Nach "Gen Z"-Demos: "Schockiert" über Gewaltexzesse in Frankfurt
"Ich bin schockiert von den Gewaltexzessen in Frankfurt, die nicht ohne Konsequenzen bleiben werden", erklärte der Ministerpräsident des Bundeslandes Hessen, Boris Rhein. "Wer sich so verhält wie die Angreifer in der Frankfurter Innenstadt, stellt sich außerhalb unserer Gesellschaft."
"Wir werden Aggressoren, Tätergruppen und Hergang genau bewerten und unsere Schlüsse ziehen", fügte der Regierungschef von der konservativen CDU hinzu. Sein Innenminister Roman Poseck meinte: "Hier hat sich eine verheerende Verbindung von Linksextremisten und gewalttätigen jungen Menschen entladen."

Großeinsatz gegen Randalierer
Nach zunächst weitgehend friedlichen Jugendprotesten, zu denen die Initiative " Gen Z regelt" aufgerufen hatte, war es in Frankfurt zu schweren Ausschreitungen mit Angriffen auf Polizisten und Plünderungen gekommen. Randalierer bewarfen Einsatzkräfte mit Molotowcocktails und schlugen die Fensterscheiben mehrerer Geschäfte ein, darunter die eines Waffenladens. Es flogen auch zahlreiche Böller, Feuerwerksraketen und Flaschen.
Manche Jugendliche hätten die Auseinandersetzung mit der Polizei gezielt gesucht, berichteten Reporter des Hessischen Rundfunks. Unklar sei jedoch, welche Gruppen sich an den Krawallen beteiligt hätten.
Die Polizei setzte Wasserwerfer, gepanzerte Fahrzeuge, Hubschrauber und Drohnen ein. Zahlreiche Menschen wurden vorläufig festgenommen. Zu gewalttätigen Szenen kam es auch in einigen anderen deutschen Städten, darunter Berlin, Hamburg und Köln.

"Stehen für friedlichen Protest"
Ein "Gen Z regelt"-Sprecher versicherte: "Was nach dem Ende der Kundgebungen passiert ist, darauf hatten wir keinen Einfluss." Die Initiative veröffentlichte auf Instagram eine Stellungnahme, worin sie sich von "jeglicher Form der Gewalt sowie von gewalttätigen Handlungen anderer Gruppen oder Einzelpersonen" distanziert, die nicht Teil der Demonstrationen waren. "Wir stehen für friedlichen Protest, demokratische Werte und das Recht, unsere Meinung frei zu äußern. Gewalt war und ist niemals Teil unserer Bewegung."
"Gen Z regelt" fordert unter anderem mehr Geld für Schulen, soziale Gerechtigkeit, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und mehr Klimaschutz. Es handelt sich um einen losen Zusammenschluss junger Menschen, die sich vorwiegend über die sozialen Medien koordinieren.

In drei Wochen will die Initiative wieder bundesweit Menschenmassen mobilisieren. Sie bezeichnete die Demonstrationen vom Samstag nur als ersten Schritt. "Wir wollen uns an den europaweiten Protesten am 20. November beteiligen", gab ein Sprecher des Presseteams bekannt.
Für den 20. November hat ein breites Bündnis zur Teilnahme an einem Internationalen Jugendstreiktag aufgerufen, darunter die Bundesschülerkonferenz (BSK), die sich zuvor von "Gen Z regelt" distanziert hatte. "Man weiß nicht so genau, wer dahintersteht", sagte BSK-Generalsekretärin Amy Kirchhoff.
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