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Wednesday, October 28, 2026

So können Sie Ihr E-Bike vor Diebstahl schützen

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Fingerabdruck statt Schlüssel, Alarm per App: Wie sinnvoll ist smarter Diebstahlschutz fürs E-Bike? Ein Fahrradexperte verrät, worauf es bei einem Schloss wirklich ankommt.

22.10.2026 | 3:36 min

Rund 246.000 Fahrräder wurden 2024 in Deutschland gestohlen. Gleichzeitig erreichte der Schaden pro Diebstahl einen Rekordwert. Dies führt der Gesamtverband der Versicherer (GDV) auf eine veränderte Strategie der Fahrraddiebe zurück: So gingen Täter offenbar gezielter vor und hätten es vor allem auf hochwertige Räder und E-Bikes abgesehen, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Für einen guten Schutz des E-Bikes werden mehrstufige, teilweise digitale Sicherheitssysteme empfohlen. Als Faustregel gilt: rund zehn Prozent des Fahrradwerts in die Sicherung investieren. Bei einem 3.000-Euro-E-Bike wären das etwa 300 Euro.

Die wichtigsten Systeme, ihre Vor- und Nachteile sowie die Kosten im Überblick.

Das mechanische Schloss bleibt die wichtigste Hürde

Die Basis bleibt ein hochwertiges Bügel-, Ketten- oder Faltschloss. Die Polizei und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V. (ADFC) empfehlen, das Fahrrad immer anzuschließen, nicht nur abzuschließen.

Die Stiftung Warentest stellte fest: Besonders sichere Schlösser sind oft schwerer, manche wiegen mehr als fünf Kilogramm. Leichte Faltschlösser sind komfortabler, bieten aber häufig etwas weniger Widerstand gegen Angriffe.

Die Kosten für Bügel-, Ketten- oder Faltschloss liegen etwa bei 50 bis 200 Euro. Vorteil mechanischer Schlösser ist ein hoher physischer Schutz gegen Diebstahl. Sie benötigen keine Elektronik und sind sofort einsatzbereit. Allerdings können Schlüssel verloren gehen und sie bieten keine Alarm- und Ortungsfunktionen.

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Smarte Schlösser: Mehr Komfort beim Abschließen

Smarte Schlösser lassen sich per Fingerabdruck oder Smartphone-App öffnen. Teilweise können mehrere Nutzer hinterlegt werden, manche Modelle verfügen zusätzlich über Alarmfunktionen. "Da wird quasi der Finger zum Schlüssel", sagt Fahrrad-Experte Gunnar Fehlau. Andere Systeme kommunizierten mit dem Smartphone und entriegelten sich automatisch, sobald sich der Besitzer nähert, erklärt Fehlau.

Die Vorteile smarter Schlösser: Ein Schlüssel ist nicht nötig, sie können von mehreren Nutzern genutzt werden und bieten einen hohen Bedienkomfort. Allerdings müssen Akku oder Batterie regelmäßig geladen werden. Außerdem ersetzt die digitale Technik keine robuste Mechanik.

Die Kosten für ein smartes Schloss liegen je nach Modell bei etwa 80 bis 300 Euro.

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Alarm, Ortung und Wegfahrsperre: Diebstahlschutz direkt im E-Bike

Immer mehr Hersteller integrieren digitale Sicherheitsfunktionen direkt ins Fahrrad oder bieten Nachrüstmodule an. Je nach System lassen sich Motor und Akku sperren, Bewegungen erkennen oder Alarmmeldungen aufs Smartphone senden. Oft gehört auch ein digitaler Fahrradpass dazu, in dem Rahmennummer, Fotos und Kaufbeleg hinterlegt werden. Es gehe darum, noch eine weitere Sicherheitsebene einzubauen, sagt Fehlau.

Das Rad kann melden, wenn es bewegt wird, obwohl der Besitzer nicht in der Nähe ist.

Gunnar Fehlau, Fahrrad-Experte

Einige Systeme böten sogar GPS-Ortung an, so der Fahrrad-Experte weiter.

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Vorteil: Alarm, Wegfahrsperre und Ortung kommen aus einer Hand. Nachteilig ist, dass die Systeme oft an bestimmte Antriebssysteme gebunden sind und teilweise laufende Kosten verursachen.

Nachrüstmodule sind ab etwa 150 Euro erhältlich, Zusatzdienste für circa fünf Euro pro Monat.

GPS-Tracker: Ortung im Fall eines Diebstahls

Wer kein integriertes System besitzt, kann GPS-Tracker nachrüsten lassen. Die Geräte werden meist versteckt im Fahrrad verbaut und senden ihren Standort per Mobilfunk an eine App.

Die Vorteile: Das Fahrrad lässt sich im Diebstahlfall genau orten, zudem können die Systeme bei vielen Modellen nachgerüstet werden. Nachteile sind, dass sie einen Diebstahl nicht verhindern und häufig laufende Kosten verursachen.

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Die Anschaffungskosten liegen bei etwa 100 bis 250 Euro, hinzu kommen oft monatliche Gebühren von drei bis zehn Euro.

Interessant: Manche Anbieter bieten zusätzlich sogenannte Bike-Hunter-Services an. Sie unterstützen nach einem Diebstahl bei der Wiederbeschaffung.

Bluetooth-Tracker: Günstige Alternative zu GPS

Eine günstigere Alternative sind Bluetooth-Tracker, die ohne GPS und SIM-Karte auskommen. Sie senden lediglich ein Bluetooth-Signal aus. Wird dieses von einem kompatiblen Smartphone in der Nähe empfangen, übermittelt das Gerät seinen Standort verschlüsselt an das Netzwerk des Anbieters. So kann der Besitzer den ungefähren Standort des Trackers in der App abrufen.

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Die Vorteile: Die Systeme sind günstig, lassen sich einfach nachrüsten und verursachen keine Folgekosten. Nachteile sind, dass sie keine echte Live-Ortung ermöglichen und auf die Smartphones anderer Nutzer angewiesen sind.

Die Kosten liegen bei etwa 20 bis 40 Euro.

  • Gut sichtbare, belebte Stellplätze wählen
  • Hochwertiges Schloss verwenden
  • Fahrrad immer an festem Gegenstand anschließen
  • Digitale Wegfahrsperre oder Alarmfunktion nutzen
  • GPS- oder Bluetooth-Tracker ergänzen
  • Rahmennummer, Fotos und Kaufbeleg dokumentieren
  • Fahrrad codieren lassen
  • Akku und abnehmbare Anbauteile mitnehmen

Fazit: Das perfekte Sicherheitssystem gibt es nicht. Wer ein hochwertiges Schloss mit digitalen Funktionen und Ortung kombiniert, macht sein E-Bike deutlich weniger attraktiv für Diebe.

Susann Knakowske ist Redakteurin im ZDF-Studio in Berlin.

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 22.10.26 ab 09:05 Uhr.

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