Boxweltmeister geht ins Stadion: Kehrtwende um Herausforderer: Kabayel trifft doch auf "Albanischen Adler"

Kehrtwende um Herausforderer: Kabayel trifft doch auf "Albanischen Adler"
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28.09.2026 | 16:21 Uhr
Um den nächsten Gegner von Agit Kabayel gibt es Hickhack: Ein Albaner bringt sich ins Spiel, ist danach wieder raus - und wird nun doch der Herausforderer des deutschen Schwergewichts-Weltmeisters. Für den Kampf geht es ins Stadion.
Schwergewichts-Weltmeister Agit Kabayel wird seinen WBC-Titel am 28. November gegen den Albaner Nelson Hysa verteidigen - und das im Fußball-Stadion von Düsseldorf und nicht wie zunächst geplant in der Oberhausener Rudolf-Weber-Arena. Ein entsprechender Bericht der "Bild"-Zeitung deckt sich mit ntv.de-Informationen. Demnach sind nur noch letzte Details zu klären.
Auch Kabayel selbst kündigte das Duell auf seinem Instagram-Kanal an. "Wenn reden Titel gewinnen würde, wärst du schon Weltmeister", wandte sich der 34-Jährige an Hysa: "Du hast viel geredet und viel erzählt und den Vertrag am Ende doch unterschrieben. Meiner Meinung nach hast du definitiv keinen WM-Kampf verdient. Aber mein Management und ich sind die Top Ten durchgegangen und haben gesehen, dass keiner verfügbar ist."
Hysa - Kampfname "Albanischer Adler" - hatte Kabayel Ende August bei einem Kampfabend in London öffentlichkeitswirksam herausgefordert, warf dem Bochumer vor, sich vor einem Kampf zu drücken. Da der 42-Jährige wie Kabayel bei dem britischen Promoter Frank Warren unter Vertrag steht, galt er als logische Wahl für die erste Titelverteidigung des WBC-Champions. Kabayel deutete Anfang September bei der Verleihung seines Titels in Bochum zwischen den Zeilen bereits an, gegen Hysa in den Ring zu steigen. Es gebe da einen Mann, dem man "Respekt beibringen muss", sagte er.
Zunächst schien es, als hätten sich die Parteien rasch geeinigt. Vor rund einer Woche sagte Warren aber, Hysa habe den Kampf nicht angenommen. "Er kam in unser Büro, wir hatten uns auf die Konditionen geeinigt. Der Vertrag und alles war fertig. Ein paar Tage später rief er dann an und sagte, er will den Kampf nicht", berichtete der 74-Jährige. Nach Informationen von ntv.de forderte Hysa - von einem neuen Manager animiert - plötzlich eine doppelt so hohe Gage wie ursprünglich vereinbart.
"Dann stehen wir Mann gegen Mann"
Kabayel und sein Management verkündeten darauf, der "Leberking" werde seinen Titel am 28. November in der Rudolf-Weber-Arena verteidigen. Als mögliche Gegner galten der Franzose Tony Yoka, Peter Milas aus Kroatien und der Italiener Guido Vianello. Dann aber lancierte Hysa in den Sozialen Medien eine neuerliche Kampagne. Er veröffentlichte ein Video, auf dem er einen unterschriebenen Kampfvertrag präsentierte und Kabayel aufforderte, es ihm gleichzutun.
"Im Ring stehst du alleine, da bringt dir die ganze Show nichts", antwortete der Mann aus dem Ruhrpott mit den kurdischen Wurzeln via Instagram: "Dann stehen wir Mann gegen Mann. Auge um Auge, Zahn um Zahn." Er habe nur "zwei Bedingungen", sagte Kabayel. Hysa solle die kurdische und albanische "Community" nicht "gegeneinander aufhetzten. Die sind beide sehr temperamentvoll". Zum Zweiten solle sein Herausforderer "nicht zwei, drei Wochen vor dem Kampf mit irgendeiner Ausrede kommen, dass du krankheits- oder verletzungsbedingt absagen musst. Am 28. November sehen wir uns im Ring, dann werde ich dir zeigen, dass du nicht auf meinem Level bist."

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Kabayel auf Klitschkos und Furys Spuren
Hysa ist in 25 Kämpfen ungeschlagen, 23 Mal gewann er durch K.o. Einen Gegner von Rang und Namen sucht man in seiner Kampfbilanz allerdings vergeblich. Dennoch rangiert er in den Ranglisten der Verbände WBA (5.) und WBO (10.) unter den Top Ten. Beim WBC taucht Hysa nicht in der Rangliste auf. Gemäß WBC-Regeln muss der Herausforderer eines Weltmeisters eigentlich unter den Top 15 des Verbandes platziert sein. Es ist dennoch davon auszugehen, dass das WM-Gremium des WBC Hysa als Gegner akzeptiert und den Kampf durchwinkt.
Kabayel ist seit Ende Juni WBC-Weltmeister im Schwergewicht. Der Verband stufte ihn vom "Interims"- zum vollwertigen Weltmeister hoch, nachdem der Ukrainer Oleksandr Usyk den Titel niedergelegt hatte. Kabayel ist der erste deutsche Boxmeister aller Klassen seit Max Schmeling (1930 bis 1932). Der Mann aus Bochum-Wattenscheid hat bisher all seine 27 Profikämpfe gewonnen, 18 davon vorzeitig. In Düsseldorf bestreitet Kabayel erstmals einen Stadionkampf in Deutschland. In der Merkur-Spiel-Arena (früher Esprit-Arena) fand auch der letzte Weltmeisterschaftskampf im Schwergewicht auf deutschem Boden statt. Am 28. November 2015 verlor Wladimir Klitschko seine Krone an den Briten Tyson Fury.
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