heise+ | Vorsicht, Kunde: Smart Meter eingebaut, Schlussrechnung verschwunden
Seit Jahren treibt die Politik den Einbau intelligenter Messsysteme voran. Die Geräte sollen Zählerstände automatisch an den Netzbetreiber funken, der sie an den Stromlieferanten weiterreicht. Ablesen, Ablesekarte, Kundenportal, all das soll damit überflüssig werden. Soweit die Theorie.
In der Praxis muss ein neuer Zähler erst einmal in allen beteiligten Systemen ankommen: beim Messstellenbetreiber, der ihn einbaut, beim Netzbetreiber, der die Marktkommunikation abwickelt, und beim Lieferanten, der abrechnet. Meist sind die ersten beiden dasselbe Unternehmen. Hakt es an einer Stelle, rechnet der Lieferant mit einem Gerät, das gar nicht mehr an der Wand hängt.
Zum Problem wird das, wenn der Kunde während des Smart-Meter-Übergangs den Lieferanten wechselt. Der alte Anbieter muss binnen sechs Wochen eine Schlussrechnung stellen, dafür braucht er den Stand des richtigen Zählers. Was aber, wenn Netzbetreiber und Lieferant sich stattdessen monatelang gegenseitig die Verantwortung zuschieben und der Kunde dazwischen sitzt?
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