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Thursday, October 1, 2026

Wie wirkt der Todescocktail?

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Christa Pike überlebt Hinrichtung in Tennessee

Wie wirkt der Todescocktail?

Die verurteilte Mörderin Christa Pike hätte sterben sollen. Stattdessen wurde sie nur bewusstlos. Ihr Nicht-Sterben entfacht die Diskussion rund um die Todesstrafe neu.

Publiziert: vor 14 Minuten

  • Christa Pike überlebte zwei Dosen der Giftspritze
  • Bereits früher kam es bei Hinrichtungen zu Problemen
  • Einige Verurteilte wurden später erstickt
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Angela RosserJournalistin News

Am Mittwoch hätte das Leben der verurteilten Mörderin Christa Pike (50) enden sollen. Sie überlebte jedoch zwei Injektionen mit dem tödlichen Mittel Pentobarbital und wurde zur Behandlung ins Spital gebracht.

Neben der Frage, warum das Mittel nicht funktioniert hat, steht auch eine neue Diskussion rund um die Todesstrafe im Raum. Es ist nicht das erste Mal, dass die Verabreichung der Spritze nicht wie geplant funktioniert hat.

So funktioniert die Giftspritze

Klassisch und wie man es aus einigen Blockbustern kennt, bestand die Hinrichtung aus drei Medikamenten. Aus einem Narkose-/Beruhigungsmittel, einem Muskelrelaxans, das auch die Atemmuskulatur lähmt, und schliesslich einem Mittel, das das Herz zum Stillstand bringt. Mehrere Staaten, und dazu gehört auch Tennessee, verwenden nur noch eine sehr hohe Dosis des Barbiturats Pentobarbital, wie das Death Penalty Information Center schreibt. Läuft alles nach Plan, wird die Person bewusstlos, die Atmung wird unterdrückt, es folgt Atemstillstand. Infolgedessen versagt der Kreislauf, und am Ende bleibt das Herz stehen, was den Tod zur Folge hat. Wissenschaftlich besteht aber weiter Unsicherheit darüber, ob diese Art von Hinrichtung unnötige Schmerzen und Leiden verursachen könnte.

Wenn die Spritze nicht wirkt

Grundsätzlich sollte eine Dosis des tödlichen Medikaments ausreichen, um einen Menschen zu töten. Das Hinrichtungsprotokoll des Staates Tennessee sieht jedoch vor, dass ein zweiter Satz Spritzen verabreicht wird, «falls der Häftling nach der ersten Dosis noch lebt». Was das Protokoll vorsieht, wenn die Person nach der zweiten Verabreichung noch lebt, ist nicht festgelegt. Ein Experte für die Todesstrafe sprach von einem beispiellosen Fehlschlag, woraufhin Tennessees Gouverneur Bill Lee die verbleibenden Hinrichtungen für den Rest des Jahres aussetzte, schreibt «KPBS News».

Wie konnte Pike das überleben?

Warum die zum Tod verurteilte Frau nicht gestorben ist, ist noch nicht geklärt. Es gibt jedoch mehrere Theorien. Auch ihre Anwälte warnten vor der Hinrichtung in einem Schreiben, dass es zu Problemen kommen könnte. Sie erwähnen, dass Pike kleine respektive schwer zugängliche Venen habe. Auch wandten sie ein, dass Pike an einer Thrombozytose leide. Das heisst, dass bei ihr die Anzahl der Blutplättchen erhöht wäre. Dadurch kann das Blut dickflüssiger sein, eher zum Verklumpen neigen und daher auch Venen verstopfen. Somit könnte es sein, dass der Todescocktail gar nicht richtig in ihren Blutkreislauf habe gelangen können. Auch die Theorie von zu schwachem Pentobarbital steht im Raum. Erwiesen ist keine dieser Thesen.

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Sie haben ihren Todestag überlebt:

Tony Carruthers – Tennessee: Bereits im Mai gab es in Tennessee Probleme mit einer Hinrichtung. Tony Carruthers (57) hätte am 21. Mai sterben sollen. Zwar gelang es dem Team, den ersten intravenösen Zugang zu legen, nicht aber den im Protokoll vorgeschriebenen zweiten Backup-Zugang. Nach rund anderthalb Stunden wurde abgebrochen. Der Todeskandidat erhielt von Gouverneur Bill Lee (66) einen einjährigen Aufschub.

Thomas Eugene Creech – Idaho: Ganze acht Mal wurde in Idaho am 28. Februar 2024 versucht, bei Thomas Eugene Creech (76) einen funktionierenden IV-Zugang an Armen, Beinen, Händen und Füssen zu legen. Nach 58 Minuten brach der Gefängnisdirektor die Hinrichtung ab. Diese wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Kenneth Eugene Smith – Alabama: Am 17. November 2022 scheiterte Kenneth Eugene Smiths Hinrichtung, weil kein geeigneter Zugang hergestellt werden konnte und der Hinrichtungsbefehl auslief. Am 25. Januar 2024 wurde Smith bei einem zweiten Hinrichtungsversuch mit Stickstoffhypoxie getötet. Dem Verurteilten wurde eine Maske angelegt, durch die er reinen Stickstoff einatmete und keinen Sauerstoff mehr erhielt. Gewebe und Organe wurden nicht mehr mit Sauerstoff versorgt, und letztlich trat der Tod ein.

Alan Eugene Miller – Alabama: Probleme mit dem intravenösen Zugang gab es im Jahr 2022 auch in einem anderen Fall. Während 90 Minuten wurde versucht, bei Alan Eugene Miller einen Zugang zu legen. Alabama versprach danach gerichtlich, Miller nicht erneut per Giftspritze hinzurichten. Auch er starb schliesslich durch Ersticken mit Stickstoff im Jahr 2024.

Romell Broom – Ohio: Statt durch die Giftspritze 2009 starb Romell Bloom 2020 im Gefängnis. Möglicherweise an Covid-19. Auch bei ihm konnte über zwei Stunden kein Zugang gelegt werden. Zwar wäre ein zweiter Versuch erlaubt gewesen, dazu kam es aber nicht.

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