Mailand versinkt im Chaos: Kunden suchen Schutz in Luxusläden

Darum gehts
- Bei Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten ist es am Samstag in Mailand, Bologna und Turin zu Gewalt gekommen.
- In Mailand nahm die Polizei rund 50 Personen fest, etwa zehn Menschen wurden in ein Spital eingeliefert
- Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verurteilt die Ausschreitungen und fordert dasselbe von der Opposition.
Nicht nur in Frankreich arteten Demonstrationen aus. Bei Demonstrationen gegen die hohen Lebenshaltungskosten ist es am Samstag in mehreren italienischen Städten zu gewaltsamen Zusammenstössen gekommen. Besonders heftig waren die Ausschreitungen in Mailand. Auch in Bologna und Turin gerieten Demonstranten mit der Polizei aneinander, wie unter anderem Rai News berichtet.
Das Bündnis «Italia in Piazza» hatte zu den Protesten aufgerufen. Die Teilnehmer forderten unter anderem tiefere Preise, höhere Löhne und Verbesserungen im Gesundheits- und Bildungswesen.
Mailand: Rund 50 Personen festgenommen
In Mailand versammelten sich mehr als 5000 Menschen. Die Demonstration begann auf dem Domplatz, wo auch zahlreiche Jugendliche und Familien mit Kindern zusammenkamen. Als der Demonstrationszug durch die Innenstadt zog, eskalierte die Situation. In der Via Broletto bewarfen Demonstranten Polizisten mit Steinen und Knallkörpern. Die Einsatzkräfte gingen daraufhin gegen die Menge vor.
Später wurde eine Baustelle in Brand gesetzt. Auch Schaufenster und Bushaltestellen wurden beschädigt. Die Polizei löste die Demonstration schliesslich auf.
Kunden verschanzen sich in Luxusgeschäften
Damit war die Gewalt aber nicht vorbei. Rund 100 schwarz gekleidete Jugendliche zogen durch die weltbekannte Galleria Vittorio Emanuele II. Angestellte und Kunden verschanzten sich in Luxusgeschäften, während es draussen erneut zu Zusammenstössen kam.
Rund 50 Personen wurden vorübergehend festgenommen. Etwa zehn Menschen mussten ins Spital eingeliefert werden. Auch ein Polizist und eine Fotografin wurden verletzt.
Wasserwerfer in Bologna eingesetzt
In Bologna kam es vor dem Hauptbahnhof zu Ausschreitungen. Vermummte Jugendliche warfen Steine, Glasflaschen und Absperrgitter auf die Polizei. Die Beamten setzten Wasserwerfer und Tränengas ein. Sieben Personen wurden angehalten. Die Polizei prüft nun ihre Beteiligung an den Vorfällen.
Jugendliche stürmen Buchhandlung in Turin
Auch in Turin blieb die Demonstration nicht nur friedlich. Dort drang eine Gruppe Jugendlicher in eine Buchhandlung am Bahnhof Porta Nuova ein und warf Bücher zu Boden.
Zudem kam es zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Polizei. Zwölf Personen wurden angehalten, darunter zehn Minderjährige.
Meloni fordert klare Verurteilung
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kritisierte die Ausschreitungen scharf. «Demonstrieren ist ein Recht. Unsere Städte zu verwüsten, ist es nicht», schrieb sie in den sozialen Medien.
Sie forderte die Oppositionsparteien auf, die Gewalt eindeutig zu verurteilen. Meloni warf Randalierern vor, die Proteste auszunutzen, um Chaos zu stiften und Sicherheitskräfte anzugreifen.
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Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.
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