Goebbels und Nazi-Propaganda: Jetzt eskaliert der Streit um Real

- Liga-Präsident Javier Tebas vergleicht die Methoden von Real Madrid mit der Propaganda von Joseph Goebbels.
- Real Madrid nennt den Vergleich «moralisch verwerflich» und fordert den sofortigen Rücktritt des 64-Jährigen.
- Tebas verteidigt sich am Samstag und lehnt einen Rücktritt ab: «Empörung widerlegt diese Beispiele nicht.»
Im spanischen Fussball fliegen die Fetzen. Zwischen Real Madrid und Liga-Präsident Javier Tebas ist ein seit Jahren schwelender Streit endgültig eskaliert. Der 64-Jährige vergleicht die Methoden der Königlichen mit der Propaganda der Nationalsozialisten. Real Madrid reagiert empört und fordert den sofortigen Rücktritt des Ligabosses. Doch der denkt offenbar gar nicht daran, klein beizugeben.
Auslöser des Eklats ist ein Beitrag, den Tebas am Freitag auf der Plattform X veröffentlicht. Darin schiesst er gegen die Vereinsführung von Real Madrid und insbesondere gegen den clubeigenen Fernsehsender. Dieser zeigt regelmässig Zusammenschnitte vermeintlicher Schiedsrichterfehler, durch die sich die Königlichen benachteiligt fühlen.
Ligaboss zieht Nazi-Vergleich
Für Tebas steckt dahinter eine gezielte Strategie. Real Madrid würde bestimmte Spielszenen herausgreifen, angebliche Ungerechtigkeiten wiederholen und damit Misstrauen gegenüber den Schiedsrichtern schüren.
Diese Vorgehensweise erinnere ihn an die Propagandamethoden von Joseph Goebbels, dem Propagandaminister des NS-Regimes. Zwar betont Tebas, dass er damit ausschliesslich die Methoden und nicht die nationalsozialistische Ideologie meine. Doch da ist der Schaden längst angerichtet.
Real Madrid lässt die Aussagen so nicht auf sich sitzen und beschreibt den Vergleich in einer scharfen Stellungnahme als völlig inakzeptabel und moralisch verwerflich. Tebas fehle es an Neutralität und Respekt. Die Konsequenz aus Sicht der Königlichen: Der 64-Jährige müsse seine Ämter als Liga-Präsident und Vizepräsident des spanischen Fussballverbandes sofort niederlegen.
Tebas denkt nicht an Rücktritt
Doch der Ligaboss zeigt sich davon wenig beeindruckt und meldet sich am Samstag erneut zu Wort, um seine Aussagen zu verteidigen. Goebbels’ Propagandatechniken würden sogar an Universitäten im Journalismusstudium behandelt, argumentiert Tebas. Es gehe darum, solche Mechanismen auch in der heutigen Kommunikation zu erkennen.
Gleichzeitig erneuert er seine Vorwürfe gegen Real Madrid TV: Der Sender würde gezielt Spielszenen auswählen, Verdächtigungen so lange wiederholen, bis sie als Tatsachen wahrgenommen würden, und Feindbilder schaffen.
Anstatt sich mit diesen Vorwürfen auseinanderzusetzen, würde sich Real Madrid lediglich empören. «Empörung widerlegt diese Beispiele nicht», schreibt Tebas. Auch die Rücktrittsforderung lässt er nicht gelten: «Und meinen Rücktritt zu fordern, beantwortet sie ebenfalls nicht.»
Geht der Goebbels-Vergleich von Liga-Boss Tebas zu weit?
Der jüngste Eklat ist dabei nur ein weiteres Kapitel im seit Jahren andauernden Machtkampf zwischen Real Madrid und dem Ligapräsidenten. Besonders der Umgang mit umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen und der Fall Negreira sorgen immer wieder für Zündstoff. Eine Annäherung der beiden Parteien scheint nach dem jüngsten Schlagabtausch jedenfalls in weiter Ferne.
Céline Eicher (eic), Jahrgang 1996, arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im Ressort Sport.
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