ E-Bike, der Geradeauslauf ist deutlich besser als beim kleinen Brompton, ohne dass die typische Wendigkeit verloren geht. Die 55 mm breiten Reifen filtern Kopfsteinpflaster, Kanaldeckel und kleinere Kanten überraschend wirksam weg. Auch auf Waldwegen und Schotter funktionieren die 20-Zöller prima.

Die breiten Reifen erlauben es, den Luftdruck an den Untergrund anzupassen: Auf Asphalt läuft das G-Line mit 3,5 bar am leichtesten. Auf ruppigen Wegen senken wir den Druck je nach Fahrergewicht auf etwa 2 bar, das dämpft spürbar besser und bringt mehr Grip.

Der Motor sitzt in der Hinterrad-Nabe – ein großer Fortschritt gegenüber den ersten elektrischen Bromptons mit Front-Motor. Gewicht und Antriebskraft liegen nun hinten, das Rad ist so beim Beschleunigen neutraler und hat auf losem Untergrund und in Anstiegen deutlich mehr Traktion. Zudem arbeitet der neue Antrieb wesentlich sanfter und besser ausbalanciert als bei den alten E-Bromptons.

Brompton G Line

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Ein Drehmoment- und Trittfrequenz-Sensor im Tretlager richtet die Motorleistung danach aus, wie kräftig man in die Pedale tritt. Das sorgt für eine wesentlich natürlichere Unterstützung als bei einfachen Bewegungs-Sensoren. Der „e-Motiq“ genannte Antrieb bietet drei Unterstützungsstufen.

Das Drehmoment des Motors liegt laut Ananda bei 40 Newtonmetern (Nm) – auf dem Papier relativ wenig, vor allem verglichen mit Mittelmotoren von Bosch oder Shimano mit 75 bis 85 Nm. In der Praxis hat der kleine Heckmotor den Vorteil, dass er die Kraft direkt aufs Hinterrad und damit auf die Straße bringt, ohne Übertragungsverluste durch Kette oder Riemen. Auf flachen Strecken und moderaten Steigungen zieht er richtig gut; ab etwa sieben Prozent Steigung verliert er jedoch deutlich an Tempo, auch mit der höchsten Unterstützung. Bei rund zehn Prozent waren kaum mehr als etwa 15 km/h möglich.

Die Viergang-Kettenschaltung kann da nicht wirklich unterstützen, sie bietet nur rund 163 Prozent Übersetzungsbandbreite. Mit 11, 13, 15 und 18 Zähnen ergibt das eine Entfaltung von etwa 4,5 bis 7,4 Metern. Das reicht für hügelige Umgebungen, für längere und/oder steilere Anstiege ist die Gang-Spreizung zu begrenzt. Die „Bio“-G-Line hat mit der Shimano-Alfine-Achtgang-Nabe 307 Prozent Bandbreite; bei der E-Version ist diese Lösung wegen des Heckmotors nicht möglich. Die Schaltung selbst arbeitet zuverlässig, präzise und unkompliziert.

Bei ausgeschaltetem Motor ist das Rad überraschend flott, man kann problemlos um 25 km/h fahren. Man merkt zwar die knapp 20 kg Gewicht, aber der Motor erzeugt keinen störenden Widerstand. Das ist im Alltag wichtig, etwa wenn man längere, flache Passagen ohne Unterstützung fahren will oder der Akku leer ist.

Bei den Bremsen gehen die Londoner Bike-Bauer ebenfalls neue Wege: Das G-Line Electric ist das erste Brompton mit hydraulischen Scheibenbremsen. Die von uns getestete Ausführung verwendet Tektro-Bremsen mit 160-mm-Scheiben vorn und hinten, mit kräftiger, gut dosierbarer Bremsleistung, auch bei Nässe.

Brompton G Line

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Akku und Reichweite

Der Akku in der Fronttasche hat 345 Wh, für laut Brompton bis zu 90 km Reichweite – ein Idealwert unter optimalen Bedingungen. In der Praxis erreichten wir im Test in hügeliger Umgebung auf Unterstützungsstufe zwei rund 50 km. Je nach Gelände und Unterstützung sind 30 bis 70 km möglich. Im gemischten Alltagsbetrieb ist eine Reichweite von etwa 40 bis 60 km realistisch, je nach Fahrergewicht, Strecke, Unterstützungsstufe und Temperatur.

Unsere Erfahrungen: Mit viel Stufe eins und auf eher flacher Strecke sind über 60 km drin. Ist es bergig, kalt und mit hoher Unterstützung können es auch weniger als 40 km werden.

Für eine volle Ladung nennt Brompton je nach Quelle vier oder fünf Stunden. Im Test dauerte es von 1 auf 100 Prozent knapp fünf Stunden.

Display und Licht

Über den Lenker-Controller lässt sich die Unterstützungsstufe steuern, ohne die Hand vom Griff zu nehmen. Das kleine Display am Lenker zeigt Geschwindigkeit, Akku-Stand, Unterstützungsmodus und Restreichweite an. Seine Helligkeit lässt sich einstellen, in der Sonne dreht man sie hoch. Da das Display klein und eher matt ist, spielen Spiegelungen kaum eine Rolle. Ein Knopf am Display aktiviert die Schiebehilfe, die am Berg auch als Anfahrhilfe dient. Einen USB-Anschluss hat das G-Line nicht. Die optionale, kostenlose App Brompton Electric hat weitere Fahrdaten und die dynamisch nach dem aktuellen Verbrauch berechnete Restreichweite parat. Das System lernt laut Brompton aus den vergangenen Fahrten und verbessert dadurch seine Reichweiten-Prognosen.

In Sachen Beleuchtung finden sich an der aktuellen deutschen Version vorn ein LED-Licht (Lezyne E115) mit ordentlichen 115 Lux und 310 Lumen, hinten ein Busch & Müller Toplight 2C. Beide sind StVZO-konform und werden aus dem Akku gespeist. Brompton stattet die deutsche Ausführung außerdem mit der vorgeschriebenen mechanischen Klingel aus, nicht mit einer elektrischen Hupe wie etwa das Engwe L20 3.0 Pro (Testbericht).

Auch die in Deutschland vorgeschriebenen Reflektoren gehören zur straßentauglichen Ausstattung: ein weißer Front-Reflektor, ein roter Rückstrahler, Pedal-Reflektoren und an den Laufrädern seitliche Reflex-Elemente beziehungsweise -Streifen.

Preis

Brompton selbst verlangt für das G-Line Electric 4299 Euro. Im Handel gibt es das Rad ab 3599 Euro (ebike-24.de).

Fazit

Mit der G-Line Electric hat Brompton sein bewährtes Konzept konsequent weiterentwickelt: Das Klapprad-E-Bike behält den cleveren Falt-Mechanismus und die hochwertige Verarbeitung, fährt sich auf den neuen, breiten 20-Zoll-Laufrädern aber wesentlich ruhiger, komfortabler und „erwachsener“ als die traditionellen 16-Zoll-Modelle.

Vor allem auf längeren Stadtstrecken, Kopfsteinpflaster und Schotterwegen machen die 55 mm breiten 20-Zöller einen deutlichen Unterschied. Der Heckmotor arbeitet leise und angenehm, der Drehmoment-Sensor sorgt für die richtige Kraftentfaltung und die hydraulischen Scheibenbremsen packen gut dosierbar und zuverlässig zu.

Grenzen setzen die vergleichsweise schmale Übersetzungsbandbreite der vier Gänge und der relativ kleine 345-Wh-Akku. Auch das nun höhere Gewicht relativiert den Brompton-typischen Vorteil beim Tragen. Wer ein hochwertiges Klapprad-E-Bike sucht, das er mit Bahn und/oder Auto kombiniert, und wer das gefaltete Rad überwiegend rollt, der bekommt mit der G-Line Electric eines der fahrstabilsten und vielseitigsten E-Falträder auf dem Markt. Wer sein Klapprad-E-Bike häufig tragen muss, ist mit dem rund 16 kg leichten Urtopia Carbon Fold 2 (Testbericht) besser bedient, das zudem deutlich weniger kostet.

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