Schnelle Bernerin ist die neue Leichtathletik-Hoffnung

Mina Hirsbrunner startet bei Jugend-Olympia
Schnelle Bernerin ist die neue Leichtathletik-Hoffnung
Mina Hirsbrunner ist noch kein grosser Name. Das könnte sich bald ändern. Die Bernerin ist die einzige Schweizer Leichtathletin an den Youth Olympic Games in Dakar. Und sie reist mit einem Schweizer U18-Rekord im Gepäck an.
Publiziert: vor 22 Minuten
Yara VettigerReporterin Sport
Auf der Laufbahn ist Mina Hirsbrunner (17) eine Erscheinung: gross, naturblonde Haare, strahlend blaue Augen. Im Gespräch mit Blick wirkt die junge Athletin aber zurückhaltend. Wenn es um ihre Ziele für Dakar geht, muss sie sogar kurz zur Trainerin hinüberschauen.
«Die Finalqualifikation ist mein Ziel», sagt Hirsbrunner zunächst. Dann ein Blick zur Trainerin. Die nickt aufmunternd. Hirsbrunner lächelt. Und fügt dann hinzu: «Doch, eine Medaille wäre schon das Ziel. Das ist gross, aber nicht unmöglich.»
Das Schweizer YOG-Aufgebot
- Anja Gähwiler (17), Beachvolleyball
- Noemi Eugster (17), Beachvolleyball
- Alexandra Rossier (16), Bogenschiessen
- Noé Wenger (16), Bogenschiessen
- Juri Heer (17), Fechten
- Michael Buckley (16), Kunstturnen
- Mina Hirsbrunner (17), Leichtathletik
- Mike Smits (16), Springreiten
- Tanya Brendle (17), Rudern
- Kimey Casanova (16), Triathlon
- Leandro Gia-Hy Luong (17), Wushu
- Simon Gerber (17), Skateboard
- Anja Gähwiler (17), Beachvolleyball
- Noemi Eugster (17), Beachvolleyball
- Alexandra Rossier (16), Bogenschiessen
- Noé Wenger (16), Bogenschiessen
- Juri Heer (17), Fechten
- Michael Buckley (16), Kunstturnen
- Mina Hirsbrunner (17), Leichtathletik
- Mike Smits (16), Springreiten
- Tanya Brendle (17), Rudern
- Kimey Casanova (16), Triathlon
- Leandro Gia-Hy Luong (17), Wushu
- Simon Gerber (17), Skateboard
In Dakar bekommt sie dafür die grosse Bühne. Vom 31. Oktober bis 13. November finden dort die Youth Olympic Games statt, also Jugendolympia. Hirsbrunner ist die einzige Schweizer Vertreterin der Leichtathletik. «Es ist mega cool», sagt sie. Und sie weiss auch: Ein bisschen Glück war dabei.
Die Startplätze sind begrenzt, die Sommerjugendspiele finden nur alle vier Jahre statt. Nach Buenos Aires 2018 war die nächste Austragung 2022 in Dakar geplant. Wegen der Covid-19-Pandemie entschieden das IOC und Senegal im Juli 2020, die Spiele auf 2026 zu verschieben. Für sie passt es perfekt – sie ist gerade noch 17 und damit im richtigen Jahrgang.
Schnelles Schwesternduo
Dass sie überhaupt einmal über 400 Meter Hürden an den Start gehen würde, war lange nicht klar. In ihrem Verein, dem SK Langnau, hat sie als Kind alle möglichen Distanzen ausprobiert, lief 600 oder 1000 Meter und gehörte auch dort zu den besten der Schweiz. Ihre Trainer sahen früh das Potenzial für die Hürden. Und Hirsbrunner war ebenso angetan davon – auch wegen zweier grosser Vorbilder aus ihrem Club: Noemi Zbären und Lisa Urech, die prägenden Namen im Hürdensprint vor der Kambundji-Ära.
Ihre ältere Schwester Hanna (19) war ein weiterer Antrieb. Sie macht ebenfalls erfolgreich Leichtathletik, startete 2026 sogar an der U20-WM. «Ich habe ihr nachgeeifert. Und ich kann viel von ihr profitieren, weil sie alles vormacht», sagt Mina.
Schweizer Rekord gebrochen
Der entscheidende Moment kommt für die Bernerin aus Bärau im vergangenen Jahr. Erst ab U18 darf Mina die 400 Meter Hürden laufen – und bereits bei ihrem allerersten Rennen über die neue Distanz gelingt ihr der grosse Coup: In 58,11 Sekunden knackt sie gleich den Schweizer U18-Rekord von Yasmin Giger. «Da habe ich gemerkt: Hey, ich bin wirklich gut», sagt Hirsbrunner. Die neue Disziplin verändert für sie alles. Plötzlich weiss sie: Hier könnte ihr Weg hinführen. «Seitdem ist es auch mein Ziel, Profi zu werden.»
2026 bestätigt sie diesen Eindruck. An der U18-EM in Rieti gewinnt sie Silber und verbessert ihren Schweizer U18-Rekord auf 57,83 Sekunden. Dazu kommt der Schweizer U18-Hallenmeistertitel über 60 Meter Hürden. Aus dem Talent, das einfach einmal alles ausprobierte, ist plötzlich eine Athletin mit einem grossen Ziel geworden.
Bis dahin steht aber erst einmal Dakar an. Und vielleicht der nächste Schritt auf dem Weg von der zurückhaltenden Schülerin zur internationalen Hürdenläuferin.
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