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Sunday, August 16, 2026

COP gegen Wüstenbildung: Die kleine Schwester der Klimakonferenz

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Die UN-Konferenz gegen Wüstenbildung beginnt in der Mongolei. Themen sind neue Strategien zur Rettung von Weideland und die Bekämpfung der Dürre.

Deutschland hat bereits abgewunken: Die bestehenden Abkommen reichten. Ein weltweit verbindliches Dürreprotokoll wird es wohl auch bei der diesjährigen Wüsten-COP nicht geben. Schon bei den UN-Verhandlungen in Saudi-Arabien vor zwei Jahren waren Europa, die USA und Argentinien dagegen, während Afrika als besonders von Wüstenbildung betroffener Kontinent ein „Protokoll“ forderte – also eine Art verbindlichen Teilvertrag, auf dessen Grundlage betroffene Staaten Unterstützung erhalten können.

Das ist nur eines der Themen der an diesem Montag startenden 17. UN-Konferenz gegen Wüstenbildung in der Mongolei. In den kommenden fast zwei Wochen verhandeln in der Hauptstadt Ulaanbaatar rund 10.000 Vertreter aus 197 Ländern über Lösungen gegen Wüstenbildung, Bodendegradation und Dürre. Die Konferenz ist Teil der Konvention der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD).

Alles steht unter dem Motto „Restoring Land. Restoring Hope“, Land und damit auch Hoffnung wiederherstellen. Das ist dringend nötig. Denn die Welt leidet: Laut UNCCD sind bereits bis zu 40 Prozent der globalen Landfläche von der Verschlechterung der Bodenqualität betroffen.

Natürlich geht es bei der Konferenz ums Geld: Laut UN verursachen Desertifikation, Bodendegradierung und Dürren weltweit jährlich 900 Milliarden US-Dollar Kosten. Ziel der Konferenz ist es, mehr Investitionen in Widerstandsfähigkeit gegen Dürre und für eine nachhaltigere Landwirtschaft zu mobilisieren.

Drei COPs unter dem Dach der Vereinten Nationen

Unter Wüstenbildung versteht man den Prozess, bei dem Wüsten oder wüstenähnliche Landschaften entstehen. Meist wird er durch Bodendegradation ausgelöst – der Verschlechterung des Bodens vor allem in trockenen Regionen. Der Klimawandel und starke Landnutzung verstärken diese Prozesse. Das bedroht die Lebensgrundlage vieler Menschen: Wüstenbildung kann zu Armut, Hunger und Artensterben führen.

Erstmals im Fokus der internationalen Politik stand das Problem nach einer Dürrekatastrophe in der Sahelzone Anfang der Siebzigerjahre. Sie führte zu Hungersnot und schätzungsweise einer Million Toten. Als Reaktion entwickelten 94 Staaten einen Aktionsplan, der Wüstenbildung vorbeugen und diese rückgängig machen sollte. Bis zur Jahrtausendwende sollte er umgesetzt werden, doch heute gilt das Projekt als gescheitert – unter anderem wegen fehlender Finanzierung.

Im Jahr 1996 trat die UN-Konvention gegen Wüstenbildung in Kraft. Die erste Konferenz fand im Jahr danach in Rom statt. Die Wüstenkonferenz ist heute eine von drei COPs unter dem Dach der Vereinten Nationen – kurz für „Conference of the Parties“. Während die deutlich größere und bekanntere UN-Klimakonferenz jährlich veranstaltet wird, finden die Konferenzen zu Biodiversität und Wüstenbildung alle zwei Jahre statt.

Es lohnt sich, einen Blick auf die eher unbekannte Wüstenkonferenz zu werfen. Der Austragungsort ist nicht zufällig gewählt. Die Mongolei ist viermal so groß wie Deutschland und eines der am stärksten von Wüstenbildung betroffenen Länder weltweit. Mehr als drei Viertel der Landfläche sind laut UNCCD bereits geschädigt. Damit das nicht so bleibt, will die Mongolei unter anderem bis 2030 eine Milliarde Bäume pflanzen. Auch weltweit ist Land von Wüstenbildung bedroht, besonders in Asien und Afrika, aber zum Beispiel auch in Sizilien, am Toten Meer oder in kleinerem Maßstab in Brandenburg.

Damit Wüsten besser vermieden werden können, soll auf der COP auch eine KI-gestützte globale Plattform zur Dürreüberwachung vorgestellt werden. Die Delegierten wollen zudem eine neue Strategie zum Schutz von Weideland und Viehzüchtern aushandeln – passend zum Internationalen Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums, das die UN 2026 ausgerufen hat.

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