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Friday, October 9, 2026

Vor Konzert im Hallenstadion – «Bei Emotionen kommt immer die Schweizerin in mir raus»

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Beatrice Egli ist die erfolgreichste Schweizer Sängerin und derzeit auf Tournee. Direkt vor einem Meilenstein ihrer Karriere hat sie mit SRF gesprochen.

Beatrice Egli

Die am 21.6.1988 in Lachen im Kanton Schwyz geborene Beatrice Egli ist eine Schweizer Schlagersängerin und Fernsehmoderatorin. 2013 gewann sie die zehnte Staffel der RTL-Castingshow DSDS («Deutschland sucht den Superstar»). Seit 2022 moderiert sie «Die Beatrice Egli Show».

SRF: Sie treten am 10. Oktober als erste Schweizer Solokünstlerin überhaupt im Hallenstadion auf. Was herrscht vor – Freude oder Angst?

Beatrice Egli: Ganz klar die Freude! Wir sind super vorbereitet. Vom historischen Aspekt habe ich aus den Medien erfahren.

Berühmt wurden Sie im Ausland. In der Schweiz belächelte man Sie teils. Ist das Hallenstadion eine späte Genugtuung?

Nein. Jeder Gegenwind war für mich stets Antrieb.

Das tönt einfach.

Es war nicht einfach, war aber Teil meines Wegs. Vor dem Durchbruch war ich schon zehn Jahre am Start. Dank dieser Hürden schätze ich meinen Weg heute viel mehr.

Schlager ist mal trendy, dann wieder weniger cool. Spüren Sie solche Wellen?

Nein. Medienaufmerksamkeit bestimmt nicht die Popularität. Darüber entscheidet das Publikum. Schlager steht nicht immer gleich stark im Fokus, aber diese Musik ist zeitlos und erreicht alle Altersgruppen.

Kürzlich hatten Sie Ihre erste Rolle in einer TV-Serie.

Mit der Musik wurde mein Traum wahr. Doch ich liebe es, die Komfortzone zu verlassen und künstlerisch Neues zu tun.

Sie haben auch die Ausbildung dazu.

Ja. Ich habe Coiffeuse abgeschlossen und dann die Schauspielschule in Hamburg.

Ihre erste TV-Rolle ist eine Schweizerin.

Darüber war ich froh. Wenn ich emotional werde, kommt immer die Schweizerin aus mir, weil das so tief in mir drin ist.

Spielen Sie auch einmal böse Rollen?

(Lacht) Jede Person hat ein gewisses Rollenprofil.

Wie sieht Ihres aus?

Schon eher die leichte Kost. Ob ich Tiefe, Schwere oder Wut spielen könnte, weiss ich nicht. Ich würde mich da schrittweise heranwagen.

Besteht die Gefahr, plötzlich im realen Leben eine Rolle zu spielen?

Mir ist Authentizität das Wichtigste. Ich definiere Erfolg nicht im Aussen. Erfolg ist, wenn ich glücklich bin.

Ihr Äusseres wurde aber oft kritisiert.

Ich erfuhr auf brutale Weise, wie es ist, verurteilt zu werden für einen gesunden Körper, der aber nicht dem gängigen Ideal entspricht. Das ist ein gesellschaftliches Ding und wird so bleiben. Aber ich kann lernen, mich zu lieben, wie ich bin und mir selbst die beste Freundin zu sein. Dieser Prozess geht ein Leben lang weiter.

Aber die ständige Beurteilerei nervt?

Klar, manchmal tut es weh. Aber in der Öffentlichkeit zu stehen, ist auch ein Privileg. Ich kann anderen Frauen sagen: «Du bist gut, so wie du bist – und du bist wunderbar!»

Die kürzlich verstorbene Dolly Parton sagte: «Ich kann mit meinem Äusseren herumspielen, weil ich in mir selbst gefestigt bin».

So wichtig!

Urs Gredig im Anzug hält eine Karte im SRF-Studio.
Legende: SRF

Urs Gredig empfängt in seiner wöchentlichen Talkshow prominente Gäste aus Politik, Wirtschaft, Unterhaltung, Sport und Gesellschaft. Seit Januar dieses Jahres gibt es seine Sendung auch als Podcast.

Ist es für Sie denkbar, politisch Position zu beziehen wie Roland Kaiser?

Bei Roland passt das, er ist SPD-Mitglied. Ich beschäftige mich definitiv zu wenig mit Politik für fundierte Aussagen.

Auf Social zeigen Sie sich teilweise auch privat, aber das ganz Private schützen Sie. Eine schwierige Gratwanderung?

Ich glaube, bei mir ergibt sich das ganz natürlich. Es gibt eine klare Grenze, und für die stehe ich auch wie eine Löwin ein.

Manchmal kokettieren Sie auch mit der Grenze. Bei der Beziehung zwischen Ihnen und Florian Silbereisen verweisen Sie auf Ihr Lied: «Das wissen nur wir».

Aber das ist doch ehrlich!

Es ist einstudiert.

Nein! Würden wir darüber reden, wäre das unsere Einwilligung, das Thema öffentlich zu machen. Und das wollen wir nicht.

Was treibt Sie nebst Ihrem Erfolg noch an?

Das Leben! Und Neugier. Das treibt mich an – die Freude am Leben und das Geschenk, am Leben zu sein.

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