Das Für und Wider des Elversberger Spielstils
Erstmals in dieser Saison ist die SV Elversberg in der Bundesliga richtig auf die Bretter geschickt worden. Trainer Vincent Wagner hat Rückschläge wie jenen am Samstag in Leipzig einkalkuliert und denkt gar nicht daran, an seinem für einen Aufsteiger ungewöhnlichen Spielstil zu zweifeln.

Unerfahrene Mannschaft: Kein Elversberger Spieler, der in Leipzig auf dem Platz stand, hatte bisher mehr als 15 Bundesliga-Spiele absolviert. IMAGO/Beautiful Sports
Es ist durchaus bemerkenswert, wie unerschrocken die SV Elversberg ins Abenteuer Bundesliga gestartet ist. Egal, wie der Gegner heißt - ob Leverkusen, Bayern oder eben Leipzig -, das Elversberger Spiel kennt nur eine Richtung und eine Geschwindigkeit: mit Vollgas nach vorn. Damit begeistern die Saarländer die Liga, stellen die Gegner, obwohl sie inzwischen darauf vorbereitet sind, immer wieder vor Probleme und haben ihre Bundesliga-Tauglichkeit damit schon unter Beweis gestellt.
Allerdings birgt dieser offensive Spielstil auch Risiken, die der Neuling in der zweiten Halbzeit in Leipzig erstmals in voller Breitseite mit vier Gegentoren zu spüren bekam. Um dieses System erfolgreich umsetzen zu können, müssen die Spieler des Aufsteigers permanent an ihr Limit gehen. Lassen sie auch nur ein paar Prozent nach und schleichen sich - auch dem hohen Laufaufwand und dem großen Maß an Konzentration geschuldet - kleine Fehler ein, ist die Mannschaft in der Defensive anfällig.
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Trotzdem wird Trainer Vincent Wagner an der langjährigen Spielidee des Vereins weiter festhalten, Rückschläge sind beim Aufsteiger einkalkuliert: "Das ist ein Entwicklungsprozess. Erfahrung kommt durch Erfahrung", sieht Wagner den Grund für die Gegentore nicht vornehmlich in der offensiven Taktik, sondern auch darin, dass kein einziger seiner Spieler, die in Leipzig auf dem Platz standen, bisher mehr als 15 Bundesliga-Spiele absolviert hat. "Daher darf man sich nicht wundern, dass man noch nicht maximal routiniert spielt", sieht der Coach sein Team trotz der Niederlage auf dem richtigen Weg und kann ihr trotz der Deutlichkeit auch viel Positives abgewinnen: "Inhaltlich war es in der ersten Halbzeit gut bis sehr gut, aber nur eine gute Halbzeit reicht natürlich nicht aus."
Onyeka und Campbell sind wieder Optionen
Zudem konnten mit Francis Onyeka und Cole Campbell zwei Schlüsselspieler nach ihren Bänderverletzungen erstmals wieder einige Minuten Spielpraxis sammeln und sind auch für das DFB-Pokal-Spiel gegen Darmstadt am Dienstag eine Option. Rechtsverteidiger Jan Gyamerah hat sich einer ersten Diagnose zufolge dagegen einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen und fällt aus.
Trotzdem will die SVE die Partie gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga nutzen, um postwendend in die Erfolgsspur zurückzukehren. "Wir wissen, dass mit Darmstadt ein Gegner kommt, der ein bisschen Probleme hat", ist Torwart Nicolas Kristof sicher, dass die 0:4-Klatsche bis Dienstag abgehakt ist. "Wir werden uns jetzt gut vorbereiten. Es ist eine Pflichtaufgabe für uns, zu gewinnen."
Besonders freut sich Kristof auf die Rückkehr eines langjährigen Weggefährten: Carlo Sickinger war von der Regionalliga bis zur Bundesliga Teil des Elversberger Märchens, war letzte Saison aber kaum noch zum Einsatz gekommen und hatte sich daher im Sommer zu einem Wechsel zu den Lilien entschieden.
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