John Ternus: Warum der neue Apple-CEO auch „Designchef“ ist
Bekommt Apple einen neuen Chief Design Officer, einen Posten, wie ihn einst der berühmte „Designgott“ Jonathan „Jony“ Ive bekleidete? Unter Apples neuem Chef John Ternus sieht dies zunehmend unrealistisch aus. Laut einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg sieht sich der CEO selbst als Entscheider in diesem Bereich, auch wenn er das zuletzt geschwächte Designteam des iPhone-Herstellers wieder stärken will. Dennoch gibt es mindestens zwei Personen aus der Gruppe, die künftig stärker hervortreten werden. Das erste Beispiel dafür war das Keynote-Video zum iPhone Duo.
Mehr Raum für die Designer
Darin treten die Britin Molly Anderson, Leiterin Industriedesign, und Steve Lemay, der Chef des Bereichs Human Interface, auf – und erklären, was hinter der Gestaltung des neuen Foldables steckt. Anderson ist Nachfolgerin der zusammen mit Jony Ive in Richtung OpenAI (beziehungsweise Ives Agentur LoveFrom) gewechselten Evans Hankey, Lemay folgte wiederum auf Interface-Designer Alan Dye, den sich Meta schnappte, und der als Vater hinter des anfangs ungeliebten Liquid-Glass-Look gilt. Dass Apple Anderson und Lemay vor die Kamera lässt, wie man dies zuletzt im Designbereich nur von Dye (zu Liquid Glass) und zuvor über Jahre von Jony Ive selbst kannte, zeigt, dass Ternus dem Thema wieder mehr Gewicht gibt. Und den Gestaltern mehr Raum einräumt.
Doch laut Bloomberg-Quellen ist nicht geplant, extern nach einem Designchef zu suchen, der die Rolle eines Ive einnehmen könne – eine Position, die seit 2019 unbesetzt ist. Industriedesign (ID) und Human Interface (HI) berichteten lange an den mittlerweile in Rente gegangenen Chief Operating Officer Jeff Williams, später dann kurzzeitig an Tim Cook und schließlich, noch vor Übernahme des CEO-Postens, an John Ternus selbst, der als Hardware-Chef agierte. Daran soll sich nun offenbar nichts ändern.
Ternus sucht keinen neuen Ive
Seitdem Ternus Apple-CEO ist, sei er noch stärker in den Bereich Design „eingetaucht“ und besuche die Abteilung mehrmals in der Woche, manchmal sogar mehrfach am Tag. Damit tut es Ternus Steve Jobs nach, für den Ive und das Designstudio von zentraler Bedeutung waren. Cook kam laut Bloomberg im Monat vielleicht für eine Stunde in die Abteilung.
Eine der zentralen Prioritäten von Ternus sei nun, das „Standing“ der Designabteilung innerhalb von Apple zu verbessern. Dazu gehört auch, das Team wieder aufzufüllen, nachdem zahlreiche Mitarbeiter zu OpenAI (und Ive) abgewandert waren. Einen Suchprozess für einen Chief Design Officer hat Apple laut Bloomberg nicht angestoßen. Stattdessen scheint sich Ternus als eine Art Designchef zu etablieren, auch wenn er sich diesen Titel als Ingenieur nie anmaßen würde. Dennoch habe das Designteam nun wieder eine echte Vertretung in den obersten Apple-Sphären, so der Bericht.
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