Daily MaverickPROJECT COAST: Peace-driven science rises from the ashes of apartheid-era bioterrorismPunchUK steps up facial recognition, e-bikes patrol to tackle London knife crimeInquirerTop 5 most wanted murder suspect in Caraga arrested in Agusan del SurCNN TürkTarihi geçmiş kanser ilaçlarını yeniden piyasaya süren şebekeye operasyon: 22 gözaltıThe Jerusalem PostEl-Sayed faces pointed Israel questions as Michigan Senate race heats upInquirer EntertainmentHeart Evangelista, Tuesday Vargas, more pay tribute to Ate GayZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-NachrichtenstudioХабрАрхитектура в эпоху вероятности: почему наши старые чертежи больше не работаютCollider‘The Terminal List’ Showrunner Confirms the Franchise’s Future on Prime Video and Potential Spin-Off PlansThe Straits TimesAskST: Can the police’s new 6000-0999 number for calling the public be spoofed?The RegisterFrom Expertise to Intelligence: NISCO Deploys World's First Swarm-Intelligence Steel Model at ScaleDeadlineFirst-Ever ‘Saturday Night Live’ International Spin-Off Lands In Korea
The Daily Newsstand · Free, Always
Monday, November 2, 2026

"Berlin hat Schuss nicht gehört": Merz trifft auf verärgerte Kreischefs

Translate

"Berlin hat Schuss nicht gehört"Merz trifft auf verärgerte Kreischefs

02.11.2026, 08:46 Uhr

628213846
Kaum von seiner Asien-Reise zurück, muss sich Merz der wütenden CDU-Basis stellen. (Foto: picture alliance/dpa)

Für Bundeskanzler Merz wird es ungemütlich. Bei den Wahlen läuft es nicht rund und auch Umfragen zeichnen kein rosiges Bild. An der CDU-Basis brodelt es. Am Nachmittag wollen die Kreischefs den Kanzler treffen und ihrem Unmut Luft machen.

Demütigende Wahlniederlagen, miserable Umfragewerte und Dauerstreit in der Koalition: Das ist die Ausgangslage, wenn der Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz am Nachmittag in Berlin auf die Kreisvorsitzenden seiner Partei trifft. An der Basis hat sich in den letzten Monaten viel Frust über die Bundespolitik angestaut. Schon vor dem Treffen machten viele Kreisvorsitzende ihrem Ärger Luft. In der Diskussion mit dem Kanzler dürfte es zur Sache gehen.

Die Alarmlampe leuchte "dunkelrot", sagt die CDU-Kreisvorsitzende Désirée Schrade aus Frankfurt (Oder). Es gebe Parteiaustritte in "spürbarem" Umfang, die alle mit der Unzufriedenheit mit der Bundespolitik begründet würden. "Da kann man nicht den Deckmantel des Schweigens drüber werfen."

Das meint auch der Dresdner Kreisvorsitzende Ingo Flemming. "Die Bürger haben eben nicht den Eindruck, dass Berlin den Schuss gehört hat", sagt er. "Und das ist das, was natürlich hier an der Basis zur Verhärtung führt, was natürlich auch zu einer Diskussion über den Bundeskanzler führt."

Forderung: Merz soll Parteivorsitz abgeben

Kreisvorsitzende aus dem gesamten Bundesgebiet fordern einhellig vor allem drei Dinge von der Parteiführung: Dass sie der Basis zuhört, sich weniger mit sich selbst beschäftigt und Entscheidungen trifft, die für die Bürger spürbar sind. Aber auch der Autoritätsverlust des Kanzlers in den letzten Monaten ist unter den Kreischefs Thema. Fehlende Führungsstärke wird bemängelt. Einzelne legen Merz nahe, den Parteivorsitz abzugeben.

Die CDU hat knapp 330 Kreisverbände, die das Bindeglied zwischen den Ortsverbänden als kleinste Parteigliederungen und den Bezirks- und Landesverbänden bilden. Ihre Chefs sind quasi die Sprachrohre der Parteibasis. Mit 164 sind nur etwa die Hälfte der Kreisvorsitzenden angemeldet, was auch mit beruflichen Verpflichtungen zusammenhängt - die Konferenzen wurde an zwei Werktagen angesetzt.

Das Treffen zwischen CDU-Führung und -Basis findet mitten in einer der schwersten Krisen der Partei in ihrer 81-jährigen Geschichte statt. Im September ist die CDU in Mecklenburg-Vorpommern erstmals aus einem Landtag geflogen, auf Bundesebene ist sie nach der Wahl 2025 von der AfD in den Umfragen als stärkster Kraft abgelöst und weit abgehängt worden. Kanzler Merz kommt zudem auf historisch schlechte Beliebtheitswerte.

Das alles dürfte Thema sein, wenn sich die Kreisvorsitzenden in der Parteizentrale zunächst mit Generalsekretärin Franziska Hoppermann und am späten Nachmittag mit Merz aussprechen. Außerdem sind eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Wie wir Deutschland reformieren" mit Kanzleramtschefin Nina Warken, Bildungsministerin Karin Prien und dem Chef der Jungen Union, Johannes Winkel, sowie ein Austausch mit der Struktur- und Satzungskommission geplant.

Harte Aussprache erwartet

Die Veranstaltung ist nicht öffentlich. Das spricht für eine offene und harte Aussprache, in der es unter anderem um eine stärkere Einbindung der Basis in Entscheidungsprozesse gehen wird. "Unsere Kreisvorsitzenden wissen aus erster Hand, wo wir die Menschen mit unserer Politik erreichen und wo wir noch besser werden müssen", sagt die Kölner Kreisvorsitzende Serap Güler, die Staatsministerin im Auswärtigen Amt ist.

An der Basis werden vor allem Entlastungen der Bürger gefordert, gerade bei den Energiepreisen. Die CDU-Führung macht sich für eine Strompreissenkung für alle stark - hat sie in der Koalition aber noch nicht durchgesetzt.

Parteivorsitz und Kanzlerschaft sollen getrennt werden

Neben inhaltlicher Unzufriedenheit gibt es unter den Kreisvorsitzenden aber auch unverhohlene Kritik an Merz. "Ich habe nur sehr wenig Vertrauen inzwischen in das Berliner Führungspersonal", sagt Hannes Raebel, Vorsitzender des CDU-Kreisverbands Weimarer Land. Er stelle stark infrage, ob die CDU mit ihrem Spitzenpersonal noch genügend Autorität habe.

Konkreter wird der CDU-Bundestagsabgeordnete Bastian Ernst, der eine Trennung von Kanzlerschaft und Parteivorsitz ins Spiel bringt. "Wir haben ein Stück weit das Vertrauen verloren. Wir müssen uns daher damit beschäftigen, wie wir uns neu aufstellen", sagt der Kreisvorsitzende in Oldenburg-Land. "Angela Merkel hat den Parteivorsitz abgegeben und ist Kanzlerin geblieben - das ist ein Modell, mit dem die CDU wieder gut arbeiten kann. Die Frage ist nur, wann", so der 39-Jährige.

Auch Désirée Schrade aus Frankfurt/Oder meint, es brauche jemanden, der die Kraft habe, sich um die Partei zu kümmern. "Wenn er (Merz) das nicht hat, sollte er es nicht mehr machen."

P-Frage könnte Thema werden

Auch eine andere aktuelle Personaldebatte könnte bei der Konferenz eine Rolle spielen: die um den Kandidaten oder die Kandidatin für das Bundespräsidentenamt. "Auch hier merken wir, dass es kommunikativ nicht rund läuft", sagt Ingo Flemming aus Dresden. "Auch das wird ein kritischer Punkt sein, welchen wir ansprechen werden."

Die CSU will die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner zur Bundespräsidentin machen, Merz hat noch keine Stellung bezogen. Am 9. November sollen die CDU-Spitzengremien darüber entscheiden. Er persönlich hätte "überhaupt nichts" gegen Aigner, sagt Flemming. Der Niedersachse Bastian Ernst wird noch deutlicher: "Ilse Aigner wäre in jederlei Hinsicht eine sehr geeignete Bundespräsidentin."

View the original on n-tv →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.