Freundin, Malle, kein Alk: Til Schweiger spricht über sein neues Leben

Freundin, Malle, kein AlkTil Schweiger spricht über sein neues Leben
04.11.2026, 11:24 Uhr

Es gab eine Zeit, da verging kaum ein Tag ohne Schlagzeile rund um Til Schweiger. Inzwischen ist es um den Filmemacher ruhiger geworden. Jetzt packt er über sein Leben auf Mallorca nach Therapie und Alkoholverzicht aus. Und eine neue Frau an seiner Seite hat er auch.
Die Zeiten, in denen Til Schweiger mit umstrittenen Meinungsäußerungen in den sozialen Netzwerken regelmäßig für Wirbel sorgte, sind seit Längerem vorbei. Auch Meldungen zu seinem angegriffenen Gesundheitszustand sind Schnee von gestern. Ebenso wie die Vorwürfe, die wegen seines angeblich tyrannischen und alkoholgeschwängerten Verhaltens als Filmemacher am Set 2023 laut geworden waren.
Klar, ganz still halten mag der 62-Jährige noch immer nicht. Dann etwa, wenn er erklärt, dass er Moderator Jan Böhmermann gern mal "eine fette Schelle" verpassen würde. Oder wenn er sagt, er habe nur "die besten Dinge" über Belarus gehört, das von Wladimir-Putin-Kumpel Alexander Lukaschenko diktatorisch regiert wird. Ansonsten aber ist es um Schweiger, der eine Finca auf Mallorca bewohnt, deutlich ruhiger geworden.
In eben jener Finca traf der deutsche Ableger des "Playboy"-Magazins Schweiger nun für seine Dezember-Ausgabe zum Interview. Darin spricht der Regisseur und Schauspieler nicht nur über sein aktuelles Leben. Beiläufig bestätigt er auch, dass er eine neue Frau an seiner Seite hat.
Mit Kühen chillen
Seine Partnerin habe ihm zuletzt einen neuen Blick auf sein Zuhause auf Mallorca eröffnet, plaudert Schweiger aus. "Meine Freundin hat neulich zu mir gesagt: 'Ist dir eigentlich bewusst, wie schön das hier alles ist, das du erschaffen hast? Dass du das in deinem Leben ohne Hilfe ganz allein aufgebaut hast? Du müsstest doch jeden Tag über dein Grundstück laufen und dich da drüber freuen.'"
Das könne er inzwischen auch manchmal, sagt Schweiger. Und auch sonst wisse er das Leben auf der Finca zu genießen: "Pflanzen gießen, das hat für mich eine große Ruhe, etwas Meditatives. Die Tiere haben auf mich eine ähnliche Wirkung: Ich kann mich bestimmt zwei Stunden lang zu den Kühen setzen und denen einfach nur zugucken, mit ihnen chillen."
Der "Playboy" spricht Schweiger auch auf die Problematik Alkohol an. Auf die Frage, ob das Thema noch eine große Baustelle in seinem Leben sei, antwortet er: "Nee, das ist keine Baustelle, ich habe seit dem 1. Februar keinen Alkohol mehr getrunken." Sein vorheriger Versuch, seinen Konsum auf zwei Gläser am Tag zu beschränken, sei gescheitert. "Eine Zeit lang hat das wunderbar funktioniert, aber dann hat es sich wieder eingeschlichen, dass es doch mehr wurde als zwei Gläser."
"Bin sicher eine Suchtperson"
Er habe dem Alkohol "von einem auf den anderen Tag" komplett entsagt, so der Filmemacher, der einräumt: "Ich habe die Kontrolle mehr als einmal verloren und mehr als einmal zu viel. Ich wusste, ich muss das ändern." Schweiger gesteht: "Von meiner Persönlichkeit her bin ich sicher eine Suchtperson."
Dass er sich am Set zum Film "Manta Manta - Zwoter Teil" danebenbenommen hat, hatte Schweiger schon in der Vergangenheit eingeräumt. Auch im "Playboy"-Gespräch steht er dazu, einem Mitarbeiter eine gewischt zu haben. Er habe sich jedoch noch am selben Tag dafür entschuldigt und schließlich in Behandlung begeben. "Wenn ich die Therapie früher gemacht hätte, wäre dieser Ausraster am Set wahrscheinlich nicht passiert", mutmaßt Schweiger. Jetzt sei er "in einem Stadium von innerer Ruhe, in der ich mein ganzes Leben nicht war".
Beruflich hat Schweiger mittlerweile das nächste Projekt ins Auge gefasst. Die Fortsetzung von "Der bewegte Mann" soll im kommenden Jahr gedreht werden. "Da freue ich mich drauf, es ist ein ziemlich gutes Drehbuch", erklärt er.
Anekdote zu Harvey Weinstein
Für einen eigenen deutschen Film fehle ihm dagegen noch die zündende Idee. "Ich hatte seit 'Manta Manta 2' noch keine Idee, die so gut war, dass ich gesagt hätte, ich will da einen Film draus machen." Die Lust aufs Filmemachen sei aber ungebrochen: "Ich liebe das, und ich vermisse das Drehen." Bis dahin dreht er international. Zuletzt stand er in Kasachstan mit Jackie Chan für "Armour of God: Ultimatum" vor der Kamera. Der Kinostart ist für Februar 2027 geplant.
Im Interview erinnert sich Schweiger auch an eine Begegnung mit dem ehemaligen Filmproduzenten Harvey Weinstein, dem im Zuge der "MeToo"-Bewegung zahlreiche sexuelle Vergehen angelastet wurden und der deswegen inzwischen in Haft sitzt. Während der Dreharbeiten zu "Inglourious Basterds" habe ihn Weinstein nachts angerufen und zum Feiern gedrängt, berichtet Schweiger. Als er lieber schlafen wollte, sei er wüst beschimpft worden. Am nächsten Morgen habe er 17 verpasste Anrufe gezählt.
"Der hat mich in dem Moment halt als Frauen-Magnet gebraucht", vermutet Schweiger. Danach habe er nie wieder etwas von Weinstein gehört.
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