DFB-Team: Erste Kritik nach Niederlage gegen Griechenland
"Das ist ein Schlag ins Gesicht", gab Bundestrainer Jürgen Klopp nach der 0:1-Niederlage gegen Griechenland zu. Es war das erste Mal, dass die Griechen gegen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gewinnen konnten. Zuvor hatte Deutschland von zehn Duellen sieben gewonnen, dreimal hatte es ein Unentschieden gegeben.
Die Heimpremiere Klopps sollte eigentlich für weitere Euphorie sorgen und die Aufbruchstimmung forttragen, die um seine Verpflichtung, die Nominierung seines XXL-Kaders mit 44 Spielern und dem phasenweise guten Auftritt in den Niederlanden entstanden war. Dazu war der Auftritt gegen sehr defensive Griechen aber zu schwach. Es fehlte an Tempo, Ideen und bei den wenigen Torchancen an Präzision.
"Es gibt für mich keinen Grund, in Depressionen zu verfallen", sagte Klopp, räumte aber ein: "Wir sind auch noch nicht dort, wo wir gerne wären." Nach den ersten beiden Spieltagen der UEFA Nations League steht das DFB-Team bei nur einem Punkt.
Jürgen Klopp trotz Pleite "nicht ernüchtert"
Das nächste Spiel in München gegen Serbien (Donnerstag, 20.45 Uhr MESZ) geht Klopp mit 17 anderen Spielern an als die ersten beiden Partien in den Niederlanden und gegen Griechenland. Es wird also wahrscheinlich zu weiteren Reibungsverlusten kommen, weil erneut viele Spieler gemeinsam auf dem Platz stehen werden, die sich erst aneinander gewöhnen müssen.
Von höheren Ansprüchen, machte Klopp klar, muss sich seine Mannschaft ohnehin erst einmal verabschieden. "Ich bin nicht ernüchtert, dafür habe ich im Fußball viel zu viel gesehen", behauptete der 59-Jährige.

Als Vereinstrainer hatte er in Mainz, Dortmund und Liverpool Mannschaften übernommen, die am Boden lagen und sie nach oben geführt. Erster richtiger Prüfstein wird die Europameisterschaft 2028 sein und die EM-Qualifikation, die vorher stattfindet. Die Nations League, die ebenfalls ein Pflichtspiel-Wettbewerb ist, möchte Klopp zuvor aber nutzen, um allen Spielern, die er für die Nationalmannschaft auf dem Zettel hat, die Chance zu geben, sich unter Wettkampfbedingungen zu zeigen und zu beweisen.
Dieser Ansatz wird weitgehend unterstützt, vor allem vom Deutschen Fußballbund (DFB) muss Klopp keine Einwände befürchten, da die Strategie mit dem Verband abgestimmt ist. Dennoch gibt es nach dem zweiten, schwächeren Spiel bereits Kritik.
"Wir haben nicht mehr diese Spieler, die den Unterschied machen", erklärte TV-Experte Bastian Schweinsteiger im deutschen Fernsehen. Auch Kapitän Joshua Kimmich konnte nicht widersprechen. "Wir sind ein gutes Stück davon entfernt, eine Top-Mannschaft zu sein", gab er zu.
Wer bildet das Gerüst der Mannschaft?
Säulen eines funktionierenden Gerüsts sucht man bisher vergeblich: Torwart Marc-André ter Stegen, von Klopp als neue Nummer eins bestimmt, machte gegen die Niederlande einen nervösen Eindruck. Zwar zeigte er starke Paraden, leistete sich aber mehrfach auch vermeidbare Fehlpässe in den Fuß des Gegners.
In der Defensive scheint Innenverteidiger Jonathan Tah vom FC Bayern gesetzt, neben ihm wurde der angeschlagene Dortmunder Nico Schlotterbeck, der im Spielaufbau viel Gutes bewirken kann, jedoch schmerzlich vermisst.

Im zentralen Mittelfeld war Kimmich Dreh- und Angelpunkt, um ihn herum und vor allem vor ihm ist aber vieles offen. Felix Nmecha zeigte einmal mehr Torjäger-Qualitäten, offenbarte aber wie schon bei der WM große defensive Defizite. Florian Wirtz sucht weiterhin nach der Leichtigkeit, die er unter Xabi Alonso bei Bayer 04 Leverkusen versprühte.
Im Sturm nutzte keiner der jungen Spieler die Lücke, die dadurch entstanden ist, dass Klopp künftig offenbar nicht mehr auf klassische Stoßstürmer wie Niclas Füllkrug, Deniz Undav und Tim Kleindienst setzen möchte.
Nachhaltig auf sich aufmerksam machen konnte dagegen Philipp Treu vom SC Freiburg, der gegen die Niederlande als rechter Außenverteidiger eine herausragende Leistung zeigte. Kann er das Niveau seines Nationalmannschaftsdebüts halten, wäre eine Dauerbaustelle im DFB-Team langfristig geschlossen.
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Deutschland - Griechenland 0:1 (0:0)
Tore: 0:1 Kourbelis (74.)
Zuschauer in Augsburg: 28.945
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