Deutschlands neuer US-Deal
Verteidigungsminister Boris Pistorius trifft sich auf seiner USA-Reise mit Amtskollege Peter Hegseth. Thema unter anderem: die gemeinsame Rüstungspolitik.
16.09.2026 | 2:07 minPentagon-Chef Pete Hegseth verzieht keine Miene, als Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius zu Beginn des Treffens im Pentagon am Dienstagnachmittag die Rolle Deutschlands in Europa und der Nato referiert. Aber er hört aufmerksam zu.
Wir Europäer wollen den USA einen Teil der Last abnehmen und im Laufe der Zeit die Hauptverantwortung für die konventionelle Abschreckung in Europa übernehmen
Boris Pistorius (SPD), Bundesverteidigungsminister
"Deutschland hat seine Verteidigungsausgaben im Vergleich zu 2025 um 25 Prozent auf 147 Milliarden US-Dollar erhöht und sie in den letzten zehn Jahren etwa verdreifacht", so der deutsche Verteidigungsminister.
"Es ging im Wesentlichen um eine gegenseitige Kooperation", sagt ZDF-Reporter Carsten Thurau. Eine Absichtserklärung soll die Rüstungsindustrien beider Länder enger verzahnen.
16.09.2026 | 3:25 minEs ist wie die Aufzählung einer Leistungsbilanz gegenüber dem Lehrmeister, den man beeindrucken will und muss. Und das scheint zu gelingen.
Verteidigungsminister Boris Pistorius ist zu einer mehrtägigen Reise in die USA aufgebrochen. Zum Auftakt ist ein Treffen mit US-Verteidigungsminister Pete Hegseth geplant.
15.09.2026 | 0:19 minÜberraschendes Lob vom US-"Kriegsminister"
Pete Hegseth hatte zuvor Deutschland explizit gelobt - für die Erhöhung der Verteidigungsausgaben, für die Rüstungsimporte aus den USA, für seine Rolle in der Nato.
"Als wir uns das erste Mal getroffen haben, 2025 bei der Nato, haben wir klar gemacht, dass Europa schnell seine Verantwortung für seine konventionelle Sicherheit übernehmen muss", so Hegseth.
Deutschland ist dabei, die Führung zu übernehmen. Was wir sehr schätzen.
Pete Hegseth, Verteidigungsminister der USA
Dieser Ton ist keine Selbstverständlichkeit zwischen zwei Männern, die eigentlich ein Nicht-Verhältnis haben. Die schon beidseitig Termine abgesagt haben, weil man sich einfach nichts zu sagen hatte - jedenfalls nichts Konstruktives.
Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Schularick, wirft Verteidigungsminister Pistorius vor, in veraltete Waffentechnologien zu investieren.
10.08.2026 | 2:53 minEin neuer Ton zwischen Berlin und Washington
Das hat sich geändert. In einem von den beiden Ministern unterzeichneten Rüstungsabkommen bekräftigt man, künftig "leistungsfähige Systeme für amerikanische, deutsche und verbündete Streitkräfte in großem Maßstab und zügig bereitzustellen, um maximale Schlagkraft zu erzielen".
Da ist er, der neue Ton zwischen Berlin und Washington. Ob er tatsächlich von Dauer ist, das will im Umfeld von Boris Pistorius keiner voraussagen. Aber es zeigt sich, dass angesichts der russischen Bedrohung auch die USA derzeit Verständnis für die Sicherheitsinteressen der Europäer entwickeln.
Dieses Momentum will Berlin nutzen. Nicht nur für den Kauf von Hightech-Waffen, wie der F-35, dem modernsten Kampfjet der Welt, oder dem Transporthubschrauber CH-47F Chinook.
Tytan-Manager Max Enders erklärt die Technik hinter Abwehrdrohnen. Botond Fehér, Systemingenieur, Franziska Sturm, Personalchefin, berichten, was die Arbeit in einem KI-Startup ausmacht.
21.01.2026 | 7:00 minEine neue Beschwichtigungspolitik für Trump
Deutschland und seine Rüstungsindustrie haben inzwischen Technologien entwickelt, an denen auch die USA gerne partizipieren würden. Ganz vorn dabei etwa Drohnentechnologie, die oft gemeinsam mit der Ukraine entwickelt wird.
Und schon heute gibt es einzelne US-Rüstungsprojekte, bei denen es auch einen deutschen Anteil in der Wertschöpfungskette gibt. Etwa die Herstellung von Außenhüllen für den Kampfjet F-35 in Weeze, Nordrhein-Westfalen, oder die Produktion von Lenkflugkörpern für die Flugabwehr Patriot im bayerischen Schrobenhausen.
Alles unter dem Leitgedanken, dass Staaten die gemeinsam handeln und produzieren, sich nicht gegenseitig an die Gurgeln gehen. So entsteht eine völlig neue Art der Trumpschen Beschwichtigungspolitik.
Wie erfolgreich man damit auch auf lange Sicht sein kann, will im Umfeld des deutschen Verteidigungsministers keiner voraussagen - für den Moment hilft es offenbar.
Über dieses Thema berichtete das heute journal update am 16.09.2026 ab 00:00 Uhr.
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