Kult-Song wird 50 – Wie Äffle und das Pferd auch die Schweiz eroberten – singend!

Äffle und Pferdle wurden nie für die Schweiz produziert. Trotzdem wurden die Trickfilmfiguren auch hier bekannt. In den 1970er-Jahren konnten grosse Teile der Deutschschweiz neben dem Schweizer Fernsehen auch die deutschen Programme ARD und ZDF empfangen. Deshalb stiessen die Dialoge von Äffle und Pferdle auch bei uns auf Gehör. Vor 50 Jahren erklangdann zum ersten mal zwischen den Werbeblöcken der «Hafer- und Bananenblues». Sieben Fakten zu den süddeutschen Kultfiguren.
1. Das Pferd war zuerst da
Äffle und Pferdle traten nicht von Anfang an als Duo auf. Die Geschichte begann bereits in den 1960er-Jahren mit dem Pferd als einfacher animierter Strichzeichnung. Als der Produzent Armin Lang die Figur für das Werbefernsehen des damaligen SDR entwickelte, orientierte er sich am schwarzen Ross im Stuttgarter Stadtwappen. Erst 1963 kam das Äffle hinzu.
2. Sprechen lernten sie erst 14 Jahre nach ihrem Debüt
Obwohl die Figuren schon lange auf Sendung waren, erhielten sie ihre Stimmen erst 1974. Von da an unterhielten sie sich im schwäbischen Dialekt und wurden unter dem Namen Äffle und Pferdle bekannt. Der Trickfilmproduzent Armin Lang lieh sowohl dem Äffle als auch dem Pferdle seine Stimme. Das Publikum hörte also zwei Figuren, tatsächlich sprach jedoch nur eine Person.
3. Werbetrenner als Kinderprogramm
Die kurzen Trickfilme wurden von vielen Kindern fast wie eine zusätzliche Kindersendung wahrgenommen. Nach Sendungen wie dem «Spielhaus», dem Schweizer «Gutenachtgeschichtli» oder dem «Sandmännchen» warteten viele Kinder gezielt auf die Dialoge von Äffle und Pferdle. Auch in der Schweiz.
4. Durch fehlende Werbung entstand ein Hit
Der «Hafer- und Bananenblues» entstand aus einem ganz praktischen Grund: In den Sommerferien gab es weniger Fernsehwerbung. Deshalb suchte der Sender nach einer längeren Überbrückung zwischen den Werbeblöcken. So kam der Produzent Armin Lang auf die Idee des Liedes.
Der Song wurde 1976 erstmals im Fernsehen ausgestrahlt. Die Melodie komponierte der deutsche Jazzmusiker Bernd Rabe, der Text stammte von Carl J. Schäuble. Beide Stimmen, also sowohl das Äffle als auch das Pferdle, sang wiederum Armin Lang. Für die damaligen technischen Möglichkeiten überzeugte der Spot mit einer erstaunlich präzisen Lippensynchronität.
5. Der Song war länger als ein normaler Werbetrenner
Mit fast anderthalb Minuten war der Blues aussergewöhnlich lang für einen Werbetrenner. Trotzdem entwickelte er sich zu einem Hit, den Kinder und Erwachsene mitsingen konnten.
Der Erfolg ging über das Fernsehen hinaus: Der «Hafer- und Bananenblues» erschien 1976 auch als Single auf Vinyl. Die rund dreiminütige Version trug den schwäbischen Titel «D’r Hafer- ond Banane-Blues».
6. Der Kult lebt bis heute weiter
Nach dem Tod von Armin Lang im Jahr 1996 wurden zunächst weiterhin neue Folgen produziert. Erst 2001 stellte das deutsche Fernsehen die Neuproduktion ein. Zu diesem Zeitpunkt existierten bereits über 1900 Kurzfilme mit Äffle und Pferdle. Obwohl die Neuproduktion der Fernsehsketche beim Sender eingestellt wurden, entstehen laut Armin Lang Junior noch immer jährlich drei bis fünf neue Spots. Produziert werden sie weiterhin zweidimensional, heute jedoch mit digitalen Mitteln.
Äffle und Pferdle an der Tankstelle
7. Fast 50 Jahre später noch ein Hitparaden-Erfolg
Der «Hafer- und Bananenblues» ist keineswegs nur Nostalgie. In der Jahreshitparade 2025 von Radio SWR1 Baden-Württemberg erreichte der Kultsong Platz 6. Das zeigt, dass die Figuren auch heute noch ein Publikum haben, unterdessen auch eines auf Social Media.
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