Supermarkt-Knigge: Mit diesen Regeln wird der Einkauf im Laden für alle entspannter

- Rücksicht macht den Einkauf einfacher: Wagen gehören so abgestellt, dass Gänge, Regale und Kassen frei bleiben.
- Wer telefoniert, Produkte vergleicht oder an der Selbstbedienungskasse wartet, sollte andere vorbeilassen.
- An der Kasse hilft Vorbereitung; Ware gehört zurück an ihren Platz, Kinder sollen nicht durch die Regale rennen.
Gunda BosselSEO-Redaktorin
Man möchte nur kurz Milch holen. Doch vor dem Kühlregal steht ein Einkaufswagen quer im Gang. Links kommt niemand vorbei, rechts ebenfalls nicht. Sein Besitzer vergleicht derweil in aller Ruhe verschiedene Tomatensorten in der nahegelegenen Gemüseabteilung.
Vor dem Regal überlegen? Natürlich. Aber bitte mit Platz für andere
Preise, Zutaten, Kalorien oder Packungsgrössen zu vergleichen, gehört zum Einkaufen dazu. Mühsam wird es erst, wenn dabei der gesamte Zugang zum Regal blockiert wird. Wer länger vergleichen möchte, kann den Wagen etwas zur Seite stellen. Und wenn jemand gleichzeitig erkennbar an ein Produkt heran möchte, ist ein kurzer Schritt zur Seite meist die einfachste Lösung.
Telefonieren ist kein Problem. Dafür ist mitten im Gang stehen schon eher problematisch
Ein Telefonat beim Einkaufen ist völlig unproblematisch. Schwieriger wird es, wenn man dabei mitten im schmalen Gang stehen bleibt und den übrigen Verkehr ausblendet. Besonders ungünstig ist die Kombination aus Kopfhörern, Blick aufs Handy und einem Einkaufswagen quer vor dem Regal. Wer so stehen bleibt, sollte deshalb kurz prüfen, ob hinter ihm noch jemand vorbeimöchte.
Nur zwei Sachen im Körbli: Darf man an der Kasse vor?
Vor einem stehen fünf Personen mit gut gefüllten Einkaufswagen, selbst hat man zwei Joghurts und eine Packung Brot. Darf man deshalb fragen, ob man kurz vor darf? Ja. Einen Anspruch darauf gibt es allerdings nicht. Ein freundliches «Darf ich schnell mit diesen drei Sachen vorbei?» ist etwas anderes als ein kommentarloses Vordrängeln. Wer gefragt wird, kann die Person mit wenigen Artikeln vorlassen oder auch nicht. Wer einen voll beladenen Einkaufswagen hat und direkt hinter sich jemanden mit nur wenigen Artikeln warten sieht, kann diese Person gerne von sich aus vorlassen. Die Regel: Fragen ist höflich. Freiwillig vorlassen ist nett. Ein Vortritt ist jedoch kein Recht.
An der Kasse sollte es nicht erst mit der Suche nach dem Portemonnaie losgehen
Die Waren wurden gescannt, die Summe wird angezeigt – und plötzlich beginnt die Suche nach Portemonnaie, Zahlungsmittel, Kundenkarte oder das Handy? Natürlich muss niemand seine Einkäufe unter Zeitdruck bezahlen. Wer Zahlungsmittel und Kundenkarte bereits während des Wartens bereithält, kann den Vorgang aber verkürzen.
Auch nach dem Bezahlen lohnt sich etwas Aufmerksamkeit. Wer direkt an der Kasse stehen bleibt, um in aller Ruhe die Einkäufe zu sortieren, kann den nächsten Kunden daran hindern, seine Waren aufs Band zu legen.
«Ich hole nur schnell noch etwas»
Die Schlange bewegt sich langsam vorwärts, und plötzlich fällt einem ein, dass die Butter fehlt. Wer zu zweit unterwegs ist, kann die Aufgabe aufteilen: Eine Person bleibt in der Schlange, die andere holt die vergessene Butter.
Ist man allein, ist es in der Regel fairer, die Schlange zu verlassen und sich nach dem Einkauf wieder hinten anzustellen. Das kostet vielleicht einige Minuten, schafft aber Klarheit für alle Menschen, die weiter hinten in der Schlange warten.
Der Einkaufswagen sollte nicht den ganzen Durchgang versperren
Es braucht nicht viel, um einen kleineren Supermarktgang unpassierbar zu machen. Ein quer stehender Einkaufswagen genügt oft. Besonders schnell passiert das vor Kühlregalen, in engen Durchgängen oder an den Enden der Regale. Auch an der Kasse kann ein ungünstig abgestellter Wagen den nächsten Kunden behindern. Auch schwierig wird es, wenn zwei Personen mit ihren Wagen nebeneinanderstehen und sich unterhalten. Ein kurzer Blick nach hinten würde genügen, um zu merken, dass jemand vorbei möchte.Ein einfacher Grundsatz hilft: Der Wagen sollte möglichst dort stehen, wo er den Weg für andere nicht versperrt.
Nicht jedes Gemüse muss gedrückt werden
Bei Obst und Gemüse wird gerne geprüft, ob die Tomate schön fest ist oder die Avocado schon reif. Ein bisschen Auswahl gehört dazu. Weniger hygienisch und für andere Kundinnen und Kunden unangenehm wird es, wenn jedes Stück einzeln angefasst, gedrückt und wieder zurückgelegt wird. Gerade bei offenem Obst und Gemüse gilt deshalb: möglichst gezielt auswählen und nur anfassen, was man auch kaufen möchte.
Die Regel: Anschauen und vorsichtig prüfen: ja. Fest herumquetschen und wühlen: lieber nicht.
Selbstbedienungskasse: Niemand muss sich von der Technik stressen lassen
Die Selbstbedienungskasse hat ihre eigenen kleinen Tücken. Ein Artikel wird nicht erkannt, die Waage meldet einen Fehler oder die richtige Funktion ist nicht sofort zu finden. Auch für die Entsperrung der Altersbegrenzung beim Kauf von alkoholischen Getränken ist nicht immer gleich jemand vom Person zur Stelle. Dafür sollte niemand ungeduldig werden.
Gleichzeitig gilt: Wer nach dem Bezahlen noch längere Zeit an der Station stehen bleibt, blockiert sie für die nächste Person. Die Einkaufstasche sollte also parat sein. Auch sollte man nicht vergessen, das Körbli nach dem Gebrauch wieder zu versorgen, und es nicht einfach neben der Kasse stehen zu lassen.
Was man herausnimmt, gehört wieder zurück
Die Entscheidung fällt gegen den Erdbeerjoghurt? Dann gehört er zurück ins Kühlregal, am besten an die Stelle, wo er herkommt, und ganz sicher nicht neben die Teigwaren.
Bei Fleisch, Milchprodukten und anderen gekühlten Lebensmitteln ist das besonders wichtig. Noch ungünstiger ist es, Tiefkühlprodukte irgendwo im Laden zurückzulassen. Für das Personal bedeutet das zusätzliche Arbeit, zudem können empfindliche Waren unnötig lange ausserhalb der vorgesehenen Kühlung liegen und müssen dann vernichtet werden.
Wer etwas aus einem Regal nimmt und sich umentscheidet, sollte es deshalb an seinen ursprünglichen Platz zurückbringen.
Die Tiefkühltruhe ist nicht der ideale Ort für lange Entscheidungsprozesse
Ein kurzer Blick auf Zutaten oder Preis ist selbstverständlich. Wer allerdings mehrere Minuten bei geöffneter Tiefkühltruhe verschiedene Produkte vergleicht, macht es den anderen unnötig schwer und verschwendet unnötig Energie. Gerade wenn mehrere Personen an dieselbe Truhe möchten, lohnt es sich, die Auswahl möglichst effizient zu treffen: Produkte zuerst von aussen vergleichen, dann schnell herausnehmen und die Tür gleich wieder schliessen.
Der Supermarkt ist kein Spielplatz
Die kleinen Einkaufswagen für Kinder können beim Einkaufen durchaus Spass machen und den Nachwuchs einbeziehen. Weniger entspannt wird es, wenn damit zwischen den Regalen Rennen gefahren wird. Noch heikler sind Trottinetts oder Rollschuhe, mit denen Kinder durch die oft spiegelglatten Gänge flitzen.
Zwischen Regalen, Einkaufswagen und anderen Kundinnen und Kunden kann es schnell eng werden. Wer gerade um eine Ecke kommt, rechnet nicht unbedingt damit, dass plötzlich ein kleiner Rennfahrer vorbeisaust.
Die Regel: Mithelfen beim Einkauf und entdecken: ja. Rennen und Slalomfahren zwischen den Regalen: besser nicht.
In der Kassenschlange braucht es etwas Abstand
Wenn sich eine Schlange langsam vorwärtsbewegt, rückt man automatisch nach. Trotzdem muss der Einkaufswagen des Hintermanns nicht direkt an den Fersen der Person davor stehen. Ein wenig Abstand macht das Warten angenehmer. Gleichzeitig sollte die Schlange natürlich nicht unnötig auseinandergezogen werden. Ein guter Richtwert ist: so nah stehen, dass die Schlange weiterläuft, aber mit genügend Abstand, damit sich niemand bedrängt fühlen muss.
Nicht jede Bewegung Richtung Kasse ist automatisch Drängeln
Wer sich einfach vor andere stellt, obwohl diese bereits warten, sorgt verständlicherweise für Unmut. Doch nicht jede unklare Bewegung in Richtung Kasse ist automatisch ein Versuch, sich vorzudrängen. Vielleicht wurde die Schlange übersehen. Vielleicht wartet jemand auf eine Begleitperson oder ist unsicher, wo sie beginnt.
Ein freundliches «Entschuldigung, hier ist die Schlange» reicht deshalb meistens aus, um Klarheit in die Situation zu bringen.
Ein kurzer Blick nach links und rechts reicht
Im Grunde braucht es für den Einkauf keinen komplizierten Benimmkodex. Steht mein Wagen im Weg? Möchte jemand an das Regal hinter mir? Wartet bereits jemand? Blockiere ich gerade einen ganzen Durchgang? Wer darauf achtet, kann mit wenigen Handgriffen viel bewirken: den Wagen zur Seite stellen, jemanden vorbeilassen, kurz Platz machen oder sich entschuldigen.
Dichtestress lässt sich beim Einkaufen kaum vermeiden. Gerade am Samstag oder in kleinen Filialen treffen viele Menschen auf engem Raum aufeinander. Aber jeder kann dazu beitragen, dass daraus kein unnötiger Hindernislauf wird.
Der vielleicht wichtigste Supermarkt-Knigge lautet deshalb: Nicht nur auf den eigenen Einkauf achten, sondern auch auf die Menschen rundherum.
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