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Friday, October 30, 2026

Elon Musks SpaceX will 10’000 Raketen pro Jahr ins All schicken

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Die US-Flugsicherheitsbehörde FAA geht davon aus, dass im Jahr 2035 in den USA jährlich 10’000 Raketenstarts und -wiedereintritte stattfinden werden. Das sei viel zu tief geschätzt, sagt SpaceX, das Raumfahrtunternehmen des Techmilliardärs Elon Musk. In einem Post auf X erklärte er am Mittwoch, dass die von SpaceX geplante Starbase in Louisiana langfristig jährlich 10’000 Starship-Starts bewältigen könnte.

Mit seinem Post reagierte Musk auf eine Diskussion über die Antwort von SpaceX an die FAA. Die Behörde hatte die Raumfahrtbranche und die Öffentlichkeit aufgefordert, zu neuen Weltraumbahnhöfen und vorrangigen Luftraumkorridoren Stellung zu nehmen. SpaceX hatte daraufhin erklärt, nicht ein Mangel an Raketen werde die Entwicklung der Raumfahrt bremsen, sondern die veralteten Flugsicherungssysteme der FAA.

Spezielle Flugkorridore für die Raumfahrt

«Die derzeitige Struktur und die Prozesse der Flugsicherung der FAA sind veraltet und nicht in der Lage, eine wesentlich höhere Start- oder Wiedereintrittsfrequenz als das derzeitige Niveau zu unterstützen», so das Raumfahrtunternehmen.

SpaceX schlägt spezielle Startkorridore, schnellere Genehmigungen und eine Flugverfolgung in Echtzeit vor, um die Startfrequenz zu erhöhen, ohne den kommerziellen Flugverkehr wesentlich zu beeinträchtigen.

Investitionen von 100 Milliarden Dollar geplant

Die Bauarbeiten für die Starbase Louisiana sollen 2027 beginnen. 2029 sollen von dort erstmals die riesigen Starships abheben. Insgesamt sind zehn Startrampen geplant, von denen jede über eine eigene Treibstoffanlage verfügt. Der Treibstoff soll direkt vor Ort produziert werden.

SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell erklärte anlässlich der Ankündigung im August: «Wir planen den Bau eines autarken Weltraumbahnhofs mit eigener Treibstoffproduktion, eigener Stromerzeugung, Tiefwasserschifffahrtskapazitäten, Anlagen zur Fahrzeugaufbereitung und wahrscheinlich auch einem Flughafen.»

Und sie ergänzte, dass man für die Treibstoffproduktion auf Erdgas aus Louisiana setzen werde. 3000 neue Arbeitsplätze soll die Anlage direkt schaffen sowie Tausende weitere, die indirekt mit ihrer Entwicklung verbunden sind.

Bisher starten die riesigen Starships von der Starbase, Texas, USA. Die geplante Starbase Louisiana soll die Kapazität für Starts und Landungen der wiederverwertbaren Rakete massiv erhöhen. (Im Bild: der Start zum 14. Testflug des Starships am 28. September.)

Bisher starten die riesigen Starships von der Starbase, Texas, USA. Die geplante Starbase Louisiana soll die Kapazität für Starts und Landungen der wiederverwertbaren Rakete massiv erhöhen. (Im Bild: der Start zum 14. Testflug des Starships am 28. September.)IMAGO/ZUMA Press Wire

Kritik am Vorhaben

Der an der Küste westlich von New Orleans geplante Weltraumbahnhof sorgt vor Ort nicht nur für Begeisterung. So haben Anwohner des Standortdistrikts Vermilion Parish die Behörden verklagt, weil sie das 505 Quadratkilometer grosse Megaprojekt ohne ausreichende Konsultation durchgewunken und SpaceX unzulässige Steuervergünstigungen gewährt hätten.

Andere nutzten die Aufforderung der FAA zur Stellungnahme für ihre Kritik am geplanten Weltraumbahnhof in Louisiana. So forderte die Louisiana Wildlife Federation die FAA dazu auf, «die ökologische Nachhaltigkeit, Konflikte in Bezug auf Wildtiere und Lebensräume, bestehende Luft- und Seeverkehrsnutzung, den öffentlichen Zugang sowie Gefahren für die Küsten zu berücksichtigen».

Dem hält SpaceX entgegen, dass man bereits begonnen habe, mit den für Naturschutz und Küstenschutz zuständigen Behörden in Louisiana zusammenzuarbeiten, um die Auswirkungen eines derart grossen Industriekomplexes an der Golfküste zu bewerten.

«Wir sind entschlossen, unseren Teil dazu beizutragen, dass dieses Land nicht verschwindet», sagte Shotwell, die das Gebiet als einmalige Gelegenheit betrachtet, die leistungsstärkste Rakete der Welt zu starten und gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit der Küste von Louisiana zu stärken.

Wie stehst du zum Plan für einen riesigen Weltraumbahnhof in Louisiana?

Jean-Claude Gerber

Jean-Claude Gerber (jcg) arbeitet seit 2005 für 20 Minuten. Er ist seit 2013 Leiter des Ressorts Wissen, History und Digital und seit 2020 Blattmacher.

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