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Saturday, September 12, 2026

Neuer ZSC-Coach: «Am Schweizerdeutsch muss ich noch arbeiten»

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  • Der kanadische Trainer Claude Julien (66) startet in seine erste Saison als ZSC-Headcoach.
  • Der Stanley-Cup-, Olympia- und WM-Gewinner coachte über 1000 NHL-Spiele bei den Canadiens, Devils und Bruins.
  • Julien nennt den Meistertitel als klares Ziel – und gibt zu, dass er noch am Schweizerdeutsch arbeiten muss.

Selten hatten die ZSC Lions einen Trainer mit einem so grossen Palmarès. Unter anderem schmücken der Stanley Cup, Olympia-Gold und WM-Gold den Trophäenschrank von Claude Julien – dem neuen starken Mann an der Zürcher Bande.

Der 66-jährige Kanadier bringt unglaublich viel Erfahrung mit in die Limmatstadt. Über 1000 NHL-Spiele machte er bei den Montréal Canadiens, New Jersey Devils und Boston Bruins als Cheftrainer. Zuletzt amtete Julien vier Jahre bei den St. Louis Blues als Scout und Assistenztrainer.

25 Minuten Fahrt ins Training – «sehr angenehm»

Was ihn nun nach Zürich zieht? «Die Möglichkeit, die ich nun hier erhalte, ist grossartig. Von Beginn an habe ich eine gute Verbindung zu den Leuten beim ZSC gespürt. Ich war nun so lange in der NHL, im Leben möchte man verschiedene Herausforderungen und Abenteuer haben und erleben», erzählt er vor dem Saisonstart. Hierhin zu kommen und das tun zu dürfen, was er am meisten liebt – Hockey-Trainer sein – sei eine grosse Freude für ihn.

Claude Julien als Headcoach bei den Boston Bruins im Jahr 2013.

Claude Julien als Headcoach bei den Boston Bruins im Jahr 2013.imago images/ZUMA Wire

In der Schweiz sind es weniger Saisonspiele als in Übersee. «Da bleibt einem mehr Zeit, andere Dinge zu unternehmen und das Land zu erkunden.» Auch, dass die Wege viel kürzer als in Kanada und den USA sind, schätzt er. «Es ist sehr angenehm, wenn ich am Morgen mit dem Auto nur 25 Minuten ins Training benötige. Für mich als Nordamerikaner ist das nichts», sagt er lachend.

20 Minuten will wissen, wie es denn um sein Schweizerdeutsch steht. «Daran muss ich noch arbeiten», gesteht Julien schmunzelnd. Ein paar Brocken wie «Danke» könne er aber schon. «Hoffentlich kann ich früher oder später auch Gespräche auf Deutsch führen.» Als Kanadier spreche er auch Französisch und verstehe Italienisch.

«Für den Meistertitel braucht es auch etwas Glück»

Das Eishockey in dieser Liga ähnle dem aus der NHL mehr, als viele Leute glauben, sagt Julien. «Unser Team ist schnell auf den Schlittschuhen und spielt ein sehr aggressives Forechecking. Genau das sieht man aktuell auch in der NHL.» In der Saison 2022/2023 war der Kanadier für einige Wochen Berater bei Ambri-Piotta. «Als ich dort mit dem Team durch die Schweiz gereist bin, war ich sehr beeindruckt vom Schweizer Eishockey.»

Zuletzt wurden die ZSC Lions 2025 Schweizer Meister.

Zuletzt wurden die ZSC Lions 2025 Schweizer Meister. Laurent Daspres/Freshfocus

«Ich bin nicht hierher gekommen, weil ich keine andere Wahl hatte – die gab es. Ich bin nach Zürich gekommen, weil ich das wollte.» Mit einem klaren Ziel: «Den Meistertitel zu gewinnen. Aber um das zu schaffen, müssen viele Dinge stimmen, auch etwas Glück gehört dazu. Darum hat man in vielen Ligen, auch in der NHL, fast jedes Jahr einen anderen Meister.»

Den ersten Schritt auf dem langen Weg Richtung zwölftem Meistertitel wollen die ZSC Lions mit ihrem neuen Headcoach am Dienstag machen. Dort empfängt man zum Auftakt in die neue Saison den SC Bern.

Nino Vinzens

Nino Vinzens (nvi) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Seine Expertise verteilt sich hauptsächlich auf die Sportarten Fussball, Ski Alpin und Eishockey.

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