Nato-General: Russland ist uns militärisch klar unterlegen
Der Oberbefehlshaber der Nato, Alexus Grynkewich, sieht das Militärbündnis gegenüber Russland militärisch deutlich überlegen. Im Interview mit dem "Spiegel" sagte der US-Amerikaner:
Unsere militärischen Fähigkeiten, die wir in einem Großkonflikt zum Einsatz bringen würden, übertreffen die Moskaus bei Weitem.
Alexus Grynkewich, US-General im "Spiegel"
Moskau verfüge nicht über moderne F-35-Kampfjets, nicht über die Masse an modernen Zerstörern oder U-Booten, die die Nato habe. Grynkewich sagte weiter, er sei sich sicher, dass Russland keinen großangelegten konventionellen Angriff auf Europa starten werde. "Putin greift zu anderen Methoden, Sabotage zum Beispiel, weil er keine anderen Optionen hat."
Ein konventioneller Angriff Russlands auf die Nato drohe "eher nicht", sagt Peter Neumann. Der "psychologische Krieg" könne aber schnell in einen gewaltsamen Krieg umschlagen.
05.10.2026 | 5:06 minGrynkewich: Putin will keinen direkten Konflikt
Das liege an der konventionellen Abschreckung, so Grynkewich. Diese müsse man aufrechterhalten, die Nato-Armeen modernisieren, viel üben und die Fähigkeiten beweisen.
Auf die Frage, ob der Begriff "Schattenkrieg" für die russischen Aktionen passend sei, sagte der Vier-Sterne-General dem "Spiegel" weiter: "Wir müssen die Dinge beim Namen nennen: Sabotage, Brandstiftung oder Terrorattacken sind präzise Begriffe, es gibt klare Antworten darauf. Das hybride Angriffe zu nennen, ist mir zu vage."
Zur Frage, ob man sich schon im Krieg mit Russland befinde, sagte Grynkewich:
Das ist das gefährliche Spiel von Wladimir Putin. Er will unseren Bevölkerungen einreden, dass es gefährlich ist, die Ukraine zu unterstützen, dass das in einem Krieg mit Russland enden könnte.
Alexus Grynkewich, US-General im "Spiegel"
Bisher verfange dies zum Glück nicht.
Am Montag wurden die Chefs der Nachrichtendienste vom Bundestag befragt. Thema waren unter anderem die sich häufenden Angriffe auf deutsche Infrastruktur.
05.10.2026 | 2:34 minDrohungen aus Moskau zu Kaliningrad
Sorgen Moskaus um Kaliningrad seien unnötig. Angesichts jüngster Drohungen aus Moskau, dass die Isolierung oder gar ein Angriff auf die russische Exklave einen Krieg auslösen würde, wiederholte Grynkewich, dass die Nato eine Verteidigungsallianz sei. Sie agiere nur, wenn man angegriffen werde. "Also muss sich Russland keine Sorgen um Kaliningrad machen."
Als Militär aber sehe er, dass Russland durch den Krieg in der Ukraine in Kaliningrad geschwächt sei. Gleichzeitig sei die Nato im Baltikum stärker geworden. "Die Lage dort ist militärisch ungünstig für Russland." Nato-Übungen an der Nato-Ostflanke seien Routine, und man achte darauf, dass sie nicht als Aggression interpretiert werden könnten.
Geheimdienste in Europa warnen vor einer begrenzten Invasion Russlands auf Nato-Gebiet. Reale Bedrohung oder Panikmache? Militärexperte Gustav Gressel analysiert, wie Putin das Bündnis testet.
22.09.2026 | 13:32 minQuelle: dpa
Über die Gefahr eines möglichen Krieges der Nato gegen Russland berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, unter anderem im heute journal am 05.10.2026 um 21:45 Uhr.
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