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Wednesday, October 21, 2026

60. Jahrestag des Unglücks: Aberfan-Katastrophe verfolgte die Queen ihr Leben lang

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60. Jahrestag des UnglücksAberfan-Katastrophe verfolgte die Queen ihr Leben lang

21.10.2026, 10:22 Uhr

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Königin Elizabeth II. 1966 bei ihrem Besuch in Aberfan. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

1966 sterben 116 Kinder und 28 Erwachsene, als eine Kohleschlammlawine in Aberfan eine Grundschule unter sich begräbt. Königin Elizabeth II. bereut ihre ganze Regentschaft lang ihre Reaktion auf diese Katastrophe.

Am 21. Oktober 1966 kam es im walisischen Aberfan zu einer der schlimmsten Katastrophen in der Geschichte Großbritanniens. 116 Kinder und 28 Erwachsene starben, als eine gewaltige Schlammlawine die Pantglas Junior School und mehrere umliegende Häuser in dem nahe Merthyr Tydfil gelegenen Ort unter sich begrub. Nach starken Regenfällen war eine riesige Abraumhalde des Kohlebergwerks oberhalb des Dorfes ins Rutschen geraten.

Zum 60. Jahrestag dieses Unglücks werden König Charles, Königin Camilla und Prinz William nach Aberfan reisen, um der Opfer dieser Katastrophe zu gedenken.

Die Netflix-Serie "The Crown", in der das Leben von Elizabeth II. fiktional nacherzählt wurde, widmete Aberfan eine ganze Folge. Wie in der Serie dargestellt soll die 2022 verstorbene Queen Ihre Reaktion auf das Unglück tatsächlich ihre gesamte Regentschaft lang bereut haben.

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Jeff Edwards wurde 1966 als letztes überlebendes Kind aus den Trümmern der Grundschule gerettet, (Foto: picture alliance / dpa)

Während ihr Ehemann Prinz Philip, ihr Schwager Lord Snowdon und der damalige Premierminister Harold Wilson kurz nach der Katastrophe Aberfan besuchten, wartete die Königin acht Tage. Sie reiste erst kurz nach einer Massenbeerdigung in das Dorf, um die Gemeinde zu trösten. Ihr ehemaliger Privatsekretär Lord Charteris hatte später erklärt, er habe der Königin den falschen Rat gegeben, "sich fernzuhalten, bis der erste Schock abgeklungen ist". Das lange Abwarten nach der Katastrophe habe die Queen sehr bedauert, verriet er.

Vor Ort wurde Elizabeth II. dennoch herzlich und mit Respekt empfangen. Die Monarchin gab den Hinterbliebenen offenbar das Gefühl, dass sie ihnen in ihrer schwersten Stunde beisteht. Sofort nach Aberfan zu kommen, "wäre nicht angemessen gewesen", zitiert der britische Sender BBC Jeff Edwards, das letzte Kind, das damals aus der Schule gerettet wurde. "Das Problem bei jedem königlichen Besuch ist, dass man eine ganze Entourage dabei hat, die einfach die Oberhand gewinnt, und die Rettungsarbeiten waren noch im Gange. Wäre sie früher gekommen, hätte dies das totale Chaos nur noch verstärkt."

"Sie kam nicht als Königin, sondern als Mutter"

Wie sehr die Tragödie Elizabeth II. berührte, sei bei ihrem Besuch deutlich zu spüren gewesen. Als sie vom Friedhof zu einem nahe gelegenen Haus ging, in dem sie Angehörige der Opfer treffen sollte, war sie laut Edwards sichtlich bewegt. "Als sie das Haus betrat, war sie sehr aufgewühlt und musste sich erst einmal sammeln, bevor sie sich mit den Angehörigen und Familien traf, die Kinder und Verwandte verloren hatten", erinnerte er sich.

Auch eine andere Betroffene berichtete von der Anteilnahme der Monarchin: "Für mich kam sie an jenem Tag nicht als Königin, als unser Staatsoberhaupt, sondern als Mutter - um Mitgefühl zu zeigen, sich in uns hineinzuversetzen und wirklich nachzuempfinden, was jeder an diesem Tag durchgemacht hatte."

Der BBC-Journalist Brian Hoey, der über die Katastrophe von Aberfan berichtete, "konnte kaum glauben, wie mitfühlend sie war". Er habe gewusst, dass die Queen mitleiden werde, da sie zu dieser Zeit selbst kleine Kinder hatte: "Sie hatte Andrew und Edward, die beide noch klein waren, sodass sie sich in die Lage der Eltern dort hineinversetzen und mit ihnen fühlen konnte." Ihre Reaktion überraschte den Journalisten dennoch: Die Queen "war einfach wunderbar", es sei "wirklich sehr rührend" gewesen, das mitzuerleben.

Nach ihrem ersten Besuch kehrte Elizabeth II. mehrmals nach Aberfan zurück, unter anderem 2012 zur Eröffnung der Ynysowen Community Primary School, einem Nachfolger der Pantglas Junior School.

Prinz William enthüllt Mahnmal in der Grundschule

König Charles III., Königin Camilla und Prinz William werden am 60. Jahrestag nun mit Überlebenden, Hinterbliebenen und Mitgliedern der Gemeinde an die Verstorbenen erinnern. Die Royals werden laut BBC den "Aberfan Memorial Garden" besuchen, der sich auf dem Gelände der damals zerstörten Grundschule befindet. Anschließend sind sie im Gemeindezentrum zu Gast.

Im Gedenkgarten sind ein kurzes Gebet und eine Schweigeminute geplant. König Charles und Prinz William legen Kränze nieder, Königin Camilla wird mit einem Blumenstrauß an die Opfer erinnern. Anschließend treffen die Royals im Gemeindezentrum auf ehemalige Rettungskräfte, die damals nach der Katastrophe im Einsatz waren. Zudem steht der Besuch einer Ausstellung über die Rettungsarbeiten auf dem Programm.

Prinz William, König Charles und Königin Camilla treffen außerdem ehemalige Schüler der Pantglas Junior School, Geschwister von Verstorbenen und Mitglieder der "Aberfan Wives", einer Selbsthilfegruppe für Mütter, die bei der Katastrophe ihre Kinder verloren haben. Der Männerchor "Ynysowen Male Voice Choir", der nach der Katastrophe gegründet wurde und zu einer Selbsthilfegruppe für Männer aus der Region wurde, wird ebenfalls auftreten.

Im Gemeindesaal teilen Überlebende und Angehörige persönliche Erinnerungen, darunter auch Jeff Edwards. Prinz William enthüllt in der Ynysowen Community Primary School außerdem einen Aberfan-Gedenkbaum. Mit ihm soll ein weiterer dauerhafter Gedenkort entstehen.

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