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Tuesday, September 29, 2026

Brightin Star Tri-Sight: 50-mm-Objektiv mit drei Bildstilen

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Seit dieser Woche bietet Brightin Star das 50mm F2 Tri-Sight über seinen Onlineshop an. Die manuelle Vollformat-Festbrennweite ist für Sony E, Nikon Z, Canon RF und L-Mount bestellbar. Drei umschaltbare Abbildungscharakteristiken und Formeinsätze für das Bokeh – also die Darstellung unscharfer Bildbereiche – sollen kreative Foto- und Videoaufnahmen ermöglichen. Den Smooth-Modus positioniert der Hersteller unter anderem für Porträts. Bereits im Februar hatte Brightin Star das Objektiv auf der Fotomesse CP+ in Yokohama vorgestellt.

Das Titelbild der Ausgabe 05 2026 des Foto-Magazins c't Fotografie

Die c't Fotografie, Ausgabe 05 2026

(Bild: 

heise

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Bildbeispiele für die drei unterschiedlichen Bokeh-Modi.

(Bild: Brightin Star)

Neben Blenden- und Fokusring trägt das Tri-Sight einen dritten Ring mit den Positionen „Smooth“, „Prime“ und „Foams“. Beim Drehen verschiebt ein Mechanismus eine Linsengruppe innerhalb der optischen Konstruktion. Das verändert laut Brightin Star die Korrektur sphärischer Aberrationen und des Astigmatismus. Statt Abbildungsfehler in jeder Stellung möglichst vollständig zu unterdrücken, nutzt das Objektiv sie gezielt als Gestaltungsmittel.

„Smooth“ soll durch eine Unterkorrektur sphärischer Aberrationen weichere Konturen und fließendere unscharfe Bereiche erzeugen. „Prime“ ist als neutrale Einstellung mit konventioneller Abbildung gedacht. „Foams“ wiederum überkorrigiert die sphärische Aberration – unscharfe Lichtpunkte bekommen dadurch deutlich sichtbare Ränder. So entsteht das sogenannte Bubble-Bokeh, bekannt etwa von Trioplan-Objektiven.

Der Wechsel zwischen den Modi verschiebt allerdings auch die Fokuslage. Nach dem Umschalten muss daher neu scharfgestellt werden. Drei entsprechend gekennzeichnete Entfernungsskalen auf dem Objektivkörper helfen bei der Orientierung. Die unterschiedlichen Ergebnisse beruhen also nicht auf einem simplen Weichzeichnungsfilter, sondern auf einer veränderten Stellung der optischen Elemente.

Unschärfepunkte verändern sich durch die unterschiedlichen Einsätze deutlich. Hier im Bild drei der vier Varianten.

(Bild: Brightin Star)

Unmittelbar vor dem Bajonett nimmt das Objektiv austauschbare Bokeh-Einsätze auf. Im Lieferumfang liegen Masken in Schmetterlings-, Stern-, Dreiecks- und Kleeblattform bei. Sie verändern die Kontur unscharf abgebildeter, möglichst punktförmiger Lichtquellen. Ein verschraubter Haltering soll verhindern, dass sich ein Einsatz löst und in Richtung Bildsensor fällt.

Wie stark die Formen sichtbar werden, hängt vom Motivaufbau ab. Am deutlichsten treten sie bei weit geöffneter Blende hervor, wenn genügend Abstand zwischen Motiv und Hintergrund besteht und einzelne Lichtquellen außerhalb der Schärfeebene liegen. Die Scheiben wirken dabei nicht wie ein Effektfilter auf das gesamte Bild, sondern prägen in erster Linie die Konturen solcher Unschärfekreise.

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Sieben Linsen in sechs Gruppen bilden die optische Konstruktion. Die Blende mit elf Lamellen lässt sich stufenlos zwischen f/2.0 und f/22 verstellen. Einen Autofokus gibt es nicht. Die Naheinstellgrenze liegt bei 0,7 Metern, das Filtergewinde an der Front misst ungewöhnlich kleine 37,5 Millimeter im Durchmesser. Eine ausziehbare Gegenlichtblende ist ins Metallgehäuse integriert.

Je nach Bajonettversion wiegt das Tri-Sight zwischen 429 und 454 Gramm bei einer Baulänge von 70 bis 74 Millimetern. Ein abnehmbarer Fokussierhebel liegt bei.

Für Videoaufnahmen sind die stufenlose Blende und der Fokussierhebel praktisch, weil sie leise Änderungen während eines Takes erlauben. Allerdings wandert beim Umschalten des Bildcharakters die Fokuslage – ein sichtbarer Übergang im laufenden Take erfordert deshalb gleichzeitig eine Korrektur der Schärfe.

Das Prinzip steuerbarer Bokeh-Charakteristiken hat Tradition. Cosina nutzt beim Voigtländer Portrait Heliar 75mm F1.8 ebenfalls einen Ring, der sphärische Aberrationen unter- oder überkorrigiert. Der Hersteller weist ausdrücklich darauf hin, dass sich dabei die Fokuslage und geringfügig – um höchstens 1/3 EV – auch der wirksame Blendenwert verändern.

Lomographys Joseph Petzval 55mm F1.7 geht einen ähnlichen Weg und kombiniert eine verstellbare Bokeh-Charakteristik mit austauschbaren Blendenplatten. Dort ist die Verstellung mit der Fokussierung gekoppelt, um Fokusverschiebungen beim Ändern des Bokehs zu minimieren. Das Tri-Sight vereint damit zwei bekannte Ansätze – die gezielte Veränderung sphärischer Aberrationen und Masken für geformte Unschärfekreise – in einer kompakten 50-mm-Festbrennweite mit drei vorgegebenen Modi.

verlangt Brightin Star derzeit rund 350 US-Dollar (circa 310 Euro), als regulären Preis nennt der Hersteller knapp 400 Dollar. Das Paket mit einem angepassten 37,5-mm-Schutzfilter kostet 370 statt regulär 435 Dollar. Eine deutsche Preisempfehlung ist auf der US-Produktseite nicht ausgewiesen.

Die Verfügbarkeit unterscheidet sich offenbar je nach Vertriebskanal. Brightin Star selbst listet das Objektiv im eigenen Shop als bestellbar, während der US-Händler B&H die Sony-E-Version zum Preis von 350 Dollar noch als Neuheit mit ausstehender Lieferung führt und Vorbestellungen entgegennimmt.

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