Donnerstag: Sicherheitslücke bei Wiener Behörde, Tech-Prominenz hilft Pentagon
Unbefugte haben Dokumente der Stadt Wien heruntergeladen. Dazu gehören auch personenbezogene Daten aus rechtlich besonders geschützten, sensiblen Kategorien. Weil die Schwachstelle online zum Kauf angeboten wurde, ist das aufgeflogen. Keine Schwächen mehr erlauben will sich der US-Verteidigungsminister. Deshalb soll sein Project Meridian innerhalb von vier Monaten ein Konzept für die Zukunft der Kriegführung erarbeiten. Dazu holt sich Pete Hegseth Verstärkung aus der Tech-Branche. Derweil hat Google das neue KI-Modell Gemini 4 Argon für IT-Sicherheit und Enterprise-Workflows vorgestellt. Zwar hebt der Konzern Cybersicherheit als Kernargument vor, doch die Benchmarks zeigen Lücken gegenüber GPT-6 Astra und Claude Sonnet 5.5 – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Der Magistrat der Stadt Wien meldet, dass ein Angreifer Anfang September 2026 über einen Webzugang auf Teile einer internen Dokumentationsplattform des Magistrats Zugriff hatte und dort gespeicherte magistratsinterne Informationen widerrechtlich kopiert hat. Insgesamt wurden rund 26.000 Dokumente mit einem Gesamtvolumen von etwa neun Gigabyte widerrechtlich heruntergeladen. Davon sind auch personenbezogene Daten erfasst, auch solche in rechtlich besonders geschützten, sensiblen Kategorien. Betroffen sind demnach 2.885 Bürger, 2.083 Mitarbeiter sowie 865 Auftragnehmer des Magistrats. Das wurde erst bekannt, weil die Schwachstelle in einem Webzugang zur Dokumentationsplattform der Stadt Wien in einem Onlineforum zum Kauf feilgeboten wurde: Stadt Wien entdeckt Einbruch in Online-Speicher.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat verschiedene Initiativen für zukünftige Kriegsstrategien ins Leben gerufen und dabei auch namhafte Vertreter der Technologiebranche ins Boot geholt. Elon Musk und Palmer Luckey, Gründer der VR-Firma Oculus und des Rüstungsunternehmens Anduril Industries, sollen gemeinsam mit dem republikanischen US-Politiker Newt Gingrich im „Project Meridian“ die Zukunft der Kriegführung erforschen. Das Team wird um „hochkarätige Experten aus Wissenschaft, Politik und Industrie“ ergänzt, wie es heißt. Bis Ende Januar 2027 sollen sie ein Konzept erarbeiten, um „Amerikas langfristige militärische Überlegenheit zu sichern“. Der Bericht soll auch veröffentlicht werden, aber mit vertraulichem Anhang: Elon Musk und Palmer Luckey loten Kriegführung der Zukunft für das Pentagon aus.
KI spielt in dieser Projektgruppe auch eine Rolle, aber Google gehört nicht dazu. Dabei soll dessen neues KI-Spitzenmodell insbesondere in komplexen Enterprise-Workflows, bei der Rechts- und Finanzanalyse sowie IT-Sicherheit punkten. Gemini 4 Argon bietet ein von 64.000 auf eine Million Token angehobenes Output-Limit und soll tiefgreifendes Schlussfolgern über lange, mehrstufige Prozesse hinweg ermöglichen. Einen Schwerpunkt legt Google auf defensive Cybersicherheit: Argon soll kritische Schwachstellen autonom finden, validieren und patchen. Zunächst erhalten nur ausgewählte Cyber-Verteidiger über das Fairwind-Programm Zugriff, später sollen zahlende API-Kunden und Abonnenten von Google AI Ultra folgen: Googles Gemini 4 Argon legt Fokus auf Cybersicherheit.
Neue KI-Modelle wie dieses werden mittlerweile regelmäßig präsentiert, doch zu oft sind große Sprachmodelle außer Kontrolle geraten und haben Dritten Schaden zugefügt. Daher hat die US-Handelsaufsicht FTC eine offizielle Untersuchung gegen die Konzerne Anthropic und OpenAI sowie andere KI-Unternehmen eröffnet. In den kommenden Wochen wird sie den KI-Betreibern auftragen, der Behörde interne Unterlagen offenzulegen. Zudem werden die Spitzenmanager zu Zeugenaussagen vorgeladen. Sie sollen zu ihren Diensten und deren Gefahr für Verbraucher Rede und Antwort stehen. Zum Objekt der Untersuchung gehört auch das Forschungsinstitut METR, das die jüngsten KI-Modelle hinsichtlich Fähigkeiten und Risiken evaluiert: US-Behörde untersucht Anthropic, METR, OpenAI wegen zu vieler KI-Vorfälle.
KI wird auch in medizinischen Einrichtungen immer öfter genutzt. So gehört die Entlassbriefschreibung zu den Aufgaben, bei denen Rehakliniken bereits generative Sprachmodelle einsetzen. Bei Rehas der Deutschen Rentenversicherung ist der Entlassbericht auch ein sozialmedizinisches Gutachten, das unter anderem das Leistungsvermögen im Erwerbsleben beurteilt. Bei der Reha KI Summit wird berichtet, dass generative Sprachmodelle in vielen Kliniken des Unternehmens nicht mehr als Pilotprojekt, sondern als reguläres Werkzeug genutzt würden. Weitere Einsatzfelder seien die Betten- und Therapieplanung. KI soll verschiedene Möglichkeiten für Arbeitserleichterungen bieten, doch ein Hindernis bleibt oft die Anbindung an bestehende Krankenhausinformationssysteme: KI in der Reha als Entlastung bei der Dokumentation.
In der heutigen Ausgabe der #heiseshow sprechen wir unter anderem über zurückgehaltene KI-Modelle von OpenAI, exorbitante KI-Kosten bei Anthropic und die von USA und China diskutierte Superintelligenz. Wie gefährlich sind die Vorfälle bei OpenAI wirklich? Sind Verluste in Milliardenhöhe tragbar, wenn es um den Wettlauf zur Superintelligenz geht? In Deutschland haften E-Scooter-Vermieter künftig für Unfälle. Opfer sollen ihre Ansprüche direkt gegenüber der Versicherung geltend machen können. Wird das Geschädigten wirklich helfen? Wie stark treibt die Regelung die Kosten für Sharing-Anbieter in die Höhe? Zudem diskutieren wir, ob Deutschlands höchste Windkraftanlage Vorbildcharakter hat. Lohnt sich der Aufwand für Anlagen mit über 300 Metern Höhe? Das sind die Themen heute um 17 Uhr live in der #heiseshow: KI-Drama, E-Scooter, höchste Windkraftanlage.
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