Smartes Auto-Display von Aldi im Test: Carplay & Android Auto für 30 Euro
Für 30 Euro bei Aldi Süd: Das Bauhn Smart Display rüstet Carplay und Android Auto in älteren Autos nach. Ist es brauchbar? Wir testen und zeigen Alternativen.
Mit einem smarten Display fürs Auto lassen sich Carplay und Android Auto auch in älteren Fahrzeugen einfach nachrüsten. Wir haben schon zahlreiche solcher Geräte getestet. Jetzt verkauft Aldi Süd in seinen Filialen ein besonders kompaktes und günstiges Modell für nur 30 Euro. Wir haben den kleinen Monitor gekauft und ausprobiert. Im Test zeigen wir, wie er sich im Alltag schlägt, und stellen Alternativen vor.
Display
Der Bildschirm misst diagonal rund 7 Zoll und hat annähernd ein 16:9-Format. Der Monitor fällt recht hoch aus und kann je nach Montageposition ins Sichtfeld ragen. Zur Auflösung macht der Hersteller keine Angaben. Wir vermuten 1024 × 600 oder 800 × 480 Pixel.
Das Bild ist ordentlich: Details in der Oberfläche von Android Auto und Carplay sind gut genug zu erkennen. So scharf wie bei einem Tablet oder Smartphone ist es aber nicht. Die Helligkeit muss man von Hand einstellen, automatisch passt sie sich nicht an. Das kann während der Fahrt eine nicht ungefährliche Ablenkung sein. Das Menü dazu erreicht man aber schnell über ein schwebendes rundes Icon.
Die Verarbeitung ist einfach, aber sauber. Das Gehäuse und die Halterungen bestehen komplett aus Kunststoff. An der Seite sitzen ein Klinkenanschluss als AUX-Ausgang und der USB-C-Eingang für das Stromkabel mit 12-Volt-Stecker. Außerdem gibt es einen Steckplatz für eine microSD-Karte.
Bauhn Smart Display fürs Auto: Bilder
Bauhn Smart Display fürs Auto
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Montage
Zur Befestigung liegen zwei Halterungen bei: eine mit Saugnapf und eine zum Aufkleben auf das Armaturenbrett. Nach unserer Erfahrung hält die Klebehalterung deutlich fester. Je nach Fahrzeug kann der Monitor damit aber ins Sichtfeld ragen, etwa in einem Kleinwagen. In unserem Testwagen, einem Opel Adam, war das der Fall.
Das Klebepad liegt lose bei und muss erst an der Halterung angebracht werden. Schöner wäre es gewesen, wenn es schon ab Werk aufgeklebt wäre. Die Stelle auf dem Armaturenbrett sollte man vorher gründlich reinigen und trocknen lassen, damit das Pad besser hält.
Die Saugnapfhalterung hat den Vorteil, dass sie sich schnell montieren und wieder abnehmen lässt. Auf dem Armaturenbrett hält sie allerdings nicht dauerhaft gut. An der Windschutzscheibe sitzt sie fester. Dort ist der Monitor aber unter Umständen zu weit weg, um ihn bequem zu bedienen, und er ragt ebenfalls ins Sichtfeld.
Ein Tipp: Es gibt Kunststoffplättchen mit glatter Oberfläche, die man auf das Armaturenbrett kleben kann. Aus einem früheren Test klebte noch eines in unserem Auto. Darauf hielt der Saugnapf bislang recht gut. Weil der Monitor relativ leicht ist, löst sich die Halterung außerdem nicht so schnell wie bei einem größeren Bildschirm.
Ist der Saugnapf auf den Armaturen befestigt, kann man den Bildschirm etwas tiefer nach vorne und unten ragen lassen. Dann stört er auch nicht das Sichtfeld so sehr – sitzt dann aber nicht ganz so sicher.
Auf der Rückseite hat der Monitor vier Schlitze, wie die meisten Carplay-Displays aus unseren Tests. Damit steckt man ihn auf die jeweilige Halterung. Wer schon eine passende Halterung hat, kann den Monitor also wahrscheinlich direkt daran befestigen.
Einrichtung
Für die Stromversorgung wird der Monitor per USB-C-Kabel mit der 12-Volt-Steckdose des Autos verbunden. Sobald man die Zündung einschaltet, fährt der Monitor in wenigen Sekunden hoch. Auf dem Homescreen gibt es je ein Icon für Android Auto und Apple Carplay sowie für die Bildschirmspiegelung per Miracast (Android) oder AirPlay (Apple). Dazu kommt ein Mediaplayer, der Inhalte von einer microSD-Karte abspielt.
Um das Gerät mit dem Smartphone zu verbinden, sucht man den Monitor in den Bluetooth-Einstellungen des Handys und koppelt beide Geräte. Danach baut der Monitor eine lokale WLAN-Verbindung zum Smartphone auf, über die Bild und Ton übertragen werden.
Für den Ton gibt es vier Möglichkeiten: ein AUX-Kabel mit 3,5-mm-Klinke, Bluetooth direkt vom Smartphone zum Autoradio, den FM-Transmitter und die eingebauten Lautsprecher.
Für die Kabelverbindung benötigt das Autoradio einen AUX-Eingang. Wie bei fast allen Geräten dieser Art hatten wir im Test damit Knackgeräusche. Ein Entstörfilter für wenige Euro kann helfen. Damit war im Test der Klang gut und satt ohne nennenswerte Störgeräusche. Außerdem ist der Ton über AUX lauter als bei allen anderen Optionen.
Hat das Autoradio Bluetooth, kann man das Smartphone auch direkt damit koppeln. Wählt man am Monitor dann die Bluetooth-Option, zeigt er nur noch die Oberfläche von Android Auto oder Carplay an. Den Ton schickt das Smartphone direkt ans Autoradio. Im Opel Adam klang das tatsächlich nicht ganz so gut, und der Ton war deutlich leiser. Dafür kann man aber mit den Tasten am Lenkrad steuern, etwa in Spotify zum nächsten Titel springen.
Der FM-Transmitter eignet sich vor allem für ältere Autos. Dafür stellt man am Monitor eine Radiofrequenz ein und wählt dieselbe Frequenz am Autoradio. Dabei kann es gelegentlich rauschen oder knacken, etwa wenn ein Radiosender auf derselben Frequenz sendet. Im Test hatten wir damit aber keine Probleme. Auch hier war der Klang gut und recht laut.
Die eingebauten Lautsprecher klingen dagegen schlicht furchtbar. Davon raten wir ab.
Funktionen
Wichtigste Aufgabe des Monitors ist es, Carplay und Android Auto nachzurüsten. Die Verbindung mit Android Auto und Carplay klappte im Test zuverlässig. Manchmal verbindet sich das Smartphone nicht automatisch mit dem Monitor. Im Test passierte das allerdings nur ein einziges Mal. In diesem Fall hilft es, das Handy kurz in den Flugmodus und wieder zurückzuschalten oder die Bluetooth-Verbindung neu aufzubauen.
Das smarte Display kann aber auch Mediendateien abspielen, die man vorher auf eine microSD-Karte kopiert. Mit Airplay und Miracast spiegelt man den Bildschirminhalt des Smartphones auf das Display. Airplay ist für iPhones gedacht, Miracast für Android-Handys. Anders als bei Carplay und Android Auto zeigt das Display dann alles, was auf dem Handy läuft. Das gilt auch für Apps, die es fürs Auto gar nicht gibt, etwa Youtube oder Spiele.
Manche Streaming-Apps verhindern das Spiegeln allerdings, dann bleibt das Bild schwarz. Ob Miracast mit dem eigenen Android-Handy klappt, muss man ausprobieren. Videos sind während der Fahrt tabu. Sie lenken ab und sind verboten.
Preis & Alternativen
Aldi Süd verkauft den Bildschirm in seinen Filialen für rund 30 Euro. Das ist ziemlich günstig. Es gibt ihn nur vor Ort und nur solange der Vorrat reicht.
Geräte in dieser Preisklasse haben wir bisher wenige getestet. Von der Bauform her am ehesten vergleichbar ist es mit dem Car-Display SD7293A, dieses ist aber nicht mehr erhältlich. Vergleichbar ist auch das Technaxx Wireless Carplay Display für 50 Euro. Ebenfalls kompakt ist das Carpuride W708 Pro. Mit Preisen ab 142 Euro (Code: TechStage) ist es aber deutlich teurer. Eine günstige Option ist auch unser Preis-Leistungs-Sieger, das Lescars IPS-HD-Display CAS-5060 ab 73 Euro. Mit 9 Zoll ist es allerdings deutlich größer.
Bei eBay gibt es zudem ein Wireless-Carplay-Display für Android Auto und Apple Carplay ab 37 Euro. Wie gut es funktioniert, können wir aber nicht sagen.
Fazit
Für den Preis ist das Smart Display fürs Auto von Bauhn kaum zu schlagen. Der kompakte Monitor erfüllt seinen Zweck und schlägt sich im Vergleich zu unserem Testfeld teils besser als teurere Alternativen. Die Verbindung mit Android Auto und Carplay klappt zuverlässig und schnell. Für den Ton stehen ein AUX-Kabel, ein FM-Transmitter und Bluetooth über das Smartphone zur Verfügung. Bei diesem Preis kann man bedenkenlos zugreifen.
Zu meckern gibt es wenig. Die Helligkeit passt sich nicht automatisch an. Das Klebepad muss man erst selbst an der Halterung anbringen. Klebt man den Monitor auf das Armaturenbrett, kann er je nach Auto ins Sichtfeld ragen. Die Saugnapfhalterung erlaubt eine andere Positionierung, hält auf dem Armaturenbrett ohne glatte Unterlage aber nicht zuverlässig. Wer den Ton per AUX-Kabel überträgt, sollte zusätzlich einen Entstörfilter verwenden.
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