Ikea unterbietet Konkurrenz: Matter-Thermostat für 14,99 Euro
Ikea bringt sein smartes Heizkörperthermostat Liljebagge zum Jahresbeginn 2027 in den deutschen Handel. „Geplant ist der Verkauf direkt zum Start ins neue Jahr“, sagte eine Ikea-Sprecherin auf Anfrage von heise online. Ikeas deutsche Produktseite, bislang nur per Direktlink in der Ikea-App erreichbar, bestätigt den bereits aus Medienberichten bekannten Preis von 14,99 Euro. Bestätigt hat Ikea ihn nicht, bis zum Marktstart kann er sich noch ändern. Offen ist auch, ob es Sets mit anderen Geräten gibt.
Über die Suche noch nicht zu finden, per Direktlink in der Ikea-App schon: Die deutsche Produktseite zeigt Liljebagge für 14,99 Euro.
(Bild: Ikea)
Damit dürfte Liljebagge hierzulande sogar unter dem Preis in Schweden bleiben, wo das Thermostat bereits erhältlich ist und 199 Kronen kostet, umgerechnet knapp 18 Euro. Vor allem aber heizt Ikea der Konkurrenz beim Preis kräftig ein. Für die Thermostate von Bosch, Homematic IP und Tado aus unserem Vergleichstest zahlt man auch im Angebot ein Mehrfaches. Selbst das zum Testzeitpunkt günstigste Modell, das KE100 von TP-Link, kostet rund 30 Euro und benötigt obendrein eine eigene Zentrale. In einer ähnlichen Preisregion wie Ikea spielen günstige Zigbee-Thermostate, etwa von Sonoff oder auf Basis der Plattform Tuya. Sie erfordern aber ein Zigbee-Gateway.
Thread statt Zigbee
Liljebagge gehört zu Ikeas neuem Smart-Home-Sortiment mit dem Standard Matter, das nach Ikeas Plänen die bisherigen Zigbee-Geräte nach und nach ablösen soll. Laut Ikea funkt das Thermostat per Thread. Damit es Befehle vom Smartphone empfängt, braucht es einen Thread-Border-Router als Brücke ins Heimnetz und einen Matter-Controller als Schaltzentrale. Beides steckt oft im selben Gerät, etwa in vielen Smart Speakern und Streaming-Boxen. Neben Ikeas Hub Dirigera kommen damit Matter-Plattformen anderer Anbieter infrage, Ikea nennt etwa Amazon, Apple, Google, Homey und Samsung. Home Assistant führt Ikea nicht auf, als Matter-Controller kommt es aber grundsätzlich ebenfalls infrage.
Läuft auch ohne Smart Home
Wer mit Smart Home nichts am Hut hat, schraubt Liljebagge an und regelt per Tastendruck. Ein kleines Display zeigt die Solltemperatur, zwei Tasten verstellen sie in Halbgradschritten. Fällt das Internet aus, hält das Thermostat stur die zuletzt eingestellte Temperatur und bleibt am Gerät bedienbar.
Strom liefern zwei AA-Zellen, die nicht beiliegen. Mit zwei neuen Ladda-Akkus von Ikea soll das Thermostat rund 18 Monate durchhalten. Für Ventile unterschiedlicher Bauart liegen sechs Adapter bei. Gegen Kalkablagerungen verordnet Liljebagge dem Ventil regelmäßig etwas Gymnastik, ein Frostschutzmodus soll das Einfrieren der Rohre verhindern.
Per Smartphone-App lässt sich die Temperatur laut Ikea für jeden Raum einzeln einstellen, auch von unterwegs.
(Bild: Ikea)
Ob Liljebagge offene Fenster erkennt und beim Lüften die Heizung drosselt, verrät Ikea nicht. In unserem Vergleichstest beherrschten das alle sechs Modelle, teils allerdings nur mit zusätzlichem Fensterkontakt oder kostenpflichtigem Abo. Mit Myggbett hat Ikea zwar einen Matter-fähigen Tür- und Fenstersensor im Sortiment, ein Zusammenspiel beider Geräte bewirbt der Hersteller aber nicht.
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