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Friday, November 6, 2026

TU München schaltet nach Cyberangriff Campussystem ab

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Die Technische Universität München (TUM) hat nach einem Cyberangriff zentrale Online-Plattformen für Studenten abgeschaltet. Angreifer seien über ein Altsystem eingedrungen und hätten dabei potenziell Zugriff auf Daten von Studenten und Mitarbeitern erlangt, bestätigte ein Sprecher der TUM gegenüber heise online. Ob Daten dabei auch entwendet wurden, werde noch untersucht.

Insgesamt geht es um Daten von gut 60.000 Studenten und Beschäftigten der Hochschule. Was davon tatsächlich entwendet wurde, ist zur Stunde noch unklar. Die Hochschule geht derzeit davon aus, dass sich der Schaden in Grenzen hält. Mit der Sperrung der Plattformen sei der Angriff zunächst eingedämmt worden.

„Angreifern war es gelungen, über das Altsystem myTUM an Passwörter, Namen, private Anschriften und Geburtsdaten der Nutzenden sowie Matrikelnummern, Studiengangsinformationen und die Anzahl der jeweiligen Fachsemester zu kommen“, teilte die TUM dazu mit. Potenziell betroffen sind alle Nutzerkonten von myTUM, ob dort aber tatsächlich Daten abgeflossen sind, ist noch unklar.

Nach bisherigen Erkenntnissen seien die Angreifer nicht an den Daten auf myTUM interessiert gewesen, heißt es aus Universitätskreisen. Vielmehr sei das alte System als Einfallstor für die aktuelle Campusverwaltung genutzt worden. Dabei haben die Angreifer den Angaben zufolge auch Zugangsdaten eines Systemverwalters für TUMonline erlangt.

„Mit diesen haben die Angreifer unser zentrales Campus-Management-System angegriffen“, sagt der Sprecher. Die erbeuteten TUM-Kennungen seien inzwischen gesperrt worden. „Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand konnten wir dadurch verhindern, dass sich der Angriff weiter ausbreitet.“ Sensible Daten wie Noten, Prüfungsergebnisse, Bewerbungen oder Bankverbindungen seien nach derzeitigem Kenntnisstand nicht abgeflossen, betont die Hochschule.

Die TUM hat eine Informationsseite für den Vorfall eingerichtet, auf der sich Betroffene über die aktuellen Maßnahmen informieren können. Die Technische Universität München hat den Angriff beim Bayerischen Landesbeauftragten für den Datenschutz gemeldet und Strafanzeige erstattet.

Die Hochschule arbeitet den Angaben zufolge daran, TUMonline im Laufe der nächsten Tage schrittweise wieder ans Netz zu bringen. Bis dahin sind laut TUM-IT auch die Passwortrücksetzung und die MFA-Einrichtung beeinträchtigt. Sie rät allen Nutzern, ihr Passwort zu ändern – laut TUM-IT ab Montag, 9. November, möglich – und den Zugang mit Multi-Faktor-Authentifizierung zu sichern. Wer das TUM-Passwort auch bei anderen Diensten verwendet, sollte es dort ebenfalls ändern. So gesicherte Konten seien gegen den Angriff geschützt gewesen. Die Betroffenen werden zudem vor möglichen Phishingmails gewarnt, für die die erbeuteten Daten genutzt werden könnten.

Hochschulen wie die TUM gelten als attraktive Ziele von Cyberkriminellen. Erst im September waren Einzelheiten eines Cyberangriffs auf die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) bekannt geworden. Auch in diesem Fall hat die Hochschule die betroffenen Systeme vom Netz genommen. Dabei waren 600.000 Datensätze mit Stamm- und Immatrikulationsdaten von aktuellen und ehemaligen LMU-Studenten betroffen, die etwa 50 Jahre zurückreichen.

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